Kommt auf der Autobahn nach einem Unfall zum Stau, müssten Autofahrer eine Rettungsgasse freihalten, um Einsatzkräften den Weg zur Unfallstelle zu erleichtern. Dabei entsteht oft das totale Chaos. Besonders schlimm ist es auf Straßen mit drei oder mehr Spuren. Deshalb hat der Gesetzgeber jetzt reagiert. Mitte Dezember 2016 ist – still und heimlich – eine neue Definition der Rettungsgasse in die Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) eingezogen.

In der Neufassung lautet § 11, Absatz 2, der StVO jetzt:

Sobald Fahrzeuge auf Autobahnen sowie auf Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung mit Schrittgeschwindigkeit fahren oder sich die Fahrzeuge im Stillstand befinden, müssen diese Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen zwischen dem äußerst linken und dem unmittelbar rechts daneben liegenden Fahrstreifen für eine Richtung eine freie Gasse bilden.

Damit ist jetzt ganz klar geregelt, wann und wie eine Rettungsgasse zu bilden ist. Bisher hieß es, dass die Rettungsgasse in der Mitte gebildet werden soll. Mit der geänderten Vorschrift ist die Rettungsgasse jetzt immer zwischen der äußersten linken und der unmittelbar rechts daneben liegenden Spur zu bilden.

So geht Rettungsgasse jetzt:

Damit müssen die Autofahrer, die sich auf der ganz linken Spur befinden, nach links ausweichen. Sie haben dabei einen gegebenenfalls vorhandenen Mittelstreifen, in das Ausweichmanöver einzubeziehen. Alle anderen Verkehrsteilnehmer weichen nach rechts aus. Dabei ist auch der Standstreifen zu nutzen.

Neu ist zudem, dass eine Rettungsgasse jetzt bereits bei zähfließendem Verkehr gebildet werden muss. Bisher sah der Gesetzgeber dies nur bei Stillstand vor. Bei Verstößen gegen diese Vorschrift wird übrigens ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro fällig. Das ist im europäischen Vergleich übrigens relativ wenig. In Österreich zahlen Autofahrer, die die Einsatzkräfte blockieren, eine Strafe von bis zu 2.000 Euro.

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