Zu den Spielregeln der GT3-Klasse mit ihrer ausgeklügelten Balance-of-Performance gehört von Zeit zu Zeit das Einfrieren der Technik. Zu dieser Saison durfte keiner der in der Klasse engagierten Fahrzeughersteller seine Fahrzeuge wesentlich verändern. Im nächsten Jahr dürfen die Hersteller endlich wieder nachlegen. McLaren macht jetzt den Anfang. Im Rahmen des Goodwood Festivals of Speed stellten die Briten den McLaren 650S GT3 vor.

Wer die Szene der GT3-Rennenwagen nicht regelmäßig verfolgt, wird davon gewiss überrascht. Denn erst vor gut zwei Wochen begeisterte McLaren beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring das Publikum. Der McLaren MP4-12C GT3 dominierte im Training und auch zu Beginn des Rennens.

Das lenkt etwas davon ab, dass die Briten bisher in der GT3 keine Bäume ausgerissen haben. Von rund 40 produzierten Wettbewerbsfahrzeugen wird allenfalls ein Viertel noch regelmäßig eingesetzt. Kunden wie Sébastien Loeb Racing stellten den MP4-12C GT3 nach nur einem Jahr frustriert in die Ecke. Der Bolide gilt als genauso schnell wie unzuverlässig. Zudem bemängelten die Kunden das geringe Engagement des Herstellers.

Der McLaren 650S GT3 soll das ändern.

Am vergangenen Wochenende stellte McLaren in Goodwood den McLaren 650S GT3 vor. Der Name täuscht etwas, tatsächlich basiert auch der neue GT3 auf dem MP4-12C. Der steuert Motor, Getriebe und Kohlefaser-Chassis bei. Bei der Optik orientiert sich der 650S am Mega-Sportwagen McLaren P1. Auffällig die großen Kühleröffnungen sowohl in der Fahrzeugfront als auch an der Seite.

Offensichtlich hat McLaren die Problemfelder des bisherigen GT3-Fahrzeugs genau analysiert. Besonders die komplizierte Wartung des MP4-12C war vielen Teams ein Dorn im Auge. McLaren verspricht, dass der 650S GT3 deutlich einfacher einzusetzen sei.

McLaren 650S GT3 (Foto: McLaren)
Das Heck des McLaren 650S GT3 wurde deutlich überarbeitet (Foto: McLaren)

Der Fortschritt wird in vielen Details sichtbar. Beispielsweise wurde der Getriebeölkühler aus dem Heck des Fahrzeugs in die seitlichen Lufteinlässe verlegt. Das verbessert die Zugänglichkeit, erhöht die Kühlleistung und verbessert die Gestaltungsmöglichkeiten der Luftführung im Heck.

Den Vortrieb des 650S GT3 übernimmt der bekannte 3,8-Liter-V8-Twin-Turbo-McLaren-Motor. Wie bisher stehen 500 PS zur Verfügung. Angepasst haben die Entwickler jedoch die Motorsteuerung. Sie kann den Ladedruck des Turboladers jetzt umfangreicher als bisher steuern.

Der MP4-12C GT3 galt bisher als Rennwagen, der nur auf bestimmten Strecken schnell war. Nur wo die Strecke zum Fahrzeug passt, fahren die McLaren-Piloten an der Spitze. Mit der geänderten Motorelektronik will McLaren endlich auf allen Strecken schnell sein. Dabei soll auch ein völlig neu entwickeltes sequenzielles Sechsgang-Getriebe helfen.

Was kostet ein McLaren 650S GT3?

£ 330.000 zuzüglich Steuern kostet ein neuer McLaren 650S GT3. 15 Exemplare des McLaren 650S GT3 wollen die Briten absetzten. Für 15 Besitzer des McLaren MP4-12C GT3 steht zudem ein Update-Kit zur Verfügung. Mit ihm wird der bisherige GT3-Rennwagen zum 650S GT3.

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