Rund 180 Fahrzeuge werden im privaten Automobilmuseum Stainz ausgestellt. Damit gilt die Oldtimersammlung des ehemaligen Rennfahrers Karl Ritter als die Größte der Alpenrepublik. Nach 50 Jahren des Sammelns und Restaurierens stehen die Fahrzeuge nun (fast alle) zum Verkauf. Ritter möchte so langsam seinen Ruhestand einleiten.

Das Sammeln von Oldtimern ist für Karl Ritter zu einer Passion geworden, seit er vor 50 Jahren als 17-Jähriger einen 1928er BMW Dixi kaufte und restaurierte. Der Dixi sollte rund 20 Jahre im Besitz des Österreichers bleiben und bildete den Grundstock einer Oldtimersammlung. Seit 1996 ist die wohl größte Oldtimersammlung Österreichs in Stainz, Weststeiermark für die Öffentlichkeit zugänglich. Im seinem privaten „Automobilmuseum Stainz“ präsentiert Ritter Exponate von mehr als 80 unterschiedlichen Automarken. Das Konzept seines Museums überzeugte bisher mehr als 100.000 Besucher.

„Mini COOPER werde ich sicher bis zu meinem letzten Atemzug fahren!“

Doch mit dem Erreichen des Rentenalters möchte Ritter die Sammlung und
das Museum langsam aufgeben. Der Betrieb verursache für einen
Einzelkämpfer inzwischen zu viel Arbeit und werde damit langsam zu einer
Belastung. „Daher habe ich mich schweren Herzens entschlossen, das Museum langsam aufzugeben.“, erklärte uns Ritter, der seine Aktion übrigens „Totalabverkauf“ nennt. Auch wenn Ritter gar nicht ganz vom alten Blech lassen will. „Meinen 1967er MINI COOPER MK1 werde ich sicher bis zu meinem letzten Atemzug fahren! Wie hoffentlich auch mein 1936er BUGATTI 57 Ventoux Coupe.“

Auf Käufer warten andere Fahrzeuge

Rund 20 Fahrzeuge hat Karl Ritter bereits verkauft. Doch im Automobilmuseum Stainz, das übrigens bis auf weiteres nach Voranmeldung besichtigt werden kann, verbleiben immer noch zahlreiche interessante und zum Teil sehr seltene oder bedeutende Fahrzeuge – zum Ansehen und Kaufen! So gehört zu der Sammlung beispielsweise ein Rolls Royce aus dem Baujahr 1927. Dieser glänzt neben einer Alukarosserie mit einem eingebauten Klavier. Mit diesem wollte sich die ursprüngliche Besitzerin während der Fahrt die Zeit vertreiben. Man muss hoffen, dass die Dame dabei die Dienste eines Chauffeurs in Anspruch nehmen konnte.

Simca Aronde
Mit einem vergleichbaren Simca Aronde nahm
Jochen Rindt 1960 an Rallyes teil.

Ebenfalls ausgestellt werden zahlreiche Puch, Fiat oder VW Käfer, einige Ferrari und Porsche sowie allein neun Minis unterschiedlicher Baujahre. Neben dem bereits genannten 1967er Cooper gehören u.a. ein MINI INNOCENTI 90l sowie ein später 1994er MINI zu der Sammlung. Daneben gibt es Exoten wie einen 1959er „Panhard & Levassor PL 17 Tigre Saloon” genauso wie Alltagsfahrzeuge vom Schlage eines 1962er SACHSENRING Trabant, der übrigens absolut im Originalzustand erhalten ist.

Die ersten Rennwagen von Jochen Rindt

Gemeinsam mit Jochen Rindt hat Karl Ritter erste automobile Erfahrungen gesammelt und im Österreich der frühen 1960er-Jahre an Motorsportveranstaltungen teilgenommen. Kein Wunder, dass die Sammlung Ritters enge Bezüge zum im Mainz geborenen Formel-1-Weltmeister von 1970 aufweist. Und auch wenn ein 1960er SIMCA Aronde, immerhin der erste Rennwagen Rindts, bisher zum Bedauern seines Besitzers nur im Museumshof vergammelt, stellt die ehemals von Rindt gefahrene 1961er ALFA Giulietta eines der Highlights der Sammlung dar. Rindt kaufte diesen Alfa Romeo vom sagenumwobenen Willy Löwinger, dem damaligen Präsidenten des Österreichischen Automobil-Sport-Club (ÖASC). Es sollte das Fahrzeug sein, dass dem jungen Motorsportler Rindt sowohl in Österreich als auch in Italien die ersten Rennsiege ermöglichte.

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