Anfang Juni 1943 baute Willys-Overland in Toledo/Ohio einen Jeep zusammen, der nach genau 70 Jahren jetzt ins Werk zurückkehrte. Dahinter verbirgt sich eine interessante Geschichte.

Die hohe Mobilität der Wehrmacht veranlasste das US-Verteidigungsministerium, in Juni 1940 den Bau eines geländefähigen „1/4 ton 4×4″ Fahrzeugs auszuschreiben. Die großen amerikanischen Autohersteller sahen sich nicht in der Lage, innerhalb von 50 Tagen einen Prototypen zu präsentieren. Mit American Bantam und Willys-Overland nahmen nur zwei kleinere Unternehmen die Herausforderung an.

Nach einer umfangreichen Testreihe entschied sich die Verantwortlichen für den Entwurf von Willys-Overland. Im Februar 1941 präsentierte das Verteidigungsministerium den Willys MB auf den Stufen des Capitols in Washington der Öffentlichkeit. Zu diesem Zeitpunkt hatten am Test beteiligte Soldaten dem Fahrzeug bereits den Spitznamen „Jeep” verpasst, in Anlehnung an „Eugene the Jeep” aus dem Comicstrip Popeye.

Das hundeähnliche Fabelwesen kann durch Wände und Decken gehen, Bäume besteigen und fliegen. Mit diesen Eigenschaften hilft „Eugene the Jeep” der Hauptfigur Popeye regelmäßig aus misslichen Situationen heraus. Wahrscheinlich schrieben die Soldaten ihrem neuen Geländefahrzeug ähnliche Eigenschaften zu.

Noch im gleichen Jahr, 1941 nahn Willys-Overland in Toledo/Ohio die Produktion des Willys MB auf. Mit dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 wurde der Auftrag zu einem lukrativen Geschäft. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs fertigte Willys-Overland rund 370.000 Exemplare des Geländewagens.

Die Rückkehr des Willys MB  238.746

Anfang Juni 1943 schraubten die Mechaniker in Toledo bereits Seriennummer 238.746 zusammen. Wie die meisten seiner „Brüder” wurde auch dieser Jeep sofort nach Europa verschifft. Rund einen Monat nach seiner „Geburt“ erreichte der Willys MB mit der Nummer 238.746 Sizilien. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs übernahm die italienische Armee das Fahrzeug. Nach seiner Ausmusterung kaufte ein privater Sammler den Jeep.

1984 kaufte der Journalist Vittorio Argento den Geländewagen. Zum 70. Geburtstag kehrte Nummer 238.746 – auf den Tag genau 70 Jahre, nachdem er das Jeep-Stammwerk verlassen hatte – in diesen Tagen nach Toledo zurück. Nach einer Atlantiküberquerung per Schiff legte der Senior über 1.000 Meilen auf eigener Achse quer durch die drei US-Bundesstaaten New Jersey, Pennsylvania und Ohio zurück.

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