Der Mini ist ein britisches Auto. Doch in seiner langen Geschichte lief der Mini nicht nur in seiner Heimat vom Band. Auch die J.J. Molenaar’s Car Companies in den Niederlanden baute den Mini.

Der Mini gehört zu den Ikonen des britischen Autobaus. Doch nicht jeder Mini ist tatsächlich ein Brite. Denn der Mini entstand auch in zahlreichen anderen Ländern. Unser Mini heißt nach seinem Produktionsort in Belgien „Fritte“. Weit bekannt sind die Lizenzbauten des Minis von Authi in Spanien und Innocenti in Italien. Doch auch in den Niederlanden wurde der Kleinwagen einst montiert. Ein Fun-Fact, den selbst echte Mini-Fans oftmals nicht kennen.

Satte 41 Jahre lang rollte der Mini als Neuwagen aus den Werkhallen seiner Erbauer. Bei seiner Vorstellung 1959 war der Kleinwagen ein Produkt der British Motor Corporation (BMC). Erst im Oktober 2000 stellte BMC-Nachfolger MG Rover die Produktion am Stammsitz in Longbridge ein. Zwischenzeitlich wurde der Mini auch in Australien, Belgien, Chile, Italien, Jugoslawien, Malta, Portugal, Spanien, Südafrika, Uruguay und Venezuela gefertigt.

Die Ausländer waren meist Lizenzbauten

Auch wenn BMC bzw. British Leyland, wie der Mini-Hersteller ab 1968 nach der Fusion mit Leyland hieß, eigene Auslandswerke betrieb, waren die meisten Auslands-Minis Lizenzfertigungen unabhängiger Unternehmen. Diese konnten durch den Import von vollständigen Teilesätzen aus dem BMC-Stammwerk in Birmingham hohe Zölle umgehen, die beim Import ganzer Fahrzeuge angefallen wären.

Unmittelbar nach Vorstellung des Minis nahm die Firma J.J. Molenaar’s Car Companies im holländischen Amersfoort die Produktion des Kleinwagens auf. Zuvor importierte J.J. Molenaar ab 1933 Fahrzeuge von MG in die Niederlande. Drei Jahre später erweiterte der Importeur sein Angebot um Fahrzeuge von Morris.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wagten die Inhaber den Schritt zum Autoproduzenten. Bereits 1949 startete Molenaar mit der Montage des Morris Minor. Zunächst fertigte Molenaar die Fahrzeuge in einer Werkstatt, die Molenaar von einem Ford-Händler anmietete. Teile des Karosseriebaus wurden von Zulieferen in der Region ausgeführt.

Innenraum des Minis
Hier liegt eine Menge Arbeit vor dem Team von VDL Nedcars (Foto: BMW Group)

Erst 1953 entstand im holländischen Amersfoort eine eigene Fabrik. Hier fertigten die Niederländer zunächst den Morris Minor. Später folgten der Morris Oxford, der MG Magnette, der MG A und der Austin A40 Farina sowie ab 1959 der Mini. Doch mit dem Beitritt Großbritanniens zur EWG wurde das Geschäftsmodell des Fahrzeugzusammenbaus unrentabel.

Denn durch den Wegfall der Zollschranken war es günstiger, die ganzen Fahrzeuge aus Großbritannien zu importieren. J.J. Molenaar lies die Produktion nach mehr als 30.000 insgesamt gebauten Fahrzeugen und 4358 Minis ab 1966 auslaufen.

Wenn ab Mitte 2014 BMW seinen New Mini bei VDL Nedcar im ehemaligen DAF-Werk in Born vom Band rollen lässt, ist das keine Premiere. Bereits von 1949 bis 1966 entstanden „britische“ Fahrzeuge auch in den Niederlanden. Den Produktionsbeginn des neuen Minis in den Niederlanden nimmt VDL Nedcar jetzt übrigens zum Anlass, einen der seltenen originalen niederländischen Mini zu restaurieren.

Fünf Mitarbeiter von VDL Nedcar restaurieren in den kommenden Monaten den klassischen Mini, um mit diesem anschließend das Werk in Born zu schmücken. Interessierte können den Projektfortschritt auf der Facebook-Seite von MINI Niederlande verfolgen.

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