Angesichts der aktuellen Temperaturen fällt es schwer, an ein Eisrennen zu denken. Ausgerechnet während die Temperaturen neue Höchstmarken erklimmen verkünden die Organisatoren des „GP Ice Race“ in Zell am See Neuigkeiten. Denn am 1. und 2. Februar 2020 findet die zweite Auflage des wiederbelebten Eisrennens statt.

Ich kenne noch das Original des Eisrennens, das von 1937 bis 1974 in Zell am See stattfand. Denn Anfang der 1970er-Jahre fuhren meine Eltern mit mir im Winter regelmäßig in die Alpen. Die mehr als 1.000 Kilometer von meiner Heimatstadt Kiel bis nach Österreich legten wir natürlich mit dem Auto zurück. Ich erinnere mich noch an Schneewände am Straßenrand. Sie waren höher waren als alle Hügelkanten, die ich aus meiner holsteinischen Heimat kannte.

Das beeindruckte mich immer sehr. Schon damals mochte ich Motorsport. Deshalb fieberte ich vor Ort tagelang auf das angekündigte Eisrennen hin. Besonders das Skijöring, wo Skifahrer sich von Autos ziehen lassen, fand ich genauso skurril wie faszinierend. Ich erinnere mich auch, wie bei einem dieser Alpenurlaube, das örtliche Eisrennen aus Sicherheitsgründen ausfiel. Beim Präparieren der Strecke war jemand in das Eis eingebrochen.

Leider weiß ich nicht mehr, an welchem Ort das ausgefallene Rennen damals war. Die Chance ist groß, dass das auch in Zell am See war. Denn mein Vater erzählte vor einiger Zeit von einem Winterurlaub in Kaprun. Dabei sprach der alte Herr auch von einem Eisrennen. Ich muss der Sache bei Gelegenheit mal auf den Grund gehen. Mal gucken, ob sich meine Eltern noch an Details erinnern. Gut möglich, dass wir auch noch Bilder aus der Zeit haben.

Comeback nach 45 Jahren

Doch mit der Ölkrise und dem geänderten Umweltbewusstsein verschwanden immer mehr der Eisrennen. Es war auch in Österreich zunehmend schwierig die Genehmigungen zu bekommen. Um so beeindruckender, dass in Zell am See nach einem 45-jährigen Dornröschenschlaf die Wiederbelegung des Eisrennens gelang. Statt auf dem See findet das Ganze heutzutage auf dem Gelände des alten Flughafens in Zell am See statt.

Im vergangenen Januar begeisterte die Neuauflage Tausende Zuschauer. Mehr als 130 Teilnehmer sorgten mit historischen sowie modernen Renn- und Rallyefahrzeugen für eine spektakuläre Show auf Schnee und Eis. Die gelungene Premiere ermutigte die Initiatoren Ferdinand Porsche und Vinzenz Greger, die zweite Auflage des Eisrennens in Angriff zu nehmen. Wobei beide zugeben, dass sie der Erfolg der Erstauflage überraschte.

Ferdinand Porsche (links) und Vinzenz Greger
Freuen sich auf eine Neuauflage des GP Ice Race: die Organisatoren Ferdinand Porsche (links) und Vinzenz Greger. (Foto: GP Ice Race)

„Wir sind von der Resonanz auf unsere erste Veranstaltung schlichtweg überwältigt. Als wir die Idee hatten, das von 1937 bis 1974 veranstaltete Eisrennen in Zell am See mit einem neuen Konzept wiederzubeleben, haben wir uns diesen Erfolg nicht träumen lassen“

Ferdinand Porsche aus Zell am See nach der Premiere im Januar 2019. Porsche ist zusammen mit dem Nürnberger Vinzenz Greger der Initiator der Veranstaltung.

Bei der Wiederholung möchten die Initiatoren das Konzept der Veranstaltung fortführen. Wie bereits Anfang dieses Jahrs können die Zuschauer auch 2020 wieder prominente und berühmte Renn- und Rallyepiloten bewundern. Die Piloten bewegen auch bei der Fortführung wieder spektakuläre Fahrzeuge aus den unterschiedlichen Epochen des Motorsports. Bestandteil des Programms ist auch 2020 – selbstverständlich – wieder das traditionelle Skijöring. Dazu kommen Show-Fahrten prominenter Fahrer und Rennen unterschiedlicher Fahrzeugklassen.

Wir möchten unser Konzept einer Veranstaltung mit Motorsport zum Anfassen fortführen. Unser Ziel ist es, die Vielfalt historischer und moderner Autos noch weiter auszubauen.

Initiator Vinzenz Greger

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