Die Geschichte des Autobaus im Namen von Frederick Henry Royce und Charles Rolls geht zurück bis ins Jahr 1904. Damals war der Ingenieur Royce unzufrieden mit der Qualität seines ersten gekauften Autos. Royce löste das Problem pragmatisch, baute sein eigenes Auto und gewann den Autohändler Rolls als Vertriebspartner. Zwei Jahre später führten die beiden Unternehmer ihre Unternehmen zur Rolls-Royce Ltd. zusammen.

Damit nahm die Geschichte ihren Lauf. Auch wenn Charles Rolls schon 1910 bei einem Flugunfall ums Leben kam. Sein Partner Henry Royce führte die Geschäfte des Unternehmens erfolgreich weiter. Seit 1911 ziert mit der legendären „Spirit of Ecstasy“ eine geflügelte Frauengestalt die Kühler der Fahrzeuge. Und der Name Rolls-Royce wurde zum Synonym für Luxus-Autos.

Das gilt bis zum heutigen Tage!

Auch wenn das heutige Unternehmen außer dem Namen nichts mit der ursprünglichen Firma teilt. Bereits Henry Royce und Charles Rolls begannen – zusätzlich zum Autobau – mit der Produktion von Flugmotoren. Bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg funktionierte das Geschäftsmodell der Gründerväter. Doch das Unternehmen übernahm sich bei der Konstruktion eines Düsentriebwerks für die – ebenso legendäre – Lockheed L-1011 TriStar finanziell.

1971 meldete der Autohersteller und Triebwerksbauer Rolls-Royce Konkurs an. Die britische Regierung verhinderte mit Steuergeldern die vollständige Zerschlagung des Unternehmens. Lies aber zu, dass der Triebwerks- und Autobau getrennte Wege gingen. Vickers übernahm 1973 die Produktion der Autos. Der Staat führte den Triebwerksbereich, der Inhaber der Namensrechte blieb.

1998 verkaufte Vickers die Autoproduktion an Volkswagen. Doch die Wolfsburger sicherten sich keinen Zugriff auf die Namensrechte. Den sicherte sich BMW, der ab 2003 für den totalen Neustart des Unternehmens sorgte. Inzwischen steht der Name Rolls-Royce für eine breite Palette von Luxusfahrzeugen. Das in Frankfurt vorgestellte Cabrio Rolls-Royce Dawn ist die siebte Baureihe des Unternehmens.

Rolls-Royce Dawn – das „kleine“ Cabrio:

Das „kleine“ Cabrio bietet vier Personen Platz. Und anders als in dem ebenfalls in Frankfurt vorgestellten Cabrio der Mercedes-Benz S-Klasse, kann sogar ich im Dawn angemessen sitzen. Der Name der Morgendämmerung geht zurück auf den von 1950 bis 1954 angebotenen Rolls-Royce Silver Dawn. Und für Rolls-Royce Chef Thorsten Müller-Ötvös ist der neue Dawn der sexieste Rolls-Royce, der je das Werk verlassen hat.

Wie das vor zwei Jahren eingeführte Luxus-Coupé Wraith verfügt auch der Dawn über hinten angeschlagene Türen. Dazu „erbt“ der Dawn vom Wraith auch den V12-Motor mit 6.592 ccm Hubraum. Und da bei Rolls-Royce seit jeher der Grundsatz gilt, dass ein Auto nie genug Leistung haben kann, helfen zwei Turbolader dem Motor beim Atmen. Die Kraft des Motors fließt über eine Acht-Stufen-Automatik von ZF an die Hinterräder. Wobei die Automatik auf GPS-Daten zurückgreift, um den optimalen Gang für den vorausliegenden Straßenabschnitt zu wählen.

Wer will, der kann mit dem Dawn den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 in weniger als fünf Sekunden bewältigen. Doch die eigentliche Domaine des Autos liegt sicherlich im gemütlichen Cruisen – am Mittelmeer, am Golf von Bahrain oder in China. Denn auf diese Verkaufsregionen deutet auch das Touchpad hin. Denn es versteht neben lateinischen Buchstaben auch arabische Schriftzeichen und Mandarin.

Der erste Eindruck des Rolls-Royce Dawn ist überwältigend. Die hinten angeschlagene Tür ist ungewöhnlich. Aber sie erleichtert das Einsteigen. Der Sitz erinnert an die First-Class im Flugzeug. Das orange Leder zweifelsfrei gewöhnungsbedürftig. Doch die Tastprobe bestätigt den guten Eindruck. Die verbauten Hölzer sind großartig. Ich muss lange suchen, bis ich am Sitz ein Stück „gewöhnliches“ Plastik finde. Mit dem Rolls-Royce Dawn beweist Rolls-Royce eindrucksvoll, wie automobiler Luxus aussehen muss.

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