Auch wenn in meinen Augen ausschließlich Leidenschaft Voraussetzung für den Erwerb eines Oldtimers sein sollte, sind zurzeit viele Spekulanten Oldtimer-Besitzer. Ein anhaltend schwaches Zinsniveau auf den Kapitalmärkten führt zu einer Flucht in Sachwerte. Das merkt, wer sich für eine Immobilie interessiert. Und es ist auch am Oldtimer-Markt sichtbar, weil das Garagengold satte Gewinne verspricht.

Das führt für viele echte Oldtimer-Freunde oft zu einem Versicherungsproblem. Anders als bei einer „normalen“ Kasko-Versicherung für Neuwagen gibt es bei Oldtimer-Versicherungen auch in den ersten zwei Jahren keine Wiederbeschaffung zum Neuwert oder Anschaffungspreis. Bei Oldtimer-Versicherungen wird der vereinbarte Fahrzeugwert versichert. Grundlage ist oft ein Wertgutachten, dass zum Beginn der Versicherung erstellt wird.

Reicht die Versicherungssumme Ihrer Oldtimer-Versicherung aus, um Ihr Fahrzeug noch mal zu kaufen?

Meistens ist das nicht der Fall. Denn in den vergangenen Jahren haben viele Oldtimer deutlich an „Wert“ gewonnen. Das macht auch der vom Verband der Deutschen Automobilindustrie VDA herausgegebene „Deutsche Oldtimer Index“ deutlich. Der Index hat sich innerhalb von zehn Jahren fast verdoppelt. Spitzenexemplare wie ein 300 SL Flügeltürer von Mercedes-Benz haben in den letzten Jahren regelmäßig jährliche Wertsteigerungen von mehr als 15 Prozent erreicht.

Ähnlich ist es bei guten Exemplaren des Porsche-Klassikers 911. Doch selbst gut erhaltene Modelle ehemaliger Massenware werden inzwischen oft zu Preisen von mehr als 20.000 Euro gehandelt. Vor zehn Jahren kosteten die FIAT 500, VW Käfer, BMC Mini oder Citroën 2CV in der Regel keine 10.000 Euro. Obwohl ich persönlich viele Oldtimer-Preise inzwischen für völlig überzogen halte, ist die Deckungslücke nicht von der Hand zu weisen.

Deshalb ist eine regelmäßige Anpassung des Versicherungsschutzes Ihrer Oldtimer-Versicherung notwendig!

Denn wer „nur“ einen Wiederbeschaffungswert von 10.000 Euro versichert hat, bekommt im Fall der Fälle auch nur diese Entschädigung. Wird der bevorzugte Klassiker inzwischen mit 15.000 oder gar 20.000 Euro gehandelt, ist eine Wiederbeschaffung unter Umständen schwierig. Alle großen Oldtimer-Versicherer empfehlen daher, die Wertentwicklung mindestens alle zwei Jahre zu überprüfen, um mit der Versicherung eine Anpassung der Versicherungssumme zu vereinbaren.

2 Kommentare

  1. Danke für die Tipps! Bei uns im Büro gibt es einen Kollegen mit einem Strich-Acht. Sein Klassiker wartet nun sehnsüchtig auf die ersten Sonnenstrahlen der neuen Saison. Die Versicherung und alles dazugehörige zu prüfen und anzupassen gehört auf jeden Fall dazu.

    Hat sich mittlerweile was in dem Bereich geändert?
    Gibt es eine Art Checkliste mit Dingen die in Sachen Oldtimer-Versicherung wichtig sind: Beispielsweise wie regelmäßig man das Wertgutachten aktualisieren soll?

    • Das mit der Checkliste ist eine gute Idee … das nehme ich noch auf … Das Gutachten dient ja dazu zu dokumentieren, wie der Fahrzeugzustand ist. Wenn es zum Schadenfall kommt, dann wird die Versicherung natürlich auch den Wiederbeschaffungswert ermitteln.

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