Schon als Kind packten mich Geschichten vom Reisen. Mit Begeisterung las ich Reiseberichte von Thor Heyerdahl oder Wilfried Erdmann. Aber ich mochte auch die Reisen, die „nur“ der Vorstellungskraft ihres Autors entsprungen sind. Daher verschlang ich fasziniert den Orientzyklus von Karl May und versank in die „Reise um die Erde in 80 Tagen“ von Jules Verne.

Vermutlich fiel mir deshalb beim Blick ins Postfach, in dem wir bei 1300ccm.de die Pressemitteilungen sammeln, eine Nachricht von Land Rover sofort auf. Denn der britische Autobauer berichtet vom russischen Abenteurer und Reiseblogger Sergey Dolya, der zurzeit mit einem Land Rover Discovery die Welt umrundet. In exakt 70 Tagen legt der 44-Jährige dabei circa 70.000 Kilometer in 21 Ländern auf sechs Kontinenten zurück.

Dagegen wirken unsere Roadtrips wie ein Zuckerschlecken. Einen Großteil seiner Reise hat Sergey Dolya inzwischen zurückgelegt. Denn nach Fahrten in Asien, Australien und den USA und Afrika ist der Russe jetzt in Europa unterwegs. Vor zwei Tagen kam Dolya in Deutschland an. In München legte der Reiseblogger einen Zwischenstopp ein. Dabei entstanden ziemlich kitschige Fotos. Aber darüber will ich an dieser Stelle mal großzügig hinwegblicken.

Der Weg ist das Ziel!

Mit seiner Tour feiert Dolya auch den 70. Geburtstag der Marke Land Rover. Denn am 30. April 1948 präsentierte der britische Autobauer Rover auf der Amsterdam Motor Show seinen geländegängigen „Land Rover“ (= ein Rover für die Landwirtschaft). Es war das richtige Auto zur richtigen Zeit. Wobei sich die damaligen Verantwortlichen beim Debüt gar nicht sicher waren, ob der Geländewagen tatsächlich Kunden findet. 

Der 50.000 Land Rover
Wie alles begann – der 50.000 Land Rover im Werk in Solihull – Foto: Jaguar Land Rover

Doch schon auf der Amsterdam Motor Show gingen mehr Bestellungen als erwartet ein. Und die Begeisterung für die Geländegänger aus Solihull ist bis heute ungebrochen, wie die große Geburtstagsparade in Bad Kissingen kürzlich zeigte. Denn dort feierten im Mai exakt 632 Fahrzeuge mit Land Rover- oder Range Rover-Logo den runden Geburtstag der Marke. Über rund sieben Kilometer erstreckte sich der Weltrekord-Tross!

Auch die Reise von Sergey Dolya ist ein Rekordversuch!

Damit die Fahrt als Rekord anerkannt wird, müssen Start- und Zielpunkt identisch sein. Darüber hinaus sind zwei auf der Erdoberfläche genau gegenüberliegende Punkte als Antipoden Teil der Reise sein. Zudem muss die Tour die Länge des Äquators übertreffen, also mehr als 40.000 Kilometer betragen. Selbstredend sind auch alle sechs Erdteile zu befahren, wobei auf jedem Kontinent mindestens 1.000 Kilometer zurückzulegen sind.

Sergey Dolya startete am 7. Juni 2018 in Moskau. Über Ufa, Omsk, Nowosibirsk, Krasnojarsk und Irkutsk ging es zunächst bis nach Ulan-Ude. Anschließend durchquerte Dolya die Mongolei, um dann in China die Millionenstädte Jining, Taiyuan, Xi’an, Dazhou, Huaihua, Guiyang und Kunming sowie die Hauptstadt Peking zu besuchen. Von China ging es weiter nach Laos. Anschließend durchquerte Dolya Thailand, Malaysia und Singapur. Von Singapur ging es per Flugzeug nach „Down Under“.

Sergey Dolya in München – Trachtenkleid und Lederhose finde ich ja eher etwas kitschig
Sergey Dolya in München – Trachtenkleid, Lederhosen und Blasmusik finde ich ja eher etwas kitschig. Foto Jaguar Land Rover

In Australien fuhr der Reiseblogger von Brisbane an der australischen Ostküste nach Melbourne. Von Australien ging es – wieder per Flugzeug – nach Chile. Startort in Südamerika war die chilenische Hauptstadt Santiago. Von Santiago fuhr Dolya nach La Serena. Damit war die Aufgabe der Antipoden abgehackt. Denn La Serena liegt auf der Erde genau der chinesischen Stadt Enshi gegenüber, die Sergey Dolya zuvor passiert hatte.

Fast geschafft!

Nach einen Transfer nach Nordamerika bereiste Dolya die USA. Auf dem Weg von der West- zur Ostküste startete die Reise in Los Angeles. Sergey Dolya passierte auf dem Weg zum Ziel in New York den Grand Canyon, Albuquerque, Oklahoma, Memphis, Atlanta und die Bundeshauptstadt Washington. Von den USA ging es weiter nach Afrika. In Nordafrika fuhr Dolya auf eigener Achse von Casablanca über Essaouira und Rabat bis zur Straße von Gibraltar.

Zurück in Europa führte der Roadtrip über Valencia in Spanien und Montpellier in Frankreich nach München. Damit ist die Reise fast geschafft. Denn von der bayrischen Landeshauptstadt geht es wieder zurück nach Moskau. Die letzten Zwischenstationen der Reise sind die polnischen Städte Breslau und Warschau sowie die lettische Stadt Daugavpils. Am 15. August will Sergey Dolya dann zurück in Moskau sein.

2 Kommentare

  1. Geile Tour! Dagegen kommen mir die Urlaubsfahrten mit meinen Eltern von Bochum nach Italien in den 70ern plötzlich wie eine Spritztour am Sonntag Nachmittag vor

  2. Naja, die ganzen Flugzeugtransporte nehmen der Umrundung der Welt mit dem Auto irgendwie den Charme. Cool wäre mal ne‘ Tour, die den Landweg maximiert. Also von Lands End über London und den Eurotunnel nach „Europa“ von dort nach Asien und dann über Alaska und Nordamerika nach Feuerland. Dann nach Südafrika und von Dort einmal quer durch Afrika zurück nach Europa … meinet weg auch auf dem Landweg über Ägypten und östlich rund ums Mittelmeer … das wäre meine Traumroute … bekomme ich von Land Rover dafür auch ein Auto? Vielleicht zum 80. Geburtstag, denn dann bin ich Rentner und habe Zeit …

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