Dieses Blog entstand vor inzwischen zwölf Jahren, um über historischen Motorsport zu schreiben. Zunächst schrieb hier nur Tom, im Laufe der Zeit stießen weitere Autoren dazu. Inzwischen steht hinter AutoNatives.de eine Crew von fünf Auto Bloggern. Unser Quartett mit Dame ermöglicht uns, über weitere Auto-Themen zu bloggen. Doch die Grundlage ist und bleibt der historische Motorsport – auch wenn dort für einige Unwissende nur überforderte Amateure unterwegs sind.

Zu den festen Ritualen unserer Blogger-Crew gehört, über Autos zu streiten. Das funktioniert immer nach folgendem Muster. Sobald ein Crewmitglied ein Auto gefällt, gibt es immer ein anderes Crewmitglied, das genau dieses Fahrzeug unmöglich findet. Nur bei wenigen Fahrzeugen waren wir uns bisher einig. Die Ginetta G12 gehört dazu, denn sie faszinierte sofort alle.

Ginetta-Story: Landmaschinenfabrik baut Sportwagen

Die Geschichte der Ginetta ist die Geschichte der Brüder Bob, Ivor, Trevers und Douglas Walklett. Als Inhaber einer Landmaschinenfabrik begannen sie Mitte der 1950er-Jahre damit, nebenbei Sportwagen zu bauen. Zunächst ausschließlich für den Eigenbedarf. Doch ab 1957 bauten die Brüder Walltet ihre Sportwagen auch für Kunden. 1962 war das Sportwagengeschäft schließlich so erfolgreich, dass die Walkletts die Landmaschinenproduktion verkauften, um sich auf die Sportwagen zu konzentrieren.

Die Triebfeder dahinter war die 1961 vorgestellte Ginetta G4. Mehr als 500 Exemplare konnten die Brüder von diesem Modell verkaufen. Ähnlich wie bei Lotus gab es den kleinen Sportwagen sowohl vollständig montiert als auch als steuerbegünstigten Bausatz. Schon die G4 war im Motorsport erfolgreich. Doch Ginetta will mehr und leitet 1966 für den Sporteinsatz vom G4 das Mittelmotor-Coupé G12 ab. Zunächst treibt der Cosworth-SCA-Motor den kleinen Rennwagen an. Das Formel 2 Aggregat basiert auf dem 997 ccm großen Motor des Ford Cortina 116E, für den Cosworth einen Zylinderkopf mit obenliegender Nockenwelle konstruierte. Bis zu 140 PS leistet der mit Benzineinspritzung bestückte SCA (Single Cam Series A).

Im leichten Sportwagen hat der Motor, der Cosworth ersten selbst konstruierten Zylinderkopf trägt, leichtes Spiel. Nebenbei besetzt Ginetta das Thema des kleinen leichten Mittelmotorsportwagens noch vor den Wettbewerbern Lotus und Matra. Denn sowohl der Lotus Europa als auch der Matra Djet erscheinen nach der Ginetta! Da zünden die Entwickler bei Ginetta bereits die nächste Stufe und bauen den bekannten 1,6 Liter Lotus-Twin-Cam Motor in ihr Coupé ein. In der Hubraumklasse bis 1.600 ccm ist die Ginetta G12 damit sofort konkurrenzfähig. Schon beim Rennsportdebüt in Silverstone gelingt ein Rundenrekord. Bereits beim zweiten Rennen in Snetterton folgt der Klassensieg.

Doch für die Spitze reicht es nicht (mehr)!

Trotzdem neigt sich die große Zeit der kleinen Sportwagen langsam dem Ende zu. In Le Mans dominieren zu dieser Zeit die Ford GT40 mit ihren 7,0 Liter großen V8-Motoren. Der G12 bleiben Klassensiege und Plätze auf dem Podium. Gleichzeitig erweist sich die kompromisslose Renntechnik der Ginetta G12 als nur bedingt alltagstauglich. Das spricht auch auch bei potenziellen Kunden herum. Die Verkaufszahlen des Coupés bleiben weit hinter den Erwartungen seiner Erbauer zurück. Bis 1968 entstehen wohl nur 33 Exemplare. 1968 stellt Ginetta die G15 mit der Antriebstechnik des Hillman Imp vor und beendet die Produktion der G12.

1 Kommentar

  1. hallo,
    schöner artikel über ein interessantes auto, genau dieses mit interessanter renngeschichte in period in england, durch zufall aufgefunden auf einem schrottplatz in mittelamerika und wieder hergerichtet in den usa.
    leider sind die ginetta g12 hierzulande weitgehend unbekannt geblieben, obwohl sie am nürburgring in den späteren 60er jahren bei allen großen rennen mitfuhren, sogar mit gewissem erfolg gegen die konkurrenz aus dem hause abarth.

    weiter so, …….

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