Echte Alfisti werden diese Nachricht mit Freude vernehmen. Fiat-Chef Sergio Marchionne will mit Investitionen in Höhe von fünf Milliarden Euro die Marke Alfa Romeo zum Comeback führen. Doch kann das klappen? Geht das „billig“?

Sicherlich hat Sergio Marchionne in zehn Jahren bei Fiat Bemerkenswertes geleistet. Zunächst bewahrte der italienisch-kanadische Manager das Unternehmen vor der Pleite. Bürokratieabbau und Prozessverbesserungen sorgten für mehr Wirtschaftlichkeit. Dazu verbesserten pfiffige Produkte wie der Fiat 500 oder das Comeback von Abarth das Image.

Mit geschickten Schachzügen erwarb Fiat unter der Regie von Marchionne den amerikanischen Autobauer Chrysler. Der war im Zuge der Finanzkrise ab 2007 in schweres Fahrwasser geraten. Nach der Chrysler-Insolvenz 2009 benötigte Sergio Marchionne zunächst nicht einmal Geld, um bei den Amerikanern einzusteigen. Fiat stellte Technologie zur Verfügung, erhielt im Gegenzug zunächst 20% an Chrysler und übernahm die unternehmerische Führung.

Sergio Marchionne
Sergio Marchionne

Schnell brachte Sergio Marchionne auch Chrysler wieder in Form. Anfang des übernahm Fiat das amerikanische Unternehmen vollständig. Und profitiert inzwischen davon, dass die amerikanischen Unternehmensteile die Verluste in Europa ausgleichen. Ohne den Beitrag aus Amerika wäre Fiat wohl erneut in die Verlustzone abgeglitten. Jetzt soll das gemeinsame Unternehmen, das seinen formalen Sitz in den Niederlanden hat, zu neuen Ufern aufbrechen.

Dazu möchte Sergio Marchionne seine Marke Alfa Romeo wieder auf Augenhöhe mit BMW und Mercedes bringen. Das sind alte Wettbewerber der Marke Alfa Romeo. Heute sind auch Audi und Lexus in ehemaligen Alfa-Fahrwassern unterwegs. Daher bleibt das angestrebte Comeback ein sportliches Unterfangen, das am Ende deutlich teurer mehr als fünf Millionen Euro kosten dürfte.

Trotzdem ist ein Alfa Romeo Comeback möglich

Auch VW-Übervater Ferdinand Piëch kennt den versteckten Wert der Marke. Mehrfach hat Piëch in der Vergangenheit Interesse an Alfa Romeo bekundet. Und Sergio Marchionne ist ein guter Stratege. Das heutige Bekenntnis zur Marke Alfa Romeo ist nur ein Schritt eines bereits angelaufenen Programms. Mit dem Imageträger Alfa Romeo 4C wurde die Marke – zumindest in der Wahrnehmung von Autofans – bereits spürbar wiederbelebt.

Auch wenn Fiat bisher eine Plattformstrategie, wie sie Volkswagen und Peugeot entwickelt haben, fehlt, ist das Feld bestellt. Die angekündigten neuen Produkte können, wenn sie gut gemacht sind, vom Alfa Romeo 4C erheblich profitieren. Klar ist, dass es in Kürze einen neuen Alfa Romeo Spider geben wird. Der entsteht zurzeit in Zusammenarbeit mit Mazda. Der nächste Mazda MX5 und der nächste Alfa Romeo Spider werden enge Verwandte sein. Am Anfang habe ich das kritisch gesehen, aber objektiv betrachtet ist das keine schlechte Verwandtschaft für einen kleinen Sportwagen.

Wie muss der nächste Alfa Romeo aussehen?

Ich frage mich, wie der übernächste Alfa Romeo aussehen muss, um zum Erfolg zu fahren. Kern der Marke ist Sportlichkeit mit Stil. Mein Test des Alfa Romeo Mito hat bewiesen, dass die Ingenieure dies beherrschen. Um Stückzahlen zu erreichen, benötigt Alfa ein Modell, das in der Liga des 3er-BMW, der Mercedes-C-Klasse, des Audi A4 oder des Luxus IS spielt. Der Alfa Romeo 159 blieb vor drei Jahren zunächst ohne Nachfolger.

Jetzt könnte eine Neuauflage mit dem Namen Berlina oder Alfetta der nächste Schritt zum Comeback sein. Oder was denkt Ihr?

2 Kommentare

  1. Ich würde mir wirklich ein Comeback wünschen, glaube aber nicht, dass das so billig machbar ist. Daher glaube ich, das wird nichts.

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