Zu den mutigsten Studien der IAA gehörte der buggy up! von Volkswagen. Der Buggy auf der Plattform des Kleinwagens up! knüpft an die Tradition der Wolfsburger an und sorgte in Frankfurt für viel Aufsehen. Mitte der 1960er Jahre entdeckte man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten das Auto als Spaßmobil. Kaum ein anderes Gebrauchsgut wurde so sehr zu einem unverzichtbaren Accessoire eines unbeschwerten Lebensstils.

Die automobile Grundlage stellte oftmals ein Volkswagen Käfer, da sich sein Plattformrahmen hervorragend eignet, um darauf alternative Karosseriekonzepte zu verwirklichen. Die Geschichte wurde schnell zu einem Erfolgsmodell. Zunächst als „Dune-Buggys“ und den „Baja-Bugs“ für den Einsatz in Wüsten- und Strand-Rennen in Kalifornien und New Mexiko konzipiert, erobern die Fun-Buggys schnell die ganze Welt.

Das Vergnügen war damals vergleichsweise preiswert zu haben

Für einen Buggy beraubt man einen gebrauchten Käfer seines Aufbaus und ersetzt diesen durch einen möglichst leichten, offenen Body. Dieser wird in bester Bootsbauer-Manier aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) laminiert. Vielfach verkürzt man das Käfer-Chassis auch, indem man aus der Bodengruppe einfach 30 bis 40 Zentimeter herausschneidet und die abgetrennten Teile wieder zusammenschweißt.

Für eine optimale Traktion auf losem Untergrund wird die angetriebene Hinterachse mit überdimensionalen Reifen bestückt. Die Motorleistung eines Serienkäfers von zunächst 34 PS und später auch bis zu 44 PS genügt den meisten völlig, um sich überall durchzuwühlen, getunte Motoren bleiben im Buggy die Ausnahme. Der weiteren Buggy-Entwicklung liegt allein der Spaßfaktor zugrunde – die „Blumenkinder“ der Flower-Power-Bewegung wollen vor allem Spaß haben und nicht rasen.

Karmann GF Buggy

Schon 1969 springt der Trend auch nach Deutschland über. Inspiriert vom erfolgreichen amerikanischen Dune Buggy, lässt die Redaktion der Zeitschrift „Gute Fahrt“ bei Karmann in Osnabrück den Prototyp eines deutschen Buggy auf einem verkürzten Käfer-Fahrgestell bauen. Von 1971 bis 1974 kann man den Buggy als Karmann GF (für „Gute Fahrt“), je nach handwerklichem Geschick in unterschiedlichen Ausbau- und Preiskategorien, vom reinen Bausatz, der reichlich Eigenleistung erfordert, bis zum „schlüsselfertigen“ Neufahrzeug kaufen.

Etwa zur gleichen Zeit gelingt es dem Göttinger Volkswagen Großhändler Autohaus Südhannover, den aus den USA importierten „Imp Dune Buggy“ zulassungsfähig zu machen. Dazu kamen Buggys anderer Hersteller, wie beispielsweise des belgischen Kunststoff-Spezialisten Apal, auf den deutschen Markt. Ein Massenerfolg werden die spartanischen Offen-Flitzer nicht. Aber es entwickelt sich sofort eine feste Fangemeinde um das erste wirkliche Fun-Auto, das in nennenswerten Stückzahlen entsteht. Viele Besitzer modifizieren ihre Fahrzeuge im Laufe der Jahre zu teils abenteuerlich wirkenden Kreationen mit reichlich Chrom und Effektlack, sodass original erhaltene Buggys heute großen Seltenheitswert haben und überaus gesucht sind.

Zurück in die Zukunft!

Für die Strände dieser Welt: Der buggy up! setzt die Tradition der Buggys aus den 60er Jahren fort und interpretiert sie mit modernster Technologie

Mit dem buggy up! von Volkswagen erlebte die Buggy-Idee eine moderne Interpretation. Auf der diesjährigen IAA war die stets umlagerte buggy up!-Variante des neuen Volkswagen up! einer der heimlichen Stars. Noch eine Studie, aber wer weiß? Sollte Volkswagen den buggy up! tatsächlich zum Kauf anbieten, könnte es auch in Zukunft noch ausgelassenen Fahrspaß geben.

1 Comment

Write A Comment

Mit dem Absenden des Kommentars übermittelten Sie uns Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre IP-Adresse, Ihre URL (sofern angegeben) und Ihren Kommentartext. Gleichzeitig stimmen Sie ausdrücklich der Speicherung und der Veröffentlichung des Kommentars zu. Die Veröffentlichung erfolgt ohne E-Mail- und IP-Adresse. Diese Daten dienen dem Schutz vor Missbrauch der Kommentarfunktion (SPAM) und werden anschließend automatisch gelöscht. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen oder die Links zu entfernen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung des Kommentars besteht nicht.