Vor einiger Zeit habe ich mich hier im Auto-Blog für echte Auto-Natives mit der Frage beschäftigt, wie die Japanischen Autobauer eigentlich in Deutschland gestartet sind. In einer Blogreihe blickte ich darauf zurück, wie sich nach dem Pionier Honda in den 1970er-Jahren schrittweise auch Toyota, Nissan und Co. in die Heimat von VW, Opel, BMW, Mercedes und Porsche vorwagten. Passend zu diesem Thema erinnerte Toyota vor ein paar Tagen daran, dass Lexus 25 Jahre alt wird. Denn die Toyota-Luxusmarke wurde 1989 auf der North American International Auto Show (NAIAS) der Öffentlichkeit präsentiert.

Lexus wurde 1982/1983 von Toyota-Chef Eiji Toyoda initiiert. Unter dem Codenamen F1 (“Flagship One”) startete die Entwicklung eines neuen Oberklassemodells. Nach sechs Jahren Entwicklungszeit und einer von der Werbeagentur Saatchi & Saatchi unterstützten Namenssuche wagte sich der Massenhersteller Toyota auf der NAIAS 1989 erstmals außerhalb seiner japanischen Heimat in den Luxusmarkt vor.

Ein Jahr nach der Premiere in Detroit führte Toyota die Marke auch in Deutschland ein. Schrittweise entwickelte Toyota in den folgenden Jahren Lexus zu einer eigenständigen Marke weiter. Bis heute fällt Lexus immer wieder genauso mit ausgefeilten Hybrid-Fahrzeugen als auch besonders sportlichen Modellen wie dem Lexus LFA auf.

1989 ein Star in Detroit: der Lexus LS 400
1989 ein Star in Detroit: der Lexus LS 400 (Foto: Toyota)

Den Anfang machten 1989 bei der Premiere die Lexus-Modelle LS 400 und ES. Während der kleinere und in Deutschland nicht angebotene Lexus ES offensichtlich eine Variante des Toyota Camry war, handelte es sich bei der Oberklasse-Limousine LS 400 von Anfang an um ein eigenständiges Modell. Bei vielen wichtigen Eckpunkten hatte sich Toyota an der S-Klasse von Mercedes und dem 7er von BMW orientiert.

Mit einem Kampfpreis von 38.000 $ setzte der Lexus diese Konkurrenten besonders in den USA von Anfang an unter Druck. Denn der BMW kostete 1989 in den USA rund 55.000 $, eine S-Klasse war sogar nochmals rund 8.000 $ teurer. Zudem hatte Toyota die Wettbewerber offensichtlich sehr gut studiert. Der Lexus war leichter und leiser als die deutschen Oberklasse-Fahrzeuge. Dazu bot der Lexus eine für seine Zeit überdurchschnittliche Ausstattung. Optional war eine Luftfederung verfügbar.

Lexus stand im LS von Anfang an für V8-Motoren, die auch einem Sportwagen eine gute Figur machen.
Lexus stand im LS von Anfang an für V8-Motoren, die auch einem Sportwagen eine gute Figur machen. (Foto: Toyota)

Zum erfolgreichen Marktstart trug auch der vollkommen neu entwickelte 4-Liter-Motor bei. Der für den Lexus LS 400 entwickelte V8 verfügt über einen Zylinderwinkel von 90°. Zahnriemen treiben die – natürlich – in den Zylinderköpfen rotierenden vier Nockenwellen an. Insgesamt 32 Ventile steuern den Gastaustausch. Eine sechsfach gelagerte Kurbelwelle sorgt dafür, dass der Motor auch bei höheren Drehzahlen ruhig läuft.

Das Design des Motors klingt auch heute noch fast nach einem Sportmotor. Ganz falsch ist der Eindruck nicht, denn bei der Entwicklung bedienten sich die Ingenieure bei einem nicht verwirklichten Rennsportprojekt. Im Alltag des Lexus LS 400 der ersten Generation lieferte der Motor 256 PS. Das stramme Drehmoment von 353 Nm brachte eine Viergang-Automatik über die Hinterräder auf die Straße.

Bereits im ersten Jahr verkaufte Toyota weltweit mehr als 40.000 Exemplare des Lexus LS 400. Probleme mit den anfänglich zur Überhitzung neigenden Bremsen behob Toyota unverzüglich. Zusammen mit der 1990 eingeführten Neuwagen-Garantie von 100.000 Kilometern oder 36 Monaten für das ganze Fahrzeug trug das kulante Verhalten Toyotas zum schnellen Erfolg der Marke Lexus bei. Zumindest in den USA, denn in Europa und Deutschland tut sich Lexus bis heute eher schwer. Circa 50.000 Lexus fanden bisher den Weg auf unsere Strassen. Im zurückliegenden Jahr konnte Lexus in Deutschland trotz attraktiver Modelle nur deutlich weniger als 2.000 Neuzulassungen vermelden.

1 Kommentar

  1. Oskar von Treten Reply

    V8 hatten unsere wunderbaren Tatra 623 und 700 auch. Mit bis zu 400 PS aus 4,4 Litern und einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h, die ich damit aber nicht hätte fahren wollen.

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