Das Porsche Museum bietet neben der Dokumentation der Marke Porsche regelmäßig interessante Sonderaustellungen. Von Zeit zu Zeit haben wir hier auf AutoNatives.de bereits auf einige diese Ausstellungen hingewiesen. Und bevor es zu spät ist, wollen wir auch auf die Ausstellung „Kunst, Grafik & Design – Hanns Lohrer & Porsche“ hinweisen, die noch bis zum 4. November im Porsche Museum in Stuttgart gezeigt wird.

Der Grafiker und Maler Hanns Lohrer hat die Gestaltung von Werbung in der jungen Bundesrepublik wesentlich mitbestimmt. Mit seinen humorvollen und oftmals hintersinnigen Plakaten und Zeichnungen wurde der Stuttgarter schnell international bekannt. Der 1912 geborene Künstler illustrierte nach dem Krieg genauso die Märchen der Gebrüder Grimm, wie die Werbeanzeigen großer und kleiner Firmen. Für die Olympia-Werke aus Wilhelmshaven setzte Lohrer beispielsweise Rechenmaschinen ins rechte Licht. Bereits ab 1952 trug Lohrer wesentlich dazu bei, für die junge Firma Porsche ein positives Image aufzubauen.

Um die Motorsporterfolge des 1948 gegründeten Unternehmens in die Welt zu tragen, visualisierte Hanns Lohrer mit den sog. Siegesplakaten die sportlichen Erfolge des Hauses. 1961 produzierte Lohrer eine Plakatreihe, die den Porsche 356 in den Zusammenhang mit Sportarten wie Golf oder dem Jagd- und Reitsport brachte. Diese Plakate gelten heute als der Höhepunkt des Wirkens von Hanns Lohrer für Porsche. In dieser, für die Porsche-Prestigewerbung jener Jahre typischen, Plakatserie dominieren die in kräftigen Farben gezeichneten Sportausrüstungen den klein dargestellten Porsche 356.

Hanns Lohrer, da darf der Pudel nicht fehlen

Wir wissen nicht, ob Hanns Lohrer Goethes Faust mochte. In diesem Drama erscheint Mephisto in der Gestalt eines Pudels. Als Mephisto sei wahres Wesen offenbart, kommentiert Faust: „Das also war des Pudels Kern!“ Unbestritten haben Sportwagen immer auch etwas Teuflisches. Und ist es vielleicht kein Zufall, dass ausgerechnet ein Pudel bei Hanns Lohrer ein wiederkehrendes Element ist. Auch wenn die im Werk des Künstlers zahlreich vorkommenden Pudel offiziell als Hinweis auf Ali, den Pudel des Grafiker-Kollegen Anton Stankowski gelten.

Die bekannte rote Titelseite des Porsche 356 A-Katalogs von 1958 (Foto: Porsche).

Bereits auf dem Titelblatt Katalogs zum Porsche 356 A, den Hanns Lohrer 1958 gestaltete, findet sich ein Pudel. Im Vordergrund bedient eine weibliche Hand im eleganten Handschuh mit spielerischer Leichtigkeit den Schalthebel eines Porsche. Dazu fügte Lohrer in der rechten unteren Ecke eine vornehme junge Dame mit einem Königspudel an der Leine, was die Doppeldeutigkeit der Überschrift „Kraftvolle Eleganz mit leichter Hand geführt“ kreativ visualisiert. Zwei Jahre später wurde der Pudel dann sogar zum Hauptmotiv eines Porsche-Plakats mit dem englischen Titel „I too, prefer Porsche“.

Neben den insgesamt 40 Plakaten sowie zahlreichen Verkaufsprospekten von Hanns Lohrer, zeigt die Ausstellung auch rund 30 Originalskizzen und Bilder. Die Ausstellung, die damit die gesamte Bandbreite des Repertoires von Hanns Lohrer dokumentiert, wurde übrigens mit Unterstützung von Uwe Lohrer zusammengestellt. Der Sohn des Künstlers war ab 1978 Hochschulprofessor für Visuelle Kommunikation an der Hochschule Pforzheim.

Bis zum 4. November besteht im Porsche Museum in Stuttgart noch die Gelegenheit, zum Besuch der Ausstellung „Kunst, Grafik & Design – Hanns Lohrer & Porsche“. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 9.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet für Erwachsene 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Kinder bis zum Alter von 14 Jahren haben in Begleitung eines Erwachsenen freien Eintritt.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Sportplakat von Hanns Lohrer 1960 (Foto: Porsche)

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