Die Formel 1 ist ein teures Vergnügen. Das insolvente Team von Caterham gibt jetzt einen Hinweis, was der Spaß wirklich kostet. Denn der Insolvenzverwalter hat die Crowdfunding-Kampagne #RefuelCaterhamF1 gestartet, um mit dem Team beim Saisonfinale in Abu Dhabi wieder im Grid stehen zu können.

Sicherlich ist Crowdfunding keine Lösung, wenn zuvor die Eigenvorsorge versagt hat. Niemand sollte sich darauf verlassen, dass ihn die Allgemeinheit rettet, wenn er vorher unvernünftig oder gar unverantwortlich mit seinen finanziellen Ressourcen umgegangen ist. Karla hat darüber erst gestern geschrieben. Caterham ist, wie mehr als 50 anderen Formel-1-Teams zuvor auch, das Geld ausgegangen.

Trotzdem ist der Fall Caterham F1 ist nicht ganz so einfach. Denn der Unternehmer Tony Fernandes gründete das Team vor vier Jahren. Gelockt vom Versprechen, dass die FIA eine Budget-Obergrenze einführt. Doch die FIA hielt ihr Versprechen nicht. Alle Bemühungen, die Kosten zu begrenzen, versandeten. Trotzdem blieb Caterham an Bord. Auch wenn dem Team in inzwischen fünf Saisons kein einziger Punktgewinn gelang.

Irgendwie schaffte es die Mannschaft immer wieder, am Start zu stehen. Dabei waren Fernandes und sein Team sicherlich keine Waisenknaben. Denn zum Formel-1-Einstieg gehörte auch die Absichtserklärung, für drei Jahre Motoren von Cosworth zu verwenden. Davon wollte Caterham nach einem Jahr nichts mehr wissen. Im Suchen nach einem Vorteil setzte Fernandes schon nach einem Jahr lieber auf Motoren von Renault.

In diesem Sommer verlor der Flugunternehmer die Lust auf sein teures Spielzeug. Im Mittelpunkt seines Interesses stehen inzwischen die Queens Park Rangers. Doch der verkündete Verkauf des Formel 1 Teams an Investoren scheiterte. Im Anschluss offenbarte sich eine windige Finanzkonstruktion, die die Erträge des Formel-1-Engagements von einem Großteil der Kosten trennt. Zurück blieben Schulden. Die Pleite war die Folge.

Das Wertvollste was das Team noch hat ist – vermeidlich – der Startplatz in der Königsklasse des Motorsports. Immerhin da hat Fernandes eingelenkt und dem Insolvenzverwalter auch die Firma übergeben, die den Startplatz besitzt. Bernie Ecclestone hat gestattet, dass das Team die Rennen in den USA und Brasilien auslässt. Doch um den Startplatz zu bewahren, soll das Team in Abu Dhabi starten.

Das weiß auch der Insolvenzverwalter.Dazu benötigt das Team £ 2.350.000, das entspricht rund 3.000.000 Euro. Weil die Kasse leer ist, hat das Team gestern seine Crowdfunding-Kampagne #RefuelCaterhamF1 gestartet. Acht Tage gibt sich das Team Zeit, um das benötigte Geld zu sammeln. Bisher ist ein gutes Fünftel zusammengekommen. Mehr als 1.300 Fans haben inzwischen ihre Absicht erklärt, das Team zu unterstützen.

Wobei es je nach Höhe der Beteiligung ein Dankeschön des Teams gibt. Neben Fanartikeln wie Taschen oder Kappen gehören dazu sich Teile der Rennwagen. Fahrzeugnasen und Heckflügel waren im Angebot. Dazu sind auch Werbeflächen auf den Autos verfügbar. 30 Unterstützer können ihren Namen auf dem Rennwagen sehen, wenn ihnen der Spaß £ 1.000 wert ist. Ein Abendessen mit einem Caterham-F1-Piloten soll £ 550 kosten.

Ich bin mal gespannt, ob dem Team mit dieser Aktion tatsächlich gelingt, in Abu Dhabi wieder im Grid zu stehen.

3 Kommentare

  1. Das Crowdfunding ist eine spannende Sache. Es ist vollkommen legitim, dass das Team seine Fanbase in dieser Form monetarisiert. Ecclestone hat auch kein moralisches Recht, sich nun herablassend über das „Betteln“ zu äußern, was inhaltlich schon nicht korrekt ist. Denn die meisten Teilnehmer des Fundings erhalten ja Gegenleistungen. Für die Crowdfunding-Plattform ist der Pitch schon jetzt ein Erfolg. Eine derartige weltweite Medienpräsents ist so günstig kaum zu erreichen.

  2. Pingback: Scheitern gehört zum Handwerk der Formel 1 » AutoNatives.de

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