Das war es wohl für ManorGP. Der Insolvenzverwalter bietet das gesamte Material der Briten, die seit 2010 unter den Namen Virgin Racing und Marussia an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilgenommen haben, zum Verkauf an. Angeboten werden neben den Rennwagen und zahlreichen Ersatzteilen auch alle Werkzeuge und Einrichtungsgegenstände des Teams. Das riecht ziemlich nach dem endgültigen Ende.

Damit endet die Geschichte des Teams, das der ehemalige Rennfahrer John Booth 1990 gründete. Nach zahlreichen Erfolgen in der Formel Renault und der Formel 3 entschloss sich das Team 2009 zum Einstieg in die Königsklasse des Motorsports. Der Sponsor Richard Branson sorgte dafür, dass das Team in der Formel 1 als Virgin Racing antrat. Nach nur einem Jahr zog sich Virgin als Sponsor zurück. Die Namensrechte übernahm der russische Sportwagenhersteller Marussia.

In den ersten beiden Jahren trat das Team mit Fahrzeugen von Nick Wirth an. Der Brite betrieb in Anfang der 1990er-Jahre das Team Simtek, das 1994 und 1995 in der Formel 1 vertreten war. Damals verunglückte der Österreicher Roland Ratzenberger in einem Simtek tödlich. Später war Wirth bei Benetton als Chefdesigner tätig und entwickelte für Honda den Sportprototypen Acura ARX-01. Die Besonderheit der von Wirth entwickelten Fahrzeuge ist, dass die in der Regel ohne Windkanal entstehen. Wirth setzt ausschließlich auf die Simulation der Strömungsverläufe im Rechner.

Seit 2012 waren Pat Symonds (MR01 – 2011 und MR02 – 2012) sowie John McQuilliam (MR03 – 2014) für das Design der Rennwagen von Manor verantwortlich. In Monaco konnte Ausnahmepilot Jules Bianchi mit seinem neunten Platz in Monaco erstmals zwei Punkte für Manor einfahren. Nach dem schweren Unfall von Jules Bianchi trat das Team beim „Heimspiel“ in Russland nur noch mit einem Fahrzeug an. Die Rennen in den USA, Brasilien und Abu Dhabi lies das Team ganz aus.

Mit der Versteigerung des gesamten Materials dürfte die Hoffnung auf eine Rückkehr des Teams endgültig schwinden. Obwohl es unter dem Namen ManorGP eine Einschreibung für die Grand Prix Saison 2015 gibt, endet die Teamgeschichte wohl in wenigen Tagen. Wobei Firmenkonstruktionen in der Formel 1 für Außenstehende schwer zu überblicken sind. Möglicherweise wurde die Nennung vom Schwesterunternehmen Manor Competition abgegeben.

Am 12. und 15. Dezember haben Bieter die Gelegenheit das Material von ManorGP am Firmensitz in Banbury zu besichtigten. Bereits jetzt gibt es zahlreiche Fotos aus der Fabrik von Manor. Die Versteigerung selbst findet dann am 16. und 17. Dezember statt. Weitere Informationen findet Ihr auf der Webseite des Auktionators.

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