Meine Meinung zu Rekorden in der Eifel kennen treue Leser unseres Blogs sicherlich. Trotzdem gibt es Rundenzeiten, die mich beeindrucken. Auch wenn ich diese nie als Rekord bezeichne. Vincent Radermecker bewältigte die 20,832 Kilometer lange Nordschleife jetzt mit dem Jaguar XE SV Project 8 in 7:23,164 Minuten.

Jaguar nennt für die Runde sogar eine Zeit von 7:18,361 Minuten. Das liegt daran, dass die Industrie bei ihren Testfahrten in der Eifel eine andere Ziellinie nutzt. Damit ist die Runde, die die Autobauer in der Werbung nutzen, nicht ganz geschlossen. Ihr Nürburgring misst nur 20,6 Kilometer und nicht 20,832 Kilometer. Ein Detail, das vielen Fans und Medien, die diese Zeiten blind aus Pressemeldungen übernehmen, gar nicht wissen.

Losgelöst davon beeindruckt die Zeit, die Vincent Radermecker da in den Asphalt der Nordschleife kloppte. Denn schneller war bisher kein viertüriges „Serienmodell“ auf der Nordschleife unterwegs. Wobei der Belgier bereits im vergangenen Jahr das erste Mal mit dem Jaguar auf der Nordschleife antrat. Jetzt kehrten Jaguar und Radermecker zurück, um ihre damaligen Zeiten nochmals zu verbessern.

Das gelang eindrucksvoll!

Der Belgier bewegte auf seiner Runde den XE SV Project 8 in der zweisitzigen „Track Pack“-Version. Dieses Modell verfügt über ein höhenverstellbares Gewindefahrwerk mit doppelten Schraubenfedern. Bei der Zeitenjagd nutzte die Techniker das, um den Jaguar XE möglichst weit abzusenken. Zudem tüftelten sie auch die Position des verstellbaren Frontsplitters und des großen Kohlefaser-Heckflügels genau aus.

Gesucht war die beste Kombination aus Abtrieb und Stabilität. Auf seiner Fahrt war der Belgier übrigens mit straßenzugelassenen Sportreifen von Michelin unterwegs. Offenbar profitiert Michelin von den umfangreichen Erfahrungen, die die Techniker des Reifenherstellers im Motorsport sammeln. Denn Jaguar entschied sich bei dem aktuellen Ausflug in die Eifel bewusst für den Michelin Pilot Sport Cup 2 R.

Die erste Rundenrekordzeit auf der Nordschleife des Nürburgrings 2017 bewies das ungeheure Leistungspotenzial, das im Jaguar XE SV Project 8 als schnellster viertüriger Serienlimousine steckt. Aber das SV-Team hat das Motorsport-Gen und Rennleidenschaft – wir waren uns sicher, dass Project 8 noch schneller sein könnte. Der neue, offiziell bestätigte Rundenrekord ist ein schöner Lohn für alle, die daran beteiligt waren, mit dem Project 8 für unsere Kunden die Grenzen zu überwinden.

Jamal Hameedi, Engineering Director bei Jaguar Special Vehicle Operations

Unter der Motorhaube des XE SV Project 8 sorgt der bekannte V8 von Jaguar für Vortrieb. Den 5.0 Liter großen Motor erlebte ich kürzlich im Jaguar F-Pace SVR. Im XE SV Project 8 leistet der V8, dem ein Kompressor beim Atmen hilft, freundliche 600 PS. Sie fließen über alle vier Räder auf die Straße. Damit beschleunigt dieser Jaguar in 3,7 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde.

Bei Bedarf setzt der Project 8 die Beschleunigung bis zu einem Tempo von 322 Kilometern pro Stunde fort. Wobei Vincent Radermecker das in der Eifel gar nicht nutzte. Das Video, das Jaguar jetzt von der Fahrt in der Eifel veröffentlichte, zeigt das sehr schön. Auf der Döttinger Höhe kommt der Belgier „nur“ auf ein Tempo von 285 Kilometern pro Stunde. Im Klostertal ist Radermecker „nur“ mit bis zu 250 Kilometern pro Stunde unterwegs.

Der Jaguar XE SV Project 8 kann definitiv mehr!

Doch die Nordschleife verfügt über viele mittelschnelle Kurven, wo Abtrieb Vorteile bringt. Deshalb verzichten die Techniker auf etwas Top-Speed, um in diesen Kurven Zeit zu holen. Bei der Fahrt war übrigens eine 360-Grad-Kamera an Bord. Ihr könnt Euch bei dieser Runde also ruhig einmal im Auto oder am Streckenrand umschauen. Falls Ihr danach Lust auf die sportlichste Limousine von Jaguar habt, dann solltet Ihr Euch beeilen.

Denn die Produktion des Jaguar XE SV Project 8 in der Abteilung Special Vehicle Operations läuft in diesem Jahr aus. Der Einstieg in die Sportversion des Jaguar XE erfordert in Deutschland mindestens 182.000 Euro. Im Angebot sind aktuell drei Varianten:

  • Die besonders leichte „Track Pack“-Version mit zwei Sitzen, wie sie jetzt Vincent Radermecker auf der Nordschleife fuhr.
  • Ein „Track Pack“-Viersitzer mit gleichem Aeropaket und Leistungsvermögen wie der Zweisitzer.
  • Sowie eine viersitzige Touring-Ausführung mit fest fixiertem und dezentem Heckspoiler. Diese ultimative XE Limousine besitzt eine Höchstgeschwindigkeit von 300 Kilometern pro Stunde. Von dieser Version entstehen nur 15 Exemplare.

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