Bei schönen Spätsommerwetter fanden am ersten Herbstwochenende 2009 die „Hockenheim Classics“ statt. Gefahren wurde auf der im Vergleich zum Grand Prix Kurs etwas kürzeren MotoGP-Variante des Hockenheimrings. AutoNatives.de beobachtete besonders den „Kampf der Zwerge“. Dabei handelt es sich um den gemeinsam mehr als 50 Fahrzeuge starken Auftritt der drei motorsportlichen Breitensportserien ABARTH-COPPA-MILLE, der BRITISH CAR TROPHY und der NSU TT-Trophy.

Mit den „Hockenheim Classics“ neigt sich die Veranstaltungssaison des historischen Motorsports in Deutschland im Jahr 2009 langsam dem Ende zu. Mehr als 650 historische Rennmotorräder und Seitenwagengespanne sowie Tourenwagen, GT-Fahrzeuge und Formelrennwagen nutzen am 26. und 27. September die Gelegenheit, um vor dem Winter nochmals eine Rennstrecke unter die Räder zu nehmen.

Für den „Kampf der Zwerge“ stand dabei am ersten Tag der Veranstaltung zunächst das Pflichttraining auf dem Programm. Von den 55 gemeldeten Fahrern und Fahrerinnen, die fast vollständig bereits am Freitag am Hockenheimring eingetroffen waren, sehnsüchtig erwartet, wurde am Samstag Mittag das Feld in einer leider nur 15 Minuten langen Trainingssitzung sortiert. Nicht nur den gerade in der BRITISH CAR TROPHY zahlenmäßig inzwischen stark vertretenen Neueinsteigern – in Hockenheim standen schon vier der neuen seriennahen SPI-Rennwagen am Start – hätte sicherlich auch etwas mehr Trainingszeit gut gefallen.

Stephan Kreiselt im Mini Corner Mini
Kommt immer besser in Fahrt: Stephan
Kreiselt im Mini Corner Mini

Unabhängig davon endete das Training ohne große Überraschungen. Die Minis der BRITISH CAR TROPHY drehten die schnellsten Runden des Felds. Mit Hans Müller Deck und Stephan Kreiselt führten gleich zwei Piloten der BRITISH CAR TROPHY die Aufstellung der Zeiten an – beide sind übrigens mit 10“-besohlten Minis unterwegs. Mit Marc Branscheid fand sich der schnellste Pilot der 13“-Fraktion in Hockenheim „erst“ auf Startplatz fünf wieder. Dazwischen schoben sich auf Platz drei Thomas Klingelhöfer mit seinem Abarth A-112 R und auf Platz vier Dino Eitel, der das erfreulich starke Feld der NSU TT Treter in der Spitze vertrat.

„Früher Vogel fängt den Wurm“

Zur Eröffnung des Rennsonntags durfte der „Kampf der Zwerge“ um 9:00 Uhr quasi als „Opener“ auf die Strecke. Wer es zu dieser frühen Zeit bereits in das Motodrom oder an die Strecke geschafft hatte, der wurde mit einem kurzweiligen Auftritt belohnt. Auch wenn insbesondere die schnellen Mini mit ihrem spektakulären Fahrstil meist die Herzen der Zuschauer im Sturm erobern, ist der „Kampf der Zwerge“ offiziell eine Gleichmäßigkeitsprüfung. Dies schmälert weder den Fahrspaß der Piloten noch das Interesse der Zuschauer an der Strecke. Trotzdem geht es in der Wertung einer Gleichmäßigkeitsprüfung nicht nur um Geschwindigkeit. Gefragt ist das möglichst genaue Bestätigen einer selbst gewählten – weil gefahrenen – Runde. Dies ermöglicht auch Piloten mit schwächeren Fahrzeugen den „Sieg“.

Nach 20 kurzweiligen Minuten passierte schließlich Marco Teuscher als Erster die Ziellinie. Der im Mittelfeld gestartete Sauerländer profitierte dabei zwar auch von den Motorproblemen, die den bis dahin an der Spitze des Felds fahrenden Hans Müller Deck nach sechs Runden an der Fortsetzung des Rennens hinderten. Trotzdem verdient die Leistung Teuschers Respekt. Denn Teuscher war bei seiner „Aufholjagt“ auch noch konstant schnell. In der Gleichmäßigkeitswertung des Veranstalters belegte Teuscher im ersten Lauf in der Klasse der BRITISH CAR TROPHY immerhin einen guten fünften Platz.

Roland Müller NSU TT
Mit dem NSU TT auf dem Weg zum
Gesamtsieg der GLP: Roland Müller

Der Sieg der Gleichmäßigkeitsprüfung in der Klasse der BRITISH CAR TROPHY ging im ersten Lauf an Alberto Pinna (Startnummer 216), der bei vier Bestätigungen gerade einmal 2,02 Punkte sammelte. Dabei brachte der Heidelberger das Kunststück fertig, in seiner zweiten Bestätigungsrunde nur 1/100 Sekunde von seiner Sollzeit abzuweichen. Den Klassensieg in der Gleichmäßigkeitsprüfung der ABARTH-COPPA-MILLE sicherte sich mit 1,45 Punkten Klaus Kleber mit seinem Abarth 1000 TC, während im Feld der NSU TT-Trophy Roland Müller mit 2,92 Punkten am Gleichmäßigsten unterwegs war.

Auch im zweiten Lauf gaben die Minis wieder den Ton an

Am Ende des zweiten Laufs war Mini-Pilot Marc Branscheid als Erster im Ziel. Auch Branscheid war dabei extrem konstant unterwegs, denn der Veranstalter schrieb ihm in den vier Bestätigungen gerade mal 1,32 Punkte gut. Dies reichte mit 0,01 Punkten Vorsprung auf Cüneyt Cuhalar, der im ehemaligen 24-Stunden-Mini von Peter Nöker unterwegs war, für den Klassensieg der Gleichmäßigkeitsprüfung im Feld der BRITISH CAR TROPHY. Im Feld der ABARTH-COPPA-MILLE ging der GLP-Klassensieg mit 1,44 Punkten an Klaus Störmer. Bei den NSU siegte auch im zweiten Lauf Roland Müller (1,62 Punkte).

Mathias Krimmel im SPI Mini
Platz 3 in der GLP-Wertung: Mathias Krimmel

Mit diesen beiden GLP-Klassensiegen und den konstant regelmäßigsten Runden im gesamten Feld sicherte sich NSU-TT-Pilot Roland Müller mit am Ende insgesamt 4,54 Punkten den Gesamtsieg der Gleichmäßigkeitsprüfung im „Kampf der Zwerge“. Das Podium der GLP vervollständigten Jürgen Schürgers, der mit seinem Abarth 1000 TC nach zwei Läufen 5,51 Punkte Abweichung auf seinem Konto stehen hatte, und BCT-Pilot Mathias Krimmel. Der Fahrer eines seriennahen SPI kam am Ende mit 6,52 Punkten auf Platz drei der Gleichmäßigkeitsprüfung.

Wer den „Kampf der Zwerge“ einmal live erleben möchte, der hat übrigens im Oktober 2009 noch zwei Chancen. Am 10. Oktober steht in Oschersleben der Bördesprint auf dem Programm. Und Ende geht es nochmal zum Nürburgring, wo der „Kampf der Zwerge“ bei der „ADAC Westfalen Trophy 2009“ des MSC Bork starten wird.

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