Nick Heidfeld tritt mit dem Nissan GT-R NISMO GT3 beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring an. Diese Nachricht hat mich überrascht. Denn der Mönchengladbacher tritt in diesem Jahr mit dem Rebellion LMP1 in der Sportwagen-WM an. Höhepunkt der WEC sind traditionell die 24-Stunden von Le Mans. Zusätzlich am Nürburgring anzutreten, zeugt davon, dass der ehemalige Formel-1-Pilot immer noch ziemlich heiß aufs Fahren sein muss.

Anders als in Le Mans hat Nick Heidfeld am Ring eine echte Siegchance. Auch wenn die Verantwortlichen bei Nissan zurückhaltend „nur“ davon sprechen, Chancen auf einen Spitzenplatz zu sehen. Denn die Fertigstellung des von Rebellion in Zusammenarbeit mit Oreca entwickelten R-ONE, den Heidfeld in Le Mans steuern wird, verzögerte sich. Ohne Hybridtechnik gehört der private Rennwagen nicht zur ersten Garde der LMP-Rennwagen. An der Sarthe hat Nick Heidfeld in diesem Jahr nur Siegchancen, wenn die Werksteams von Audi, Porsche und Toyota patzen.

Auf der Nordschleife ist das anders

Der Nissan GT-R NISMO GT3 stand schon beim Debüt des Fahrzeugs in der VLN auf dem schnellsten Startplatz. Beim Rennen vor drei Wochen fuhr das Team auf Platz acht. Beim Lauf an diesem Wochenende konnte das Team diese Ergebnisse zwar nicht bestätigen. Aber Kenner wissen von der Tradition, im Vorfeld des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring nicht alle Karten aufzudecken. Schließlich will sich niemand unmittelbar vor dem wichtigsten Nordschleifen-Rennen des Jahres noch Zusatzgewichte oder einen kleineren Lufteinlass am Motor einhandeln.

Zusammen mit Nick Heidfeld werden sich in der Eifel Alex Buncombe, Lucas Ordoñez und Florian Strauss das Lenkrad des GT-R NISMO GT3 teilen. Buncombe und Ordoñez sind Vollprofis. Der Brite ging den typischen Weg vom Kart über Formel-Fahrzeuge zum Sportwagen. Buncombe stammt aus einer britischen Motorsport-Familie. Schon ein Großvater und Vater fuhren Sportwagen-Rennen. Sein Bruder Chris war zeitweilig Werksfahrer bei Aston Martin.

Lucas Ordoñez fuhr ebenfalls Kart, konnte seine Karriere jedoch mit 16 Jahren aus finanziellen Gründen zunächst nicht fortsetzten. 2008 nahm der Spanier an der von Sony und Nissan organisierten GT Academy teil. Im virtuellen Wettstreit mit mehr als 25.000 Teilnehmern setzte sich Ordoñez durch und gewann ein Cockpit für das 24-Stunden-Rennen von Dubai. Dabei zog sich der Spanier so gut aus der Affäre, dass er die neue Karriere bis heute fortsetzen konnte. Wird in ein paar Wochen in Le Mans den Nissan aus Box 56 starten.

Eine ähnliche Karriere strebt auch Florian Strauss an.

Der Berliner gewann 2013 das Finale der 2013er-Ausgabe der GT Academy. Auf der Grand Prix Rennstrecke von Silverstone setzte sich der 28-Jährige gegen seine Kontrahenten durch. Mitglied der Jury war übrigens Nick Heidfeld. Jetzt werden Sieger und Juror zusammen die Herausforderung des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring in Angriff nehmen. Nick Heidfeld sieht darin eine Fortsetzung seiner Arbeit als Academy-Trainer: „Dass Florian und ich nun Teamkollegen sind, gibt mir die große Chance, meine Mentoren-Rolle nun auf die anspruchsvolle Nordschleife auszudehnen.“

2015 will Nissan in der Top-Klasse des Langstreckensports antreten. Die Japaner planen eine Rückkehr nach Le Mans und in die WEC – mit einem LMP1-Rennwagen. Insofern ist der Schritt von Nick Heidfeld, jetzt mit den Japanern zusammenzuspannen, sicherlich ein sinnvoller Schritt. Schließlich gibt es bei Nissan bald ein Cockpit, das auch in Le Mans Chancen auf einen Spitzenplatz verspricht – nicht „nur“ am Nürburgring.

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