Die USA sind das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Technik spielt dabei eine wichtige Rolle. Die USA gewannen das Rennen zum Mond. In den USA wurde der Computer zur Marktreife gebracht. Doch mit der Königsklasse des Motorsports will es in den USA nicht so richtig klappen. Jetzt will NASCAR-Teambesitzer Gene Haas zeigen, dass die USA auch Formel 1 kann.

Denn wie wir es schon vor ein paar Wochen vermutet haben, wurde die Bewerbung des Amerikaners Gene Haas für die Formel 1 von der FIA berücksichtigt. Der 61-jährige Besitzer eines Werkzeugmaschinenherstellers darf ab 2015 ein neues Formel-1-Team an den Start bringen. Eine anspruchsvolle Aufgabe, auch wenn Haas über gute Voraussetzungen verfügt. Denn zusammen mit dem mehrfachen NASCAR-Champion Tony Stewart betreibt Haas in seiner Heimat das Erfolgsteam Stewart Haas Racing.

Zusammen mit Tony Stewart betreibt Gene Haas das Nascar-Team Stewart Haas Racing, das auch das Auto für Danica Patrick einsetzt.Zusammen mit Tony Stewart betreibt Gene Haas das Nascar-Team Stewart Haas Racing, das auch das Auto für Danica Patrick einsetzt.
Zusammen mit Tony Stewart betreibt Gene Haas das Nascar-Team Stewart Haas Racing, das auch das Auto für Danica Patrick einsetzt. (Foto: Chevrolet)

Haas betont, sein Formel-1-Team „Haas Formula LLC“ soll unabhängig von den NASCAR-Aktivitäten operieren. Trotzdem steht Haas mit dem NASACR-Team ein gutes Fundament für den Betrieb eines Formel-1-Teams quasi aus dem Stand heraus zur Verfügung. Das erinnert an Colin Kolles. Kolles brachte vor vier Jahren auch dank des Rückgriffs auf seine DTM-Mannschaft das zuvor stockende Formel-1-Projekt von HRT innerhalb weniger Wochen auf die Spur. Auch Kolles kann übrigens noch auf eine Rückkehr in die Formel 1 hoffen. Denn Kolles wird nachgesagt, am ebenfalls akzeptierten Team „Forza Rossa“ mitzuwirken.

Haas Formula mit Ferrari oder Mercedes und einem Dallara?

Mit der Zusage für eine Formel-1-Lizenz hat für Gene Haas ein Wettlauf mit der Zeit begonnen. Bisher wurde überall angenommen, dass der Amerikaner Motoren für sein Formel-1-Projekt bei Ferrari beziehen wird. Inzwischen tauchten Gerüchte auf, Haas würde auch mit Mercedes über die Lieferung von Antriebseinheiten verhandeln. Das zeugt von strategischem Denken. Denn Mercedes hat in der aktuellen Formel 1, die seit Anfang des Jahres mit neuen Motoren-Regeln fährt, bisher mit Abstand den besten Job gemacht. Mercedes-Aggregate wären im Kampf um die Plätze zweifellos ein Vorteil.

Auch beim Chassis wird Haas auf Einkaufstour gehen. Alles andere als ein Chassis von Dallara wäre eine große Überraschung. Seit 1970 hat Dallara immer wieder auch Formel-1-Rennwagen konstruiert. Nach Partnerschaften mit Frank Williams und De Tomaso, der BMS Scuderia Italia, Honda baute Dallara zuletzt 2010 für HRT einen Formel-1-Rennwagen. Der HRT F110 galt als simpel und teilweise veraltet. Ich bin nicht einmal sicher, ob das – wie oft behauptet – nur am schmalen Geldbeutel von HRT Initiator Adrian Campos lag.

Trotzdem wird Haas mit Dallara zusammenarbeiten. Denn es gibt keine echte Alternative, wenn Haas überhaupt 2015 in der Startaufstellung auftauchen will. Lola, Ralt oder March, die früher ebenfalls Formel-1-Chassis lieferten, existieren nicht mehr. Aktive Rennwagenbauer wie Swift Engineering, Riley Technologies, Mygale oder Tatuus sind von der Formel 1 noch weiter entfernt. Nur Dallara kann aus dem Stand ein Formel 1 Auto bauen. Dabei hilft, dass die Italiener zurzeit u.a. Alleinausrüster in der IndyCar Series, der GP2 und der World Series by Renault sind.

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