Vor einigen Tagen „stolperte“ ich über ein Video zum „Historic Gran Prix Luigi Musso“ im Imola, das mich neugierig machte. Denn die Oldtimer-Veranstaltung, die dem 1958 tödlich verunglückten Ferrari-Piloten Luigi Musso gewürdigt ist, ist – wie die Bilder belegen – offensichtlich ein Schmuckstück in der Welt des historischen Motorsports.

Rund 8.000 Zuschauer nutzten Ende Oktober die Gelegenheit, um sich auf der ehemaligen Grand Prix Rennstrecke ein reiches Programm historischer Rennwagen anzusehen. Mit den Formel-Rennwagen der „Boss GP“, den historischen Formel 1 Fahrzeugen der „GP Masters“ der Baujahre 1966 bis 1985 und den Sportwagen der „Historic Group C / GTP Racing“ traten dabei gleich drei auch in Deutschland gut bekannte historische Rennserien an. Ergänzt wurde das Programm in Imola durch einige italienische Serien der historischen Motorsports.

Lancia Beta Montecarlo beim Historic Gran Prix Luigi Musso in Imola
Dieser Lancia Beta Montecarlo der Gruppe 5 zählte beim „Historic Gran Prix Luigi Musso“ zu den absoluten Highlights (Foto: Gruppo Peroni Race / Foto Forchini)

In der „Challenge Formule Storiche“ traten dabei neben den Fahrzeugen der Formel Junior auch die Formel 3 Rennwagen bis Baujahr 1970 an. Wobei der Übergang dieser Oldtimer fließend ist, denn die Formel 3 löste 1964 nach einer Reduzierung des Hubraums von 1.100 ccm auf 1.000 ccm die Formel Junior ab. Interessant auch die „CAMPIONATO ITALIANO AUTOSTORICHE“, deren Fahrzeuge auch der deutschen FHR oder HTGT gut zu Gesicht stehen würden.

Einen schönen Eindruck vom „Historic Gran Prix Luigi Musso“ vermittelt das folgende Video:

Weitere Infos zum „Historic Gran Prix Luigi Musso“ findet Ihr auch im Internetauftritt des Veranstalters Gruppo Peroni Race. Ich werde mal versuchen, das Meeting im kommenden Jahr zu besuchen, um mir selbst einen Eindruck zu verschaffen. Doch das Meeting machte mich auch neugierig, mehr über den Namensträger Luigi Musso zu erfahren.

Wer war Luigi Musso?

Luigi Musso, Geburtsjahr 1924 war der erste italienische Spitzenrennfahrer, dessen Karriere erst nach dem Zweiten Weltkrieg begann. Schon nach knapp zwei Jahren nach seinem Motorsportdebüt 1950 wurde Musso Werksfahrer bei Maserati und bestritt die italienische Sportwagen-Meisterschaft. Als Belohnung für den Gewinn dieses Titels, durfte der Italiener bereits 1953 am Steuer eines Maserati 250F erste Gehversuche in die Formel 1 unternehmen. Mit einem zweiten Platz beim Großen Preis von Spanien sowie einem Sieg beim nicht zur Weltmeisterschaft zählenden Grand Prix von Pescara machte Musso 1954 auch in der Königsklasse des Motorsports nachhaltig auf sich aufmerksam.

Maserati 250F beim Historic Gran Prix Luigi Musso in Imola
Mit so einem Maserati 250F war auch Namensgeber Luigi Musso in der Formel 1 erfolgreich unterwegs (Foto: Gruppo Peroni Race / Foto Forchini)

Nach einem weiteren Jahr bei Maserati wechselte Musso zur Saison 1956 zu Ferrari. Bereits beim Saisonauftakt fuhr der Italiener für Ferrari gemeinsam mit Juan Manuel Fangio – damals gab es in der Formel 1 Fahrerwechsel – beim Großen Preis von Argentinien zum Sieg. Ein Unfall beim Sportwagenrennen auf den Nürburgring setzte den Italiener dann jedoch für längere Zeit außer Gefecht. Doch 1957 meldete sich Musso erfolgreich zurück, siegte im Sportwagen beim 1000 Kilometer Rennen von Buenos Aires sowie bei der Targa Florio und fuhr auch in der Formel 1 mehrfach auf das Siegerpodest.

1958 galt Luigi Musso als Mitfavorit für den Formel 1 Titel. Zu Saisonbeginn war Musso auch klar der schnellste Ferrari-Pilot, musste sich nur den überlegenen Cooper-Climax geschlagen geben. Doch beim Rennen auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Reims sollte endlich der erste Saisonsieg folgen. Tatsächlich können sich die Ferrari-Teamkollegen Mike Hawthorn und Luigi Musso vom Beginn an deutlich vom restlichen Feld absetzen. Doch der Zweikampf der abseits der Strecke eng befreundeten Piloten geriet zur Tragödie. Musso verlor die Kontrolle über den Ferrari und wurde bei einem Unfall aus dem Ferrari geschleudert  Während Mike Hawthorn auf der Strecke zum Sieg fuhr, verlor Luigi Musso im Krankenhaus seinen letzten Kampf und erlag seinen schweren Verletzungen.

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