Nach der Premiere in Detroit feiert der neue Ford GT in Genf seine Europapremiere. Schon der Name ist ein Mythos: Ford GT. Das klingt bis heute nach Le Mans und echter Sportlichkeit. Ich habe mir den aufregenden Sportwagen der Ford Performance Einheit in Genf aus der Nähe ansehen.

Der Name Ford GT hat bei Ford eine lange Geschichte. Der neue Ford GT, der Ende 2016 auch in Europa Kunden finden soll, ist die dritte Generation Super-Sportwagen bei Ford. Ähnlich wie seine Vorgänger ist die aktuelle Generation ein Leuchtturmprojekt, das die technologische Kompetenz des Unternehmens verdeutlicht. Dazu verfügt der Neue über eine Kohlefaser-Karosserie und eine aktive Aerodynamik. Der 3,5-Liter V6-Motor mit doppelter Turbo-Aufladung soll mehr als 600 PS leisten. Die Kraftübertragung an die Hinterräder übernimmt ein siebengängiges Doppelkupplungsgetriebe.

Urvater Ford GT40

Mit dieser sportlichen Auslegung folgt der neue Ford GT der Tradition des Urvaters der Baureihe. Denn der legendäre Ford GT40 entstand Mitte der 1960er-Jahre zunächst als Rennwagen. Zuvor hatte Henry Ford II versucht, Ferrari zu kaufen. Doch die Übernahme platzte. Enzo Ferrari wollte nach der Übernahme das gesamte Sportprogramm der Amerikaner leiten. Das lehnte Henry Ford II ab und setzte ein Entwicklungsprogramm in Gang, um Ferrari in seinem damaligen Wohnzimmer Le Mans zu schlagen.

Ferrari seit 1960 in Le Mans ungeschlagen. Tatsächlich beendete der Ford GT40 diese Dominanz 1966, um anschließend bis 1969 viermal in Folge an der Sarthe zu triumphieren. Parallel konnten seit 1965 betuchte Kunden eine Straßenversion des in Großbritannien gebauten GT40 erwerben. Doch das Angebot interessierte vor 50 Jahren eine kleine Kundenschicht. Tatsächlich lieferte Ford gerademal 38 der insgesamt 124 gebauten Ford GT40 als Straßenfahrzeuge aus. Das macht echte Ford GT40 heute unbezahlbar. Kein Wunder, dass bis heute regelmäßig Nachbauten entstehen.

Neuauflage 2004

Erst 1995 nahm Ford das Thema mit der Studie Ford GT90 auf. 2002 folgte ein seriennahes Konzeptfahrzeug. Von 2004 bis 2006 entstanden mehr als 4.000 Exemplare eines neuen Ford GT. Wovon Ford offiziell 101 für den europäischen Markt vorsah. Anders als bei seinem Vorgänger stand beim zweiten Ford GT nicht der Motorsporteinsatz im Vordergrund. Trotzdem entwickelten Unternehmen wie Matech oder Doran Designs Rennversionen des Sportwagens. 2010 und 2011 startete der Ford GT in Le Mans, ohne an den Erfolg des Vorgängers anzuknüpfen.

Beim Ford GT 2015 ist das anders

Inzwischen bekennt sich Ford eindeutig zum Sportfahrer. Seit dem vergangenen Jahr gibt es bei Ford die globale Entwicklungseinheit „Ford Performance“. Sie vereint die bisher getrennt operieren Entwicklungseinheiten der „Special-Vehicle-Team“ (SVT) in Nordamerika mit dem europäischen „Team RS“. Bis 2020 will „Ford Performance“ gleich zwölf neue Power-Modelle auf den Markt bringen. Neben dem Ford Focus RS, den Ford in Genf ebenfalls erstmals einer bereiteren Öffentlichkeit zeigt, gehört dazu auch der neue Ford GT.

Fotos vom Ford GT

Anders als beim Vorgänger wird der neue Ford GT als Werkseinsatz nach Le Mans zurückkehren. Der Sportwagen soll in der GT-Klasse gegen Ferrari, Porsche und die ehemalige Ford-Tochter Aston Martin kämpfen. Bereits seit Monaten ist es in der Rennsportszene ein offenes Geheimnis, dass die Amerikaner für ein Comeback 2016 Personal suchen. Mit einem Start an der Sarthe will Ford auf der Strecke auf das 50. Jubiläum des ersten Ford-Siegs in Le Mans hinweisen. Und es scheint, als dieses Vorhaben bereits bei der Konstruktion des Serienfahrzeugs im Lastenheft stand.

Denn der Ford GT 2015 verfügt über eine Sicherheitszelle und Karosserie aus Kohlefaser. Die vorderen und hinteren Rahmenstrukturen fertigt Ford aus Aluminium. Das serienmäßig höhenverstellbare Fahrwerk verfügt über Pushrod-Aufhängungen, Schubstreben und einen aktiven Stabilisator. Die Verzögerung übernehmen Karbon-Keramik-Bremsen. Zum Konzept des Serien-Fahrzeugs gehören aktive Luftleitelemente, die bei hohen Geschwindigkeiten aerodynamischen Abtrieb erzeugen.

Wie findet Ihr den neuen Ford GT?

Ich finde den neuen Sportwagen der Amerikaner aufregend. Nur mit den Rückleuchten kann ich mich nicht anfreunden. Doch egal, bei kaum einem anderen Sportwagen gibt es zurzeit so viel Geschichte und gleichzeitig so viel pure Rennsport-Technik. Das gefällt am Ende sogar BMW-Freunden. Natürlich ist der Ford mit einem Preis von rund 370.000 Euro kein Schnäppchen. Doch so viel Sportlichkeit kostet bei den Wettbewerbern von Ferrari, McLaren oder Aston Martin deutlich mehr.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Ford GT

Nach neun Jahren Pause feiert der Ford GT ein Comeback. Pro Jahr sollen 250 Exemplare des Superpostlers entstehen. Zu einem Stückpreis von circa 370.000 Euro. Dafür gibt es einen 3,5-Liter großen V6 mit zwei Turboladern. Mehr als 600 PS stehen damit zur Verfügung. Genug, um mit dem Ford Supersportler wie den Lamborghini Aventador herauszufordern. 2016 geht es los ...

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

1 Comment

  1. Friedrich Will Reply

    Es würde Henry Ford 2 gewiss gefallen wenn der in einem Jahr in der WEC und in Le Mans die Ferrari 458 Italia bügelt.

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