Historischer Motorsport

Kampf der Zwerge beim ADAC Eifelrennen um den Jan-Wellem-Pokal 2012

Beim ADAC Eifelrennen um den Jan-Wellem-Pokal bestritt der Kampf der Zwerge am vergangenen Wochenende seine Saisonläufe drei und vier. Mit Roland Müller im NSU TT und Thorsten Babon im FIAT 127 Super feierten diesmal zwei unterschiedliche Piloten Erfolge in den beiden ausgetragenen Gleichmäßigkeitsprüfungen. Der Solinger Thorsten Babon konnte sich zudem in der Addition beider Laufe den Gesamtsieg an diesem Wochenende in der wahrscheinlich beliebtesten Serie des historischen Motorsports sichern.

Nach zwei umfangreichen Test- und Einstellfahrten am Freitag nahm der Kampf der Zwerge den offiziellen Rennbetrieb beim ADAC Eifelrennen um den Jan-Wellem-Pokal erst am Samstag um 19:15 auf. Direkt in Anschluss an das Hauptrennen des Wochenendes, das über eine Distanz von drei Stunden ausgetragene Eifelrennen, durften die historischen Tourenwagen bis 1.300 ccm das Abendprogramm eines langen Renntags einleiten. Die lange Pause zwischen dem Ende des zweiten Trainings am frühen Freitag Nachmittag bis zum Rennen am Samstagabend nutzte jeder Teilnehmer auf seine Art und Weise.

Zwerge-Serienkoordinator Klaus Kleber vertrieb sich mit einem Start beim Eifelrennen die Zeit. Gemeinsam mit dem langjährigen Zwergenkämpfer Jürgen Schürgers nahm Kleber das Rennen in einem Abarth OTS 1000 Coupé (GT-Fahrzeuge bis 1.300 ccm der Periode G 1966 bis 1971) in Angriff. Mini-Pilotin Katja Schygulla legte einen Stopp beim Mini-Treffen in Gladbach ein. Und der spätere Gesamtsieger Thorsten Babon brachte das Fahrwerk seines FIAT mit seinem Satz neuer Federn auf Vordermann. Als am Samstag dann endlich der Startschuss zum ersten Lauf erfolgte, waren alle an Bord.

Der Mini bleibt das schnellste Auto

Nach einer eindrucksvollen Startdemonstration nahmen die mehr als 50 historischen Tourenwagen die Herausforderung der Gleichmäßigkeitsprüfung in Angriff. Gekämpft wurde beim Eifelrennen in diesem Jahr auf der 4,649 Kilometer langen Variante der Grand-Prix-Strecke, die bei den Piloten wegen des Castrol-S eher unbeliebt ist. Auf der Strecke übernahmen zunächst die schnellen Mini der „British Car Trophy“ das Kommando. Im Paarlauf zeigten der Brite Gerald Dale und der Deutsche Thomas Klingelhöfer, dass man für Spitzenzeiten im Kampf der Zwerge weiter Mini fahren muss.

Mit fixen 2:11er Zeiten, die gleich mehrere Mini-Treiber in den Asphalt stampfen konnten, dominierte der Mini das gesamte Wochenende die Spitze der Zeitentabelle. Mini-Legende Gerald Dale hämmerte im Training sogar eine Zeit von 2:10,236 Minuten in den Asphalt. Ein Zeitniveau, das die Piloten der Wertungsgruppe „FIAT-SIMCA-Histo-Cup“ (bisher) – gegen alle Erwartungen – nicht erreichen. Als Schnellster dieser Wertungsgruppe FIAT-SIMCA-Histo-Cup, die seit Jahresbeginn den Kampf der Zwerge verstärkt, wurde Wolfgang Großmann im FIAT 128 mit einer Zeit von 2:14,8 gestoppt.

Die Spitzenzeiten sind das Eine, abgerechnet wird anders!

Denn der Kampf der Zwerge ist eine Gleichmäßigkeitsprüfung. Die Teilnehmer setzen in der zweiten Runde ihre persönliche Referenzzeit, die es in den nächsten Runden möglichst genau zu bestätigen gilt. Für jede Abweichung gibt es Strafpunkte. Am Nürburgring war 1/10 Sekunde einen Strafpunkt „wert“. Eingang in die Wertung fanden die besten Bestätigungsrunden. Und als am Ende abgerechnet wurde, reichte es für die ganz Schnellen im Feld diesmal nicht zu einer Spitzenplatzierung in der Gleichmäßigkeitsprüfung.

Obwohl sich den Sieg der ersten Gleichmäßigkeitsprüfung mit Roland Müller jemand sicherte, dessen Setzzeit von 2:16,8 noch in den Top 10 der Zeitentabelle lag. In den drei gewerteten Bestätigungsrunden wich Müller insgesamt um 2,4 Sekunden von der Referenzzeit ab und sammelte damit 24 Strafpunkte auf seinem Wertungskonto an. Damit verwies Müller Mini-Cooper-SPI-Pilotin Katja Schygulla, die 2,5 Sekunden Abweichung (= 25 Strafpunkte) zusammenfuhr, auf den zweiten Platz. Den dritten Platz belegte mit 30 Strafpunkten Manfred Beckers im Fiat Abarth 595 SS.

Zum zweiten Wertungslauf durfte der Kampf der Zwerge am Sonntag zur besten Rennzeit gegen 13:00 starten. Auch diesmal beeindruckte das Feld erneut durch unterhaltsamen Motorsport. Der Sieg der Tageswertung ging an Thorsten Babon und seinen bekannten FIAT 127 Super. Der Solinger sammelte dabei gerde einmal 11 Strafpunkte an. Zweiter der Tageswertung wurde mit 12 Strafpunkten NSU-Piloten Lutz Gersdorf, der am Vortag noch als 24. gewertet wurde. Offensichtlich hatten sich die Teilnehmer inzwischen auf die Strecke eingeschossen. Denn auch der Dritte Klaus Störmer benötigte ein Spitzenergebnis von 13 Strafpunkten für seine Platzierung.

Mit dem Erfolg im zweiten Wertungslauf sicherte sich Thorsten Babon auch die Gesamtwertung im Kampf der Zwerge beim ADAC Eifelrennen um den Jan-Wellem-Pokal 2012. In der Addition beider Läufe hatte der Solinger 72 Punkte zusammengefahren. Damit lies der FIAT-Fahrer die Zweite Katja Schygulla um gerade einmal einen Punkt hinter sich. Dritter wurde Sebastian Wallner in einem weiteren Mini Cooper SPI. Wallner sammelte ebenfalls 73 Strafpunkte an. Der Gelsenkirchener musste sich jedoch der Markenkollegin geschlagen geben, da diese die bessere Einzelplatzierung vorweisen konnte.

Fotos zum Kampf der Zwerge beim ADAC Eifelrennen 2012

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