Im kommenden Jahr feiert die legendäre CanAm-Serie ihren 50. Geburtstag. Von Anfang an dabei, das Team von Bruce McLaren. Der auf den Neuseeländer zurückgehende Autobauer feiert das Jubiläum der CanAm daher jetzt mit dem Sondermodell McLaren 650S Can-Am.

Mit dem McLaren 650S Can-Am bezieht sich nach dem Track-Day-Spielzeug McLaren MP4-12C GT Can-Am Edition zum zweiten Mal ein Sondermodell der Briten auf die CanAm-Serie. Offensichtlich ist sich das Marketing von McLaren bewusst, dass die Rennen in Nordamerika bei der Entwicklung der Firma eine wichtige Rolle spielten. Auch wenn Grand-Prix-Pilot Bruce McLaren ein eigenes Rennteam 1964 gründete, um am anderen Ende der Welt Rennen zu fahren.

Denn sein Formel-1-Teamchef John Cooper wollte dem Neuseeländer für die Tasman-Serie keinen Rennwagen zur Verfügung stellen, der das dort gültige Hubraumlimit von 2,5 Litern ausschöpfte. Mit einem Standard-Formel-1-Rennwagen, der damals nur über 1,5 Liter Hubraum verfügte, rechnete sich Bruce McLaren bei der im europäischen Winter in Australien und Neuseeland ausgetragenen Meisterschaft keine Chance aus.

Bilder vom McLaren 650S Can-AM

So entstand Bruce McLaren Motor Racing, um im Winter in der Tasman-Serie anzutreten. Im Sommer 1965 betreute das Team einen Sportwagen, den der Teamchef in eigener Regie bei Sportwagen-Rennen in Europa und Nordamerika zum Einsatz brachte. Übrigens immer noch parallel zu seinem Formel-1-Engagement als Cooper-Werksfahrer.

Erst 1966 konzentrierte sich Bruce McLaren vollständig auf das eigene Team. Für die Formel 1 konstruierte Robin Head den ersten McLaren. Und aus dem ursprünglich auf einem Chassis von Elva basierende McLaren M1A machte Head für die CanAm-Serie die Eigenkonstruktion McLaren M1B.

Denn von Anfang an lockte die US-Szene mit einem attraktiven Preisgeldtopf. Für ein junges Team wie McLaren eine lukrative Aussicht. Zudem wussten Bruce McLaren und Robin Head, dass sie dadurch – eigene Erfolge vorausgesetzt – zahlende Kunden für ihre Fahrzeuge finden würden.

Die Rechnung ging auf

Schon im Debütjahr 1966 fuhren die Werkspiloten Bruce McLaren und Chris Amon dreimal aufs Podest. Bei drei Rennen lag der M1B zeitweise sogar in Führung. Und auch wenn der erste Gesamtsieg erst 1967 folgte, sprang für den Teamchef am Ende der Saison der dritte Meisterschaftsrang heraus.

Doch kommerziell noch wichtiger das Team war, dass sich mit Chuck Parsons (Hilton Racing Team), Peter Revson (Drummond Racing), John Cannon (Ecurie Carabine), Earl Johnes (Eve & Jones Racing), Masten Gregory (Pacesetter Racing) und Lothar Motschenbacher (Dan Blocker/Nickey-Vinegaroon) weitere McLaren-Kunden für den McLaren M1B entschieden.

Vom McLaren M1B zum 650S Can-Am

Damit sicherte der McLaren M1B den erfolgreichen Start der damals jungen Firma. Aus heutiger Sicht war der M1B damit so etwas wie das Fundament des heutigen McLaren-Imperiums. Kein Wunder, dass McLaren ihn deshalb heute mit dem Sondermodell McLaren 650S Can-Am würdigt.

Passend zum Jubiläum wird McLaren 50 Exemplare des Sondermodells auf die Räder stellen. Sie sind jetzt zu einem Preis von £ 255.850 bestellbar. Dafür erhalten die Kunden einen überarbeiteten McLaren 650S. Inspiriert vom Leichtbau der in der CanAm eingesetzten Gruppe-7-Sportwagen verfügt der 650S CanAm über mehr Kohlefaserteile als das Serienmodell.

Beim 650S CanAm fertigt McLaren auch die Motorhaube, der Heckspoiler, der Frontsplitter, die Stoßstangen, die Türblätter und die Schweller aus Kohlefaser. Dazu verfügt das Sondermodell über spezielle Leichtmetallfelgen, deren Design sich am Stil der 1960er-Jahre orientiert. Als weiteres Highlight preist McLaren zudem die überarbeitete Auspuffanlage des 650S Can-Am an.

Sie beeindruckt optisch mit vier auffallenden Endrohren am Heck. Und soll mit einem Sound begeistern, der an historische Rennwagen erinnert. Leider stellt McLaren (bisher) keine Sounddatei dazu zur Verfügung. Weshalb wir an dieser Stelle einfach mal glauben müssen, dass das „Ding“ genauso gut klingt, wie es aussieht.

Keine Änderung am Motor

Nicht modifiziert hat McLaren den Motor des Sondermodells. Wie das Serienmodell treibt auch den 650S Can-Am der bekannte McLaren V8 mit 3,8-Litern Hubraum und zwei Turboladern an. 650 PS Leistung und ein Drehmoment von 679 Newtonmetern stehen zur Verfügung. Das reicht, um den Sportwagen in etwas mehr als drei Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 329 Kilometern pro Stunde.

Angeboten wird der McLaren 650S Can-Am in drei Farben. In den Pressebildern, die wir hier nutzen können, ist das Sondermodell in „Mars-Rot“ lackiert. Das ist der Farbton, indem das Team 1966 die Werkswagen von Bruce McLaren und Chris Amon in Rennen schickte.

Alternativ gibt es den 650S Can-Am auch in „Onyx-Schwarz“, so wie das Team die Fahrzeuge damals meist an die Kunden auslieferte. Und – wir reden hier schließlich von McLaren – natürlich im Farbton „Papaya Spark“. Wohinter sich eine Metallicvariante des legendären McLaren Orange verbirgt.

McLaren 650S Can-Am: Verfügbar im Frühjahr

Zur Auslieferung äußert sich McLaren widersprüchlich. Denn die Briten kündigen die Übergabe der Kundenfahrzeuge für das Frühjahr an, verweisen aber gleichzeitig auf den Jahrestag des CanAm-Auftakts. Offensichtlich weiß in der heutigen Marketingabteilung niemand, dass die CanAm ihre Rennen von September bis November ausfuhr. Das erste CanAm-Rennen fand am 11. September 1966 im kanadischen in Mont Tremblant statt. Obwohl in Neuseeland ist dann Frühjahr – vielleicht schließt sich so der Kreis.

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