Schon die Studie BladeGlider concept, die Nissan 2013 auf der Tokio Motor Show zeigte, fand ich häßlich. Jetzt ist der Prototyp fahrbereit. Und nichts ist besser!

Als ich vor ein paar Tagen die Pressemittelung sah, konnte ich es kaum glauben. Nissan hat mit dem Nissan BladeGlider tatsächlich die Straßenversion des Delta Wing auf die Räder gestellt. Es ist wirklich mutig und verdient Respekt, aus einem der größten Flops der jüngeren Motorsport-Geschichte einen Prototyp für die Straße abzuleiten. Das hat alle Anlagen für ein Scheitern auf Weltniveau!

Der Delta Wing sollte den Motorsport revolutionieren

Mit dem Delta Wing wollte Ben Bowlby vor einigen Jahren den Motorsport revolutionieren. Ursprünglich entstand das Design als Idee für ein Einheitschassis in der IndyCar Series. Doch die Nudeltopf-Formel-1 entschied sich für ein konventionelleres Gefährt von Dallara. Also wurde aus dem Delta Wing ein Sportwagen. Bowlby und seine Partner gewannen mit Nissan sogar einen Geldgeber, der die Renneinsätze finanzierte.

Auf Grundlage des Chassis des legendär gescheiterten Aston Martin AMR-One wurde aus dem abgelehnten Entwurf eines revolutionären Formel-Rennwagens ein Sportwagen. 2012 rannte der Delta Wing tatsächlich als Experimental-Fahrzeug in Le Mans. Es folgten weitere Einsätze in den USA. Bäume riß der „Rennwagen“ nicht aus, auch wenn das Fahrzeug für viel PR sorgte.

Die Revolution blieb aus

Mit einem neuen Chassis des Rennwagenbauers Elan ist der ursprünglich offene Sportwagen inzwischen als Coupé unterwegs. Die Revolution ist dabei nicht eingetreten. Sportlich hat sich der Delta Wing als Flop erwiesen. Auch wenn die PR-Bilanz möglicherweise gestimmt hat. Denn selten wurde über sportlich offensichtlich untaugliches Rennprojekt so viel geschrieben, wie über den Delta Wing.

Nissan ZEOD RC
Nissan ZEOD RC 2014 in Le Mans – schaffte immerhin fünf Runden.

Gut möglich, dass Nissan deshalb aus dem Delta Wing den Nissan ZEOD RC machte. Die Hybridversion des Delta Wing trat 2014 ebenfalls in Le Mans an. Ein auch als Experimentalfahrzeug peinlicher Auftritt. Denn im Rennen schaffte der Nissan ZEOD RC nur fünf Runden. Trotzdem hatte Nissan den Mut, ein Jahr später mit dem Nissan GT-R LM Nismo zu beweisen, dass es noch schlechter geht, wenn man ein Auto von Ben Bowlby einsetzt.

Den Nissan BladeGlider kann ich mir nicht mal schön trinken

Jetzt wird mit dem Nissan BladeGlider die Straßenversion des Delta Wing real. Genauso wie der Rennwagen ist auch das Straßenfahrzeug gewöhnungsbedürftig. Die Auslegung als reines Elektrofahrzeug macht es für mich nicht besser. Anders als Nissan kann ich hier kein Fahrzeug für Menschen mit Benzin im Blut erkennen.

Vermutlich gefällt mir der BladeGlider nicht einmal nach dem großzügigen Einsatz flüssiger Rauschmittel. Und wenn, dann benötige ich einen Krankenwagen. Schließlich bin ich dann schon lange nicht mehr in der Lage, Auto zu fahren. Dieses ist in meinen Augen nichts für Auto-Liebhaber!

Das Ding sieht ja fast so aus, als ob der erste Toyota Prius in die Hände von Ben Bowlby geraten ist. Da hilft auch die, offensichtlich vom McLaren F1 inspiriere, Anordnung der Sitze nichts. Nissan ist wieder einmal mutig, so etwas der Öffentlichkeit vorzustellen. Denn der Nissan BladeGlider ist kein Sportwagen, sondern ein Spottwagen.

Schreib einen Kommentar