AutoNatives.de - Blog für automobile Menschen

Tom Schwede, bewegt alles, was vier Räder hat Hallo, ich bin Tom — zusammen mit der Auto Blogger Crew mit viel Benzin im Blut blogge ich hier im Auto-Blog für Auto-Natives über Autos. Seit 2007 gibt es in diesem Blog regelmäßig Reportagen, Tests und Meinungen rund ums Auto. Dazu zählen auch Beiträge über Oldtimer oder Youngtimer sowie über Motorsport.

 


Mit dem neuen Kia XCeed ergänzt der koreanische Autobauer sein Angebot in der Kompaktklasse um ein viertes Modell. Wobei Kia gegen alle Trends nicht auf einen SUV setzt. Bei der Premiere im heißen Frankfurt warf Tom für die AutoNatives erste Blicke auf den neuen Crossover.

Die Entscheidung, die europäische Ceed-Baureihe nicht um einen SUV zu erweitern, mag oberflächlich betrachtet überraschen. Doch schon mit dem chicen Shooting Brake bewies der Autobauer aus Korea Mut, andere Wege zu bestreiten. Zudem bedient Kia die Nachfrage nach SUV bereits mit den Modellen Kia Sportage und Kia Stonic. Dazwischen noch einen weiteren SUV zu positionieren, hätte im Vertrieb sicher Kannibalisierungseffekte ausgelöst.

Der verhüllte Kia XCeed
Der verhüllte Kia XCeed … kurz vor der Premiere in Frankfurt

Obwohl das Kraftfahrt-Bundesamt erst vor ein paar Tagen verkündete, dass der Trend zu hochbeinigen Autos anhält. Bis Ende Mai entfielen 29,7 Prozent der Neuzulassungen auf Geländewagen (9,5 Prozent) und „Sport Utility Vehicle“ (20,2 Prozent). Wobei die Genzen der Fahrzeugklassen für die Statistiker fließend sind. Denn für die Beamten in Flensburg ist der BMW X1 ein SUV, während sie den VW Tiguan als Geländewagen führen.

Bisher trotzt der Trend zum SUV erstaunlicherweise jeder Kritik von Umweltschützern, Verkehrsforschern und Politikern. Sie kritisieren den von Größe und Mehrgewicht verursachten Mehrverbrauch der Fahrzeuge. Dieser Vorwurf ist nicht von der Hand zu weisen. Denn wer ein SUV statt eines Fahrzeugs der Kompaktklasse wählt, der nimmt einen Mehrverbrauch von bis 30 Prozent in Kauf.

Ganz ohne Bezüge zum Megatrend SUV geht es nicht!

Marketing-Menschen wissen, wer zusätzliche Marktanteile gewinnen will, der muss auch andere Wege bestreiten! Deshalb sehen auch einige Autobauer nicht mehr ihr uneingeschränktes Heil darin, immer weitere SUV auf den Markt zu werfen. Der koreanische Autobauer Kia tritt in Europa auch mit Baureihe Ceed an. Der Name Ceed ist ein Akronym von „Community of Europe, with European Design“.

Der Name unterstreicht, dass Kia die Baureihe ausschließlich in Europa entwickelt, baut und verkauft. Nach einem kompakten Fünftürer, dem klassischen Kombi Kia Ceed Sportswagon und dem Shooting Brake ProCeed folgt jetzt Ceed-Variante Nummer vier. Formal ist der Kia Ceed ein Crossover. Denn Kia positioniert den neuen XCeed geschickt zwischen SUV und dem „normalen“ Schrägheckmodell. 

Emilio Herrera, Geschäftsführer von Kia Europe enthüllt den neuen Kia XCeed
Emilio Herrera, Geschäftsführer von Kia Europe präsentiert den neuen Kia XCeed.

Mittel zum Zweck ist hauptsächlich das Heraufsetzen der Karosserie um moderate 4,2 Zentimeter. Womit der neue Kia XCeed im Vergleich zum Kompakten eine höhere Sitzposition und einen einfacheren Einstieg bietet. Beides wesentliche Gründe, die oft hinter der Entscheidung für einen SUV stehen. Doch gleichzeitig gibt es Autokäufer, die sich zwar die erhöhte Sitzposition wünschen, jedoch vor den Abmessungen eines SUV zurückschrecken.

Genau diese Käufer sind die Zielgruppe des Kia XCeed. Denn der Crossover verbindet wichtige Vorteile eines SUV mit der Übersichtlichkeit eines Kompakten. Wie schon der Shooting Brake ProCeed glänzt auch der XCeed dabei mit einem frischen und attraktiven Design. Verantwortlich für die Gestaltung ist das europäische Kia-Designzentrum in Frankfurt. In der Mainmetropole entstehen unter Leitung von Gregory Guillaume alle Varianten der dritten Ceed-Generation.

Der Kia XCeed setzt sich deutlich von den Brüdern ab!

Im Falle des XCeed setzen die Gestalter auf eine etwas gestreckte Form. Damit positionieren sie den Crossover bewusst als sportliche Alternative zu traditionellen SUVs. Wobei sich der neue Kia XCeed erstaunlich stark von seinen Brüdern der Baureihe absetzt. Bei unverändertem Radstand vergrößerten die Designer zunächst die Karosserieüberhänge. Vorne ist der Crossover 2,5 Zentimeter länger als das Grundmodell. Hinten umfasst das Mehr sogar sechs Zentimeter. 

Die einzigen Karosserieteile, die die Designer unverändert vom Grundmodell übernahmen, sind die vorderen Türen. Wofür auch verantwortlich ist, dass der XCeed etwas breiter als die Brüder ist. Mit einer Breite von 1.826 Millimetern überragt der Crossover das kompakte Grundmodell um 2,6 Zentimeter. Weshalb es auch gut paßt, dass der Vorführer bei der Premiere auf 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen. Zusammen mit Reifen im Format 235/45 R18 erhöht das die Bodenfreiheit weiter.

Die Front des neuen Kia XCeed unterscheidet sich von den Brüdern der Ceed-Baureihe
Die Front des neuen Kia XCeed unterscheidet sich von den Brüdern der Ceed-Baureihe

Im Innenraum und unter der Motorhaube sind die Unterschiede naturgemäß kleiner. Auch der XCeed bietet zeitgemäße Assistenz- und Infotainmentsysteme. Wobei der Crossover als bisher erster Kia mit einem Digital-Cockpit glänzen darf. Wer will, der kann das Cockpit seines XCeed mit einem 12,3 Zoll großen Bildschirm aufrüsten. Der hochauflösende Bildschirm stellt dann mit 1920 x 720 Bildpunkten Tachometer, Drehzahlmesser und andere Instrumente dar.

Erstaunlich, wie schnell dieses Feature der Weg durch die Instanzen des Automarkts gelang. Denn es ist keine fünf Jahre her, dass Nvidia und Audi im Sportler TT das erste virtuelle Cockpit präsentierte. Inzwischen sind Bildschirme im Cockpit allgegenwärtig. Ähnlich verhält es sich bei Kopplungsfunktionen wie Android Auto oder Apple CarPlay. Auch sie sind inzwischen überall an Bord und fehlen auch im Kia XCeed nicht.

Der Kia XCeed glänzt mit einer breiten Motorenpalette!

Beim Antrieb vertraut Kia zum Start auf drei Benzin- und zwei Diesel-Motoren. Die Benziner sind turbo- aufgeladene Direkteinspritzer. Bei den Diesel-Motoren vertraut Kia auf eine Kombination von NOx-Speicherkatalysator und SCR-System, um die Abgase zu reinigen. Alle Motoren erfüllen die aktuelle Abgasnorm Euro 6d-Temp. Sie decken ein Leistungsspektrum von 115 bis 204 PS (85 bis 150 kW) ab.

Die Basismotorisierung ist ein Dreizylinder mit einem Liter Hubraum und 120 PS Leistung. Darüber rangieren ein 1,4-Liter großer Vierzylinder mit 140 PS sowie das 204 PS starke Topmodell mit 1,6-Litern-Hubraum. Den 1,6-Liter großen Diesel-Motoren bietet Kia wahlweise mit 115 PS und 136 PS an. Alle Motoren verfügen serienmäßig über ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Mit Ausnahme des Basis-Dreizylinders liefert Kia auf Wunsch auch ein Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe.

Die angekündigten alle Benziner und Diesel liefert Kia bereits in diesem Jahr aus. Die Produktion des XCeed in der Slowakei läuft in diesen Tagen bereits an. Anfang 2020 folgt Kia dann auch beim XCeed dem Trend zu Hybrid-Systemen. Wobei Kia sich auch bei dieser Technik breit aufstellt. Denn neben einem 48-Volt-Mildhybrid-System kündigte Kia im Rahmen der Premiere des XCeed auch einen Plug-in-Hybrid an. 

Premiere bei den Händlern ist am 21. September 2019 – Preise offen!

Ab dem 21. September steht der neue Kia Xceed bei den Händlern. Kurz vorher will Kia auch die Preise des Xceed veröffentlichen. Denn zu diesem Punkt, der sicher viele Autokäufer brennend interessiert, hielten sich die Verantwortlichen bei der Premiere noch bedeckt. Preislich dürfte der Crossover über dem Grundmodell und dem Kombi rangieren. Zudem wird Kia den XCeed zwischen den SUV Kia Stonic und Kia Sportage positionieren.

Insofern wage ich einen Tipp und schätzen, dass der Kia XCeed ab 19.990 Euro zu haben sein wird. In Kürze wissen wir mehr!


AutoNatives.de ist auch bei Facebook. Wir freuen uns über ein Like.


Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Tom bei der Premiere des Kia XCeed

Foto: Matthias Luft

Ähnliche Arikel:

Author

Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

Write A Comment