Die Hockenheim Historic bot auch 2011 wieder guten historischen Motorsport bei angenehmen Frühlingswetter. Mehr als 20.000 Besucher, von denen viele mit dem eigenen Oldtimer an den Hockenheimring gereist waren, ließen sich von Freitag bis Sonntag bestens unterhalten.

Den sportlichen Höhepunkt der Hockenheim Historic hielt der Rennlauf der FIA Historic Formula 1 bereit. Bobby Verdon-Roe gewann das Rennen ungefährdet. Bereits im Training hatte der Brite mit seinem McLaren MP4/1B-6 eine Rundenzeit von 1:33,815 vorgelegt. Im Rennen fuhr Verdon-Roe dann 1:34,405 (170,23 km/h). Damit bewegte sich der McLaren-Pilot mit seinem 1982 gebauten Formel 1 auf dem Niveau moderner DTM-Fahrzeuge. Zweiter wurde Steve Hartley im Arrows A4. Dritter wurde Peter Wünsch. Der Deutsche bewegte dabei einen Wolf WR1 – 2 aus dem Jahr 1977.

Die „FIA Lurani Trophy“ der Formel Junior

Gute Unterhaltung setzt im historischen Motorsport nicht unbedingt große Motorleistungen voraus. Eine Weisheit, die die Piloten der Formel Junior-Rennwagen um die „FIA Lurani Trophy“ eindrucksvoll bestätigten. Die Fahrer in den kleinen Monoposti mit 1.100 ccm großen Motoren demonstrierten höchstes Fahrkünste. Die Siege in beiden Läufen gingen an Pierre Tonetti, der einen Brabham BT6 fährt. Hinter den Italiener belegte der Schotte John Fyda (Lotus 22) zweimal den zweiten Platz. Am Samstag erkämpfte sich der Schweizer Urs Eberhardt im Lotus 27 den verbleibenden Platz auf dem Podium. Am Sonntag gelang dies dem Deutschen Jens Rauschen, der mit seinem Lotus 22 am Vortag als Vierter ins Ziel gekommen war.

Der „Kampf der Zwerge“

Im Kampf der Zwerge, der Tourenwagenserie für historische Tourenwagen bis 1.300 ccm, feierte im ersten Wertungslauf Hubert Nagl im Fiat Abarth 1000 TC den Gesamtsieg. Zweiter wurde Jürgen Schürgers mit seinem Fiat Abarth 1000 OT. Den dritten Platz sicherte sich Andre van Koeveringe in einem weiteren Fiat Abarth 1000 TC und machte damit den Triumph der Abarth-Piloten komplett.

Bester Teilnehmer der British-Car-Trophy war Jörg Hoffmann, der mit seinem Triumph Spitfire MK III am Samstag Platz fünf erreichte. Zweite der British-Car-Trophy wurde Silke Wernecke, die mit einem von der Firma Minicorner aus Essen eingesetzten serienmäßigen Mini Cooper SPi die Gleichmäßigkeitsprüfung als gute Siebte der Gesamtwertung absolvierte.

Die Sieger bewiesen dabei, dass in einer Gleichmäßigkeitsprüfung nicht unbedingt die Schnellsten gewinnen. Denn die Referenzzeit des Siegers Hubert Nagl lag bei 2:23,504. Die schnellsten Runden drehte Ken Welch, der mit seinem Mini nur 2:08,768 Minuten für eine Runde auf der 4,574 Kilometer langen Strecke benötigte.

Mit dieser Zeit hätte der Brite Welch in Traing der ebenfalls am Hockenheimring gestarteten niederländischen „Youngtimer Touring Car Challenge“ einen guten Mittelfeldplatz belegt. Welch war mit dem Mini dabei auf dem Niveau einer deutlich stärkerer Ford Escort RS 2000 MKI unterwegs.

Im zweiten Lauf der Zwerge siegte am Sonntag-Abend mit Wolfgang Drixelius ein Mini-Pilot. Drixelius schloss damit ein Wochenende erfolgreich ab, das nach Problemen mit dem Vergaser im Training noch ohne einzige Runde begonnen hatte. Auch ohne Trainingszeit verwies Drixelius mit Rainer Oesterbeck und Lutz Gersdorf übrigens gleich zwei NSU-Treter auf die Plätze.

Auch am Sonntag kam, anders als bei vielen anderen Läufen zum Kampf der Zwerge, keiner der schnellsten Piloten unter die Top 10. Die schnellsten Runden drehte auch am Sonntag wieder der Brite Ken Welch, für den diesmal eine Bestzeit von 2:09,821 notiert wurde. In der Gleichmäßigkeitsprüfung belegte Welch immerhin einen respektablen 13. Platz unter 51 Startern.

Abseits der Strecke

Rund um die Strecke wurde ebenfalls eine Menge geboten. Insbesondere die Idee, ein Treffen historischer Renntransporter direkt in das Fahrerlager zu integrieren, wußte zu gefallen. Die ausgestellten Oldtimer veranschaulichten sehr schön, wie bodenständig einst die Renndienste großer Firmen unterwegs waren. Wer heute die Wagenburgen der Formel 1 oder DTM Teams sieht, der mag kaum glauben, dass ein so einfacher Lastwagen früher zum Transport eines Le Mans Siegers reichte.

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