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Tom Schwede, bewegt alles, was vier Räder hat Hallo, ich bin Tom — zusammen mit der Auto Blogger Crew mit viel Benzin im Blut blogge ich hier im Auto-Blog für Auto-Natives über Autos. Seit 2007 gibt es in diesem Blog regelmäßig Reportagen, Tests und Meinungen rund ums Auto. Dazu zählen auch Beiträge über Oldtimer oder Youngtimer sowie über Motorsport.

 


Vor 30 Jahren gewann Ayrton Senna mit McLaren erstmals die Formel-1-Weltmeisterschaft. In Erinnerung an diesen Triumph stellte McLaren Special Operations (MSO) jetzt einen einzigartigen McLaren P1 GTR auf die Räder. Der Sportwagen trägt ein Karosseriekleid, das an McLaren MP4/4 erinnert, der Ayrton Senna zu seinem ersten WM-Titel trug.

Der Bau dieses McLaren P1 GTR geht auf die Initiative eines unbekannten Auto-Sammlers zurück. Schon 2015 beauftragte dieser die McLaren Special Operations (MSO) mit der Konzeption und dem Bau des Autos. Innerhalb von gut drei Jahren entstand ein P1 im Kleid des damaligen McLaren MP4/4 Rennwagens. Zum 30. Jubiläum des Titelgewinns des unvergessenen Brasilianers zeigt McLaren das Einzelstück der Öffentlichkeit. 

Schon beim ersten Blick fällt die Lackierung ins Auge. Denn dieser markante McLaren P1 GTR ist in McLaren Rocket Red und Anniversary White lackiert. Von 1974 bis 1996 bewarb Phillip Morris mit diesen Farben auf den Rennwagen des Teams seine Zigarettenmarke Marlboro. Mit diesem P1 GTR feiert die Traditionslackierung ihre Auferstehung. Allerdings fehlt der Schriftzug „Marlboro“, der über 20 Jahre die Rennwagen aus Woking schmückte. Stattdessen tragen die Türen einen Strichcode, der den Produktnamen entfernt nachbildet.

Wobei ältere Rennsport-Fans diese Praxis seit 1980 kennen. Denn damals verbot Großbritannien die Werbung für Tabak-Produkte auf Sportgeräten. Wobei die Rechtslage – typisch britisch – etwas verschroben war. Denn das Werbeverbot galt nur für offiziell in Großbritannien angebotene Produkte. Weshalb McLaren und Alfa Romeo mit besagten Strichcodes ausrückten, während Ligier (Gitanes), Fittipaldi (Skol) und RAM Racing (Rizla) weiter für Tabak-Produkte warben.

Mit „Senna“ Schriftzüge, dem von Ayrton Senna geprägten Slogan „Driven to Perfection“ und der brasilianischen Flagge erinnert der außergewöhnliche McLaren P1 GTR an den brasilianischen Ausnahmepiloten. Auch die Startnummer „12“ auf dem modernen Sportwagen bezieht sich auf Ayrton Senna. Denn mit dieser Startnummer fuhr der Brasilianer 1988 zum Ersten seiner insgesamt drei WM-Titel.

1988 war die Formel 1 im Umbruch!

Denn damals war der Turbo-Motor ein Auslaufmodell. Schon seit gut zwei Jahren war klar, dass in der Formel 1 ab 1989 nur noch Platz für Saugmotoren ist. Aufgeladene Motoren galten als teuer und unzuverlässig. Das angekündigte Verbot der teuren Turbos lockte zahlreiche neue Teams in die Königsklasse. Auch einige der etablierten Teams kehrten 1988 schon wieder zum Sauger zurück. Selbst Spitzenteams wie Williams (Judd) oder Benetton (Ford) verzichteten, wenn wie bei Williams auch nicht ganz freiwillig, auf Turbo-Motoren.

Ayrton Senna 1988 beim Großen Preis von Kanada im McLaren MP4/4 (Foto: Paul Lannuier from Sussex, NJ, USA)

Im vorderen Feld vertrauten nur noch McLaren, Lotus und Ferrari auf aufgeladene Motoren. Wobei McLaren im letzten Turbojahr sogar mit einem neuen Motorlieferanten antrat. Denn an die Stelle des Porsche konzipierten TAG-V6 (Techniques d’Avant Garde) trat der V6 von Honda. Zuvor konnte Ron Dennis den japanischen Autobauer davon überzeugen, seine Motoren von Williams abzuziehen. Den Verantwortlichen bei Honda fehlte nach dem schweren Unfall von Frank Williams das Vertrauen in die Zukunft seines bisherigen Partners.

Mit Zakspeed, Osella und Arrows traten nur drei weitere Teams mit Turbos an. Doch nur Arrows schaffte es, daraus einen Vorteil zu ziehen. Besser als mit den vom Schweizer Tuner Heini Mader vorbereiteten ehemaligen BMW-Motoren war Arrows nie wieder unterwegs. Osella fehlte selbst für Cosworth-Sauger das Geld. Deshalb trat das Team mit den völlig veralteten V8 Turbos von Alfa Romeo an. Und auch Zakspeed vertraute auf seinen eigenen Turbo-Vierzylinder, um Motorkosten zu sparen und fuhr chancenlos hinterher. 

McLaren dominierte 1988 überlegen!

Die McLaren-Piloten Ayrton Senna und Alain Prost gewann 15 der 16 Saisonrennen. Nur beim Großen Preis von Italien fuhr Gerhard Berger im Ferrari zum Sieg. Wobei der Österreicher davon profitierte, dass der überforderte Jean-Louis Schlesser im Williams den führenden McLaren von Ayrton Senna bei einer Überrundung abschoss. Es ist wohl kein Zufall, dass der damals bereits 40-Jährige GP-Debütant Schlesser anschließend nie wieder an einem Grand Prix teilnahm.

Am Ende des Jahres feierte Ayrton Senna seinen ersten WM-Titel. Auch das war eine Zeitenwende. Denn schon seit einigen Jahren war allen klar, dass der Brasilianer ein Mann der Zukunft ist. Schließlich war Senna nach einem Lehrjahr bei Toleman (1984) bei Lotus (1985 bis 1987) längst zum Grand-Prix-Sieger gereift. Sechs Grand-Prix-Erfolge standen vor dem Wechsel zu McLaren bereits in der Vita des Brasilianers.

Doch mit dem besten Auto und dem besten Motor machte Senna endgültig aus der Zukunft die Gegenwart. 1988 gewann der Brasilianer acht Rennen. Dabei ging Ayrton Senna bei 13 Rennen vom besten Startplatz ins Rennen. Zahlen, die eindrucksvoll unterstreichen, dass Senna (vermutlich nicht nur) vor 30 Jahren der Schnellste war. Am Ende des Jahres war das der verdiente Titel. Mit Senna gewann übrigens erstmals ein Pilot den Titel, der erst 1960 oder später das Licht der Welt erblickte.

Kein Wunder, dass die Leistungen des Brasilianers bis heute nachwirken. Der McLaren P1 GTR ist der beste Beweis dafür!


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Dieser McLaren P1 GTR würdigt den ersten WM-Titel von Ayrton Senna.

Foto: McLaren

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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