Mercedes-Benz bestreitet Motorsport in der DTM und der Formel 1. Dazu liefert man Motoren für die Formel 3 und verkauft den SLS als GT3-Rennwagen an Kunden. Norbert Haug hat großen Anteil daran, dass sich die Stuttgarter wieder so breit im Motorsport präsentieren. Der ehemalige Journalist wechselte 1990 als Leiter Motorsport zu Mercedes-Benz. Heute gab Mercedes bekannt, dass der Vertrag zwischen Haug und der Daimler AG in gegenseitigem Einvernehmen zum Jahresende aufgelöst wird.

Als Haug seinen Dienst bei Mercedes antrat, war sein neuer Arbeitgeber zwar in der Gruppe C und der DTM motorsportlich aktiv. Doch in beide Tätigkeitsgebiete war man eher hineingeraten. Zu den Sportwagen der Gruppe C kam man, weil Peter Sauber den V8 des Hauses seit 1985 in seine Sportwagen einbaute. Mit Unterstützung durch Techniker des Hauses, die eher nach Feierabend Sauber bei der Anpassung des Motors unterstützten.

Zwar soll irgendwann auch der damalige Daimler-Benz Vorstandsvorsitzende Werner Breitschwerdt von dem Projekt erfahren haben, doch ein Werkseinsatz waren die Sportwagen-Einsätze bis 1987 nicht. Auch in der DTM waren es zunächst die Tuner, die den 190E 2.3–16 an den Start brachten. Bereits 1986 fuhr der oftmals unterschätzte Volker Weidler mit einem 190E vom damals unabhängigen AMG-Team in der DTM zur Vize-Meisterschaft. Erst ab 1988 galten die Einsätze von AMG als Werkseinsätze.

Norbert Haug ordnete diese Aktivitäten schnell

In der DTM und ihrem internationalen Ableger ITC wurde man unter der Regie von Norbert Haug zur führenden Marke. Klaus Ludwig gewann den Titel in den Jahren 1992 und 1994, Bernd Schneider siegte 1995. Nach der Neuauflage der DTM ab 2000 setzte Bernd Schneider die Erfolgsserie mit weiteren Titeln fort. Seit 1992 siegte Mercedes unter der Verantwortung von Norbert Haug bei 54 Prozent aller DTM-Rennen.

Zwischendurch führte Haug seinen Arbeitgeber erfolgreich nach Amerika, wo Al Unser jr. 1994 für Penske-Mercedes die 500 Meilen von Indianapolis gewann. Dazu war Norbert Haug als Rennleiter dafür verantwortlich, dass die Stuttgarter auch in die Formel 1 zurückkehrten. Fast 40 Jahre nach dem man sich wegen der Katastrophe von Le Mans aus dem Sport zurückgezogen hatte, hießen die bei Ilmor gebauten Motoren in den Formel 1-Rennwagen von Peter Sauber ab 1994 offiziell Mercedes-Benz.

Ein Jahr später wechselten die Motoren zu McLaren, wo man gemeinsam mit Mercedes 1997 auch den Mythos Silberpfeil wieder belebte. Bis heute gewann Mercedes mit McLaren und Brawn GP insgesamt sechs Formel 1-Weltmeistertitel. Mercedes holte mit diesen Partnern insgesamt 86 Formel 1-Siege. Doch nach der Übernahme von Brawn GP riss der Erfolgsfaden. Seit 2010 tritt man als „Mercedes Grand Prix“ an und fuhr mit dem Werksteam bisher nur einmal als Sieger durchs Ziel.

Das Ende der Erfolgsserie

Auch die Verpflichtung von Michael Schumacher brachte nicht den gewünschten sportlichen Erfolg, wenn auch jede Menge PR. Denn auf der Strecke fuhr der Rekord-Weltmeister nicht gegen Ferrari oder Red Bull um Siege, sondern meist nur gegen Sauber, Williams oder Toro Rosso um die goldene Ananas. Auch in der DTM gelang seit 2007 nur noch ein Titelgewinn. In der zurückliegenden Saison überflügelte sogar Neueinsteiger BMW die Sternenjäger und gewann neben dem Fahrertitel mit Bruno Spengler auch die Marken- und Team-Wertung.

Als Mercedes im Herbst Niki Lauda zum Aufsichtsratsvorsitzenden des Formel 1-Teams berief, wurden die ersten Gerüchte über eine mögliche Ablösung von Norbert Haug laut. Jetzt wurde aus diesen Gerüchten Gewissheit. Obwohl Mercedes in der Amtszeit von Norbert Haug 439 von 986 Rennen in der Formel 1, DTM, Indycar, GT, Gruppe C und Formel 3 gewann, trennt man sich nun recht kurzfristig zum Ende des Jahres 2012. Motorsport ist bekanntermaßen nichts für Bausparer.

1 Kommentar

  1. Erstaunlich dass der sich überhaupt noch in diesem Jahr versuchen durfte.

Schreib einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars übermittelten Sie uns Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre IP-Adresse, Ihre URL (sofern angegeben) und Ihren Kommentartext. Gleichzeitig stimmen Sie ausdrücklich der Speicherung und der Veröffentlichung des Kommentars zu. Die Veröffentlichung erfolgt ohne E-Mail- und IP-Adresse. Diese Daten dienen dem Schutz vor Missbrauch der Kommentarfunktion (SPAM) und werden anschließend automatisch gelöscht. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen oder die Links zu entfernen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung des Kommentars besteht nicht.