Rennsport-Geschichten

Mit dem Silberpfeil auf der Nordschleife

Ein Silberpfeil, der auch noch Flügeltüren hat und im Rennen auf der Nordschleife bewegt wird, darauf mussten die Fans der Marke Mercedes lange warten. Zuletzt dürfte dies Anfang der 50er Jahre der Fall gewesen sein, als Rudolf Uhlenhaut um den Motor des „Adenauer-Mercedes“ herum einen Rennwagen konstruierte. Heute gilt der Mercedes SLS AMG GT3 als legitimer Nachfolger der von Uhlenhaut konstruierten Legende. Am vergangenen Wochenende kehrte Mercedes mit diesem faszinierenden Fahrzeug an die Nordschleife zurück.

Beim 42. ADAC Barbarossapreis, der im Rahmen der VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring gefahren wird, feierte man eine viel beachtete Rennpremiere. Und auch wenn der Flügeltürer gleich in der Startrunde in einen Unfall verwickelt wurde, konnten die Piloten Bernd Schneider und Thomas Jäger das Potenzial des SLS AMG GT3 unter Beweis stellen. Vom dritten Startplatz ging der SLS AMG GT3 mit der Startnummer 738 ins Rennen. Der fünffache DTM-Champion Bernd Schneider übernahm den Start und lag bereits in der ersten Kurve auf Platz zwei. Nach einer Berührung mit dem führenden Fahrzeug in der zweiten Kurve kam es zum Dreher und zu einem Unfall mit einem nachfolgenden Fahrzeug.

Nach einer 25minütigen Reparaturpause ging Bernd Schneider mit drei Runden Rückstand auf die führenden Fahrzeuge wieder ins Rennen und konnte sich problemlos im Feld der GT3-Fahrzeuge behaupten. Auch als Thomas Jäger das Cockpit von Bernd Schneider übernahm, setzte der SLS AMG GT3 das Rennen planmäßig fort. Nachdem das Rennen wegen zahlreicher Unfälle 45 Minuten vor dem Ende vorzeitig abgebrochen wurde, kam der Flügeltürer mit drei Runden Rückstand auf Platz 91 ins Ziel.

Bernd Schneider: „Ich denke, wir konnten das Potenzial des Flügeltürers trotz meines Unfalls in der Startrunde unter Beweis stellen. Der SLS AMG GT3 fühlt sich prima an und erlaubt erfreuliche Rundenzeiten. Auch auf der anspruchsvollen Nürburgring-Nordschleife zeichnet sich das Auto durch eine gute Fahrbarkeit aus.“

Das Vier-Stunden-Rennen auf der legendären Nürburgring-Nordschleife diente damit der angestrebten Erprobung des Flügeltürers unter realistischen Rennbedingungen. Denn der Renneinsatz zählte zu dem im Juni 2010 begonnenen Entwicklungs- und Testprogramm des faszinierenden Rennwagens. Im Fokus standen nicht nur schnelle Rundenzeiten, sondern auch die Dauerhaltbarkeit aller Komponenten, die Servicefreundlichkeit sowie der Ablauf von Boxenstopps und Fahrerwechseln.

Der nach dem GT3-Reglement des Automobil-Weltverbandes Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) entwickelte Rennwagen trat dazu in der Prototypenklasse E1-XP der VLN an. Dieser Schritt ermöglicht Renneinsätze, obwohl die Homologation nach dem GT3-Reglement durch die FIA bisher nicht erfolgt ist. Diese wird von Mercedes-Benz für das Jahresanfang 2011 angestrebt. Anschließend können interessierte Rennteams den SLS AMG GT3 zu einem Nettopreis von 334.000 Euro kaufen, um damit beispielsweise in der FIA GT3-Europameisterschaft, den ADAC GT-Masters, der VLN-Langstreckenmeisterschaft sowie bei den 24-Stunden-Rennen am Nürburgring oder in Spa-Francorchamps anzutreten.

Mercedes-Benz Motorsportchef Norbert Haug: „Mit dem Mercedes SLS AMG GT3 beginnt eine neue Ära im Mercedes-Benz Kundenmotorsport. Dieses Auto ist ein faszinierendes und spektakuläres Sportinstrument für engagierte Privatteams und talentierte Privatfahrer. AMG wird gemeinsam mit unserem bewährten Sport- und Tourenwagenpartner HWA eine Motorsport-Kundenabteilung aufbauen und seinen Motorsportkunden den Mercedes-typischen Service garantieren.“

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