Mit dem ersten Fachbesuchertag begann heute die IAA endlich offiziell. Zuvor hatten Pressevertreter bereits zwei Tage Zeit, sich auf dem Messegelände in Frankfurt umzusehen. Zusammen mit neun anderen Bloggern habe ich das genutzt, um mein persönliches Messehighlight zu bestimmen.

Am Ende gar keine einfache Geschichte. Denn die mehr als 1.000 Aussteller feiern auch 2015 wieder ein echtes Messefeuerwerk. Schließlich übertrumpfen sie sich auch diesmal wieder mit zahlreichen Ankündigungen, Visionen, Studien und natürlich Neuvorstellungen. Alle kämpfen um die Aufmerksamkeit der Besucher. Aus diesem großen Angebot nur ein Highlight herauszugreifen ist eine schwere Aufgabe.

Sie wird nicht einfacher, wenn beim Schreiben des Blogbeitrags die Überlegung mitspielt, was neun andere Blogger ausgesucht haben könnten. Denn dieser Artikel soll ein Spiegelbild dessen sein, was einige deutsche Auto-Blogger als ihr persönliches Highlight der Messe ansehen.

Ein paar Entscheidungen waren offensichtlich!

Natürlich hat Benny mit dem neuen 7er einen BMW gewählt. Als Betreiber eines BMW-Blogs eine nachvollziehbare Entscheidung. Genauso wie die Wahl von Daniel und Kai. Als Experten für Elektromobilität entschieden sie sich für zwei Fahrzeugstudien mit Elektroantrieb. Daniel für das Elektro-Coupé Peugeot Fractal Concpet und Kai für den Audi e-tron quattro concept.

Zumindest nachvollziehbar ist die Auswahl von Thomas, der sich für den neuen Opel Astra Kombi entscheidet. Schließlich ist Thomas Familienvater und gehört damit zur Zielgruppe des neuen Kompaktklasse-Kombis. Obwohl der Astra Kombi auch typische Sportkombi-Fahrer anspricht. Denn wie schon seit mehr als 20 Jahren habe ich die IAA auch 2015 zusammen mit Christian besucht. Auch für meinen Co-Blogger gehört der neue Opel Astra Kombi zu den Highlights des Messebesuchs.

Nicole begeistert sich für das CITROËN Cactus M. Mit ihm haben sich die Franzosen an das Thema Surfmobil getraut. Total offen und damit fast schon ein Auto wie der legendäre Mini Moke. Besonders interessant ist beim Artikel der Exil-Schwäbin, dass sie sich in Frankfurt ausführlich mit dem Designer des Fahrzeugs unterhalten hat.

Lisa entscheidet sich bei der Auswahl ihres Highlights mit „New Mobility World“ für einen Ausstellungsbereich. Denn auch den Verantwortlichen der Messe ist bewusst, dass die weltweite Bevölkerungszunahme, der Trend zur Konzentration in Mega-Städten und das absehbare Ende der Ölförderung auch zu einer Veränderung der Mobilität führt. Im Bereich „New Mobility World“ liefern rund 150 Aussteller ihre Antworten und Lösungen auf diese Herausforderungen.

Jens wählt stattdessen den Luxus der Gegenwart. In Stuttgart haben sich die Verantwortlichen entschlossen, auch in der S-Klasse ein Cabrio anzubieten. Mich – als alten Sternenjünger – hat auch dieser aktuelle Mercedes wieder enttäuscht. Denn eine Sitzprobe fiel – auch zur Verwunderung eines zufällig anwesenden ehemaligen Automobil-Vorstands – bescheiden aus. Der Verstellbereich des Fahrersitzes reichte in diesem großen Auto nicht aus, um eine meiner Körperlänge angemessene Sitzposition zu finden. Wenn schon Luxus-Cabrio, dann also bitte Rolls-Royce Dawn. Denn dort ist das Sitzen mit mehr als zwei Metern Fahrerlänge kein Problem.

Auch zur Wahl von Matthias kann ich mit einer Anekdote aufwarten. Denn Matthias Highlight ist die neue Alfa Romeo Giulia. Mit dieser Sportlimousine knüpft die ehemalige Fiat-Tochter an die Tradition der Giulia von 1962 an. Zu seiner Spitzenversion Ti Super schrieb die Zeitschrift auto motor und sport einst: „Überlegenheit, die man nur mit Maßen ausnutzen darf, wenn man nicht die übrigen Verkehrsteilnehmer ängstigen will.“.

Damals reichten dafür 112 PS. Heute trumpft Alfa Romeo mit einen Sechszylinder-Bi-Turbo-Ottomotor mit 510 PS auf – und mit Heckantrieb. Das gab es bei Alfa Romeo in der Mittelklasse zuletzt im Alfa 75, der bis 1992 im Programm war. Bei den Modellen 155, 156 und 159 diktierte die Alfa-Mutter Fiat ihrer Sportmarke den Frontantrieb.

Insofern orientiert sich die neue Giulia in jeder Hinsicht an der Tradition der Marke. Vielleicht sogar mehr, als den Verantwortlichen lieb sein wird. Denn bei unserem Besuch am Alfa-Stand erbrach eines der Ausstellungsstücke gerade seine Bremsflüssigkeit. Auch das klingt typisch nach Alfa Romeo. Schließlich galten die Produkte des Hauses in den 1970er und 1980er Jahren als chronisch unzuverlässig.

Und ich? Mein Highlight ist eine Mischung aus Auto und Motorrad

Ich bin auch im fünften Lebensjahrzehnt ein automobiler Träumer. So mag ich die verrückten und schrägen Konzepte. Wenn dann noch etwas der Geist des Motorsports mitspielt, dann ist meine Wahl schnell und einfach getroffen. Wie Max und einige Freunde von mir verfolge ich seit ein paar Jahren mit großer Begeisterung, wie die Jungs in der MotorGP ihren Sport zelebrieren.

Auf zwei Rädern gibt es noch packende Zweikämpfe, lässt sich die Leidenschaft für Motorsport von außen deutlich spüren. Also alles das, was in der Formel 1 und noch mehr der DTM verloren ging. Honda gehört auf zwei Rädern zur Spitze des Feldes. Mit dem Rennmotorrad RC213V fuhr MM im vergangenen Jahr zum WM-Titel. Für die IAA verpflanzte Honda den ein Liter großen und 215 PS starken Weltmeister-Motor in eine aufregende Studie.

Beim Design des Fahrzeugs lies sich Honda vom legendären Honda RA272 inspirieren. Mit diesem Formel-1-Boliden gewann der Amerikaner Richie Ginther 1965 den Großen Preis von Mexiko. Witzig, dass es zwischen der RC213V und dem RA272 eine Gemeinsamkeit gibt. Denn beide erreichen ihre Spitzenleistung bei 13.000 Umdrehungen pro Minute. Bei beiden beginnt der rote Bereich des Drehzahlmessers bei 14.000 Umdrehungen.

Entstanden ist Fahrzeug mit Abmessungen, die dem Original-Mini ähneln. 3,04 Meter ist des „Honda Project 2&4 powered by RC213V“ lang. Der echte Mini, wie er in meiner Garage steht, ist einen Zentimeter länger. Mit 1,82 Metern überragt der Honda den Klassiker in der Breite um mehr als 40 Zentimeter. Und als Reinkarnation eines Rennwagens ist der Honda nur einen Meter hoch. Daneben würde der Mini fast wie eine Kathedrale wirken.

Dafür sitzt der Fahrer im nur 405 Kilogramm schweren „Honda Project 2&4 powered by RC213V“ im Freien. Ein „schwebender Sitz“ erinnert wieder an ein Motorrad. Immerhin sorgt eine verstellbare Pedaleinheit, dass vielleicht auch größere Fahrer im „Honda Project 2&4 powered by RC213V“ Platz finden. An der letzten Honda-Studie bin ich gnadenlos gescheitert. Im „Honda Project 2&4 powered by RC213V“ könnte es passen.

Also Honda, ich bin bereit! Denn nach der Geschichte mit dem schnellsten Rasenmäher der Welt haben wir noch eine Rechnung offen.

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