Google Streetview endet längst nicht mehr an der Grundstücksgrenze. Immer öfter erschließt der Suchmaschinen-Gigant auch das Innere von Gebäuden. Schon seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit zum virtuellen Besuch des Werksmuseums von Mazda. Jetzt folgt die Fiat-Tochter Abarth dem Beispiel der Japaner und öffnet die virtuellen Tore seiner Hauptverwaltung.

Zugänglich sind alle öffentlichen Bereiche des Officine Abarth. Startpunkt ist der Schauraum, den sich historische Abarth mit aktuellen Modellen teilen. Zu den Historischen gehören auch zahlreiche Rennfahrzeuge der Marke. Das gefällt uns bei AutoNatives.de natürlich besonders. Denn der Name unseres Blogs geht auf die legendäre Tourenwagen-Europameisterschaft zurück. In der Blütezeit dieser Meisterschaft gehörten die Rennwagen mit dem Skorpion im Wappen in den Klassen bis 1.000 und bis 1.300 ccm zu den absoluten Top-Fahrzeugen. Das verbindet!

Mit Google Streetview am Schreibtisch des Meisters sitzen? Kein Problem!

Mir gefällt auch die (digitale) Rekonstruktion des Büros von Firmengründer Carlo Abarth. Da lebt sofort der Geist der 1960er-Jahre wieder auf. An diesem Schreibtisch und über dieses Telefon machte Carlo Abarth seine Geschäfte. Denn der gebürtige Wiener war ausgesprochen geschäftstüchtig, wusste immer, wie er Geld verdienen kann.

Büro Carlo Abarth
Büro Carlo Abarth bei Google Streetview (Foto: Fiat)

Über allem stand für Carlo Abarth der Erfolg seiner Rennwagen. Wer ein Rennen vergeigte, und das tat in den Augen von Carlo Abarth vermutlich jeder, der ein Rennen verlor, musste sich an diesem Schreibtisch eine Standpauke anhören. Anfang der 1970er-Jahre verkaufte Carlo Abarth sein Unternehmen und die Namensrechte  an Fiat, um sich in den Ruhestand zu verabschieden. Das Sportwagenmaterial übernahm Enzo Osella.

Abarth siegte einfach weiter

Fiat betrieb Abarth als Sportabteilung weiter und konzentrierte sich auf den Rallye-Sport. In der Rallye-Weltmeisterschaft fuhr Abarth für Fiat 1977, 1978 und 1980 zum Markentitel. Dazu fuhr Walter Röhrl 1980 mit dem Fiat 131 Abarth zu seinem ersten WM-Titel als Fahrer. In der Gruppe B Ära entstand in Kooperation von Lancia, Abarth und Pininfarina der Lancia Rally 037. Abarth steuerte hier den Lampredi-Vierzylinder aus dem Fiat 131 Abarth bei und brachte dem Fahrzeug das Laufen bei.

1983 gewann auch der die 037 die Konstrukteursweltmeisterschaft. Es bisher das letzte nicht allradgetriebene Fahrzeug, das diesen Titel gewann. Auf den Rallye-Fahrzeug 037 folgte der Lancia Delta S4. Auch beim Auto, in dem Henri Toivonen und Sergio Cresto auf Korsika starben, war Abarth an der Entwicklung wesentlich beteiligt. Nach dem Ende der Gruppe B übernahm Abarth die Vorbereitung und den Einsatz der Lancia Delta HF Integrale.

Mit durchschlagendem Erfolg, denn der Integrale holte für den Fiat-Konzern sechs Konstrukteurs-Weltmeisterschaft (1987 bis 1992) in Folge. Schon dabei trat der Name Abarth im Laufe der Zeit immer mehr hinter dem Namen des Hauptsponsor Martini zurück. Nach dem Rückzug aus dem Rallye-Sport wurde es sogar einige Jahre ganz still um den Namen Abarth. Erst vor ein paar Jahren besann sich Fiat auf das Erbe.

Ab 2007 führte Fiat den Namen Abarth zu neuer Blüte!

Seit dem tragen die Sportmodelle des Hauses tragen heute wieder den traditionsreichen Namen. Sie entstehen auf Basis der Fiat-Modelle in den Hallen des Officine Abarth. Die virtuellen Besucher können das bei Google Streetview nachvollziehen und sogar einen Blick in Produktion werfen. So können sie zu Hause am Bildschirm einen Eindruck davon bekommen, was aus einem Fiat einen Abarth macht.

Lustig ist, dass Fiat und Google das Spiel des virtuellen Besuchs noch etwas weitertreiben, als das bisher bekannt war. Denn beim Besuch des Abarth-Schauraums ist auch der Einstieg in die Autos möglich, um virtuell den Innenraum der Abarth Fahrzeuge zu erkunden. Zur Auswahl steht dabei unter anderem ein seltener Abarth 695 biposto, wobei ich den natürlich lieber in echt auf der Strasse bewegen würde. 😉

 

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