Gute zwei Jahre nach der Premiere des wunderbaren Mercedes AMG GT gibt es jetzt auch einen Mercedes AMG GT Roadster. Ich bin – bekanntermaßen – kein großer Freund offener Autos. Trotzdem gefällt mir der offene GT.

Seit unserem Roadtrip „silver & red“, bei dem Karla und ich mit dem Mercedes AMG GT Coupé auf den Spuren der Mercedes-Silberpfeile reisten, bin ich dem AMG GT verfallen. Der V8 Sound des Sportwagens ist für immer auf der Festplatte meiner Erinnerungen gespeichert. Ich kann mich noch an jeden Meter, den ich mit dem Coupé unterwegs war, erinnern. Die Vorstellung, die Fahrdynamik des AMG GT mit Wind im Haar zu erleben, fasziniert mich. Ich muss wirklich mal gucken, wie beziehungsweise wann ich die Gelegenheit zur Testfahrt des Roadsters bekomme.

Zwei Leistungsstufen, des V8-Biturbos mit dem heißen V, hat Mercedes im Angebot. 476 PS leistet schon das „Grundmodell“. Angesichts der Daten muss ich das in Gänsefüßchen setzen. Denn mit 630 Newtonmetern Drehmoment, die bereits ab einer Drehzahl von 1700 Umdrehungen pro Minute anliegen, dürfte auch dieser AMG GT Roadster ausreichend motorisiert sein. Zumal dieser Roadster bei Bedarf mit bis zu 302 Kilometern pro Stunde durch die Gegend reisen kann.

Wem das nicht reicht, der kann den 557 PS starken GT C sogar bis auf ein Tempo von 316 Kilometern pro Stunde beschleunigen. Um das Mehr an Leistung zu kontrollieren, spendiert Mercedes dem stärkeren Roadster ein elektronisch statt des im „Grundmodell“ mechanisch geregeltes Hinterachs-Sperrdifferenzial sowie eine breitere Spur.

Die Leistungsdaten sind primär Werte für das Auto-Quartett!

Der wahre Reiz des Mercedes AMG GT liegt, besonders bei der Roadster-Version, sicher beim Reisen und nicht beim – gestatten Sie mir diesen profanen Begriff – rasen. Und natürlich dem Wissen, dass dieses Auto natürlich jederzeit sein Spitzentempo erreichen könnte. Mit dem AMG GT hat Mercedes – endlich – wieder eine Design-Ikone auf vier Räder gestellt. Für mich ist der Sportwagen der wahre Erbe des Mercedes SL, der vor genau 65 Jahren erstmals die Welt begeisterte. Mercedes kehrte mit dem „Rennsportwagen Super-Leicht“ nach dem Zweiten Weltkrieg weltweit in die Herzen der Auto-Fans zurück.

Mit dem Ur-SL schuf Mercedes den Über-Sportwagen seiner Zeit und zeigte, dass schnelle Autos ästhetisch sein können. Heute beeindruckt der Mercedes AMG GT mit einer Linienführung, die zurzeit (fast) konkurrenzlos schön ist. Ich habe in der Vergangenheit in diesem Blog das Design vieler aktueller Mercedes kritisiert, was meinen Vater kürzlich nicht davon abhielt, sich ausgerechnet den am Meisten von mir kritisierten Mercedes zuzulegen. Das Design des AMG GT spielt in einer anderen Liga; ist für mich frei von jeder Kritik. Und das gilt, ich muss an dieser Stelle nochmals meine grundsätzliche Zurückhaltung bei offenen Autos betonen, auch für den Roadster. Mit der langen Schnauze und der hohen Seitenlinie bleibt sich der AMG GT auch als Roadster treu. Gefällt mir!

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