Offensichtlich ist die Monterey Car Week gerade der Hotspot der Auto-Welt. Denn nach – oder besser neben – Audi und Infiniti präsentiert Mercedes-Benz in Kalifornien das Showcar Vision EQ Silver Arrow. Das Besondere dieses Silberpfeils ist die Verbindung der Vergangenheit mit der Zukunft.

Denn der flache Einsitzer ist optisch eindeutig eine Hommage an den erfolgreichen W 125-Zwölfzylinder-Rekordwagen. Der entstand Ende 1937 bei Mercedes-Benz. Damals beschäftigte sich der schwäbische Autobauer im Duell mit der Auto Union mit der Frage, wie schnell ein Auto sein kann. Mit Unterstützung der Flugzeugbauer Heinkel und Messerschmitt entstand die aufregende Stromlinien-Karosserie, die heute das Vorbild für das Showcar Vision EQ Silver Arrow ist. Auch dank ihr war Rudolf Caracciola mit diesem Rekordjäger am 28. Januar 1938 auf der (abgesperrten) Autobahn zwischen Frankfurt und Darmstadt 432,7 km/h schnell.

80 Jahre später geht es um andere Werte!

Obwohl auch der Einsitzer mit einer stromlinienförmigen Silhouette glänzt. Doch statt mit einem Zwölfzylinder fährt das rund 5,30 Meter lange und circa ein Meter flache Fahrzeug elektrisch. Denn der Vision EQ Silver Arrow ist als Elektrofahrzeug konzipiert. Auch wenn Mercedes sich bisher nicht genau zum Antrieb äußert, 750 PS Systemleistung stehen zur Verfügung. Die für das Fahren notwendige Energie speichert ein flacher Akku mit einer Kapazität von 80 kWh im Unterboden. Die seitlichen Lüftungsschlitze des Showcars führen übrigens der Batterie Kühlluft zu.

Das Showcar verfügt über eine Karosseriestruktur aus Kohlefaser. Spannend ist die Fahrerkanzel, die sich nach vorn aufklappen lässt. Das erinnert ebenfalls an den klassischen W 125-Zwölfzylinder-Rekordwagen. Doch während 1937/38 zum Cockpit nicht mehr als ein paar Instrumente gehören, ist der Fahrer des Vision EQ Silver Arrow von einem großen Panorama-Bildschirm umgeben. Mit diesem wird die Vision auf Wunsch zur Spielkonsole. Denn es ist möglich, auf diesem Bildschirm virtuelle Rennen gegen historische oder aktuelle Silberpfeil-Rennwagen zu fahren.

Unabhängig von dieser Spielerei ist der Vision EQ Silver Arrow ein aufregendes Gedankenspiel dafür, wie sich das Design in Zukunft entwicklen könnte. Ein traditionsbewusster Autobauer wie Mercedes-Benz weiß, dass es Emotionen braucht, um sich für ein Auto zu begeistern. Das gilt gerade dort, wo durch den Verzicht auf den Verbrenner Geräusche und auch Gerüche entfallen. Denn damit fallen zwei Sinne, die Emotionen transportieren können, weg. Da ist die Formgebung ein gutes Mittel, um über Aufmerksamkeit Emotionen zu erzeugen. 

Der Mercedes-Benz Vision EQ Silver Arrow zeigt, wie das geht. Das Showcar ist mit seiner avantgardistischen und eigenständigen Ästhetik ein weiterer Vorbote für den Mercedes-Benz EQC, der 2019 auf den Markt kommt.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Das Showcar Mercedes-Benz Vision EQ Silver Arro und der W 125-Zwölfzylinder-Rekordwagen

Forto: Mercedes-Benz

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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