In drei Wochen findet in Le Mans das wichtigste 24-Stunden-Rennen des Jahres statt. Trotzdem muss heute ein Blick auf das Rennen 2015 gestattet sein. Denn dann wird auch Nissan in der LMP1 antreten.

Mit Audi, Porsche und Toyota werden in diesem Jahr erstmals seit Langem drei Marken um den Gesamtsieg kämpfen. Audi ist der Platzhirsch. Die Ingolstädter dominieren seit mehr als einem Jahrzehnt die Szene. Langstrecken-Legende Porsche feiert nach 16 Jahren Pause sein Comeback bei den großen Prototypen. Und Toyota hat bei den bisherigen Läufen zur Sportwagen-Weltmeisterschaft beide geschlagen, kommt als Favorit nach Zentralfrankreich.

Das verspricht jede Menge Spannung. Trotzdem blicken heute die Ersten ein Jahr weiter. Denn in London gab Nissan heute bekannt, 2015 mit einem LMP 1 in Le Mans und der Weltmeisterschaft anzutreten. Einsatzgerät wird der neu entwickelte Nissan GT-R LM NISMO sein. Der Rennwagen wird in Zusammenarbeit von Technikern in Japan, den USA und Europa entwickelt.

Die Regeln in Le Mans sind frei!

Wobei sich Nissan im Moment, was die technischen Daten betrifft, noch in Schweigen hüllt. Die drei bisher in Le Mans engagierten Marken treten mit drei unterschiedlichen Konzepten an. Bei der Präsentation in London kündigte Nissan heute nur an, mit einem abweichenden Konzept anzutreten, das so noch keiner der anderen Hersteller verwenden würde. Diese Ankündigung lädt zum Spekulieren ein.

Ein Fingerzeig könnte der ZEOD RC geben, der in drei Wochen als Gast am Rennen teilnehmen wird. Der ZEOD RC wird jeweils eine Runde reinelektrisch fahren. Den Rest des Stints kommt ein 1,5-Liter-Dreizylinder-Turbo zum Einsatz. Der Le Mans-Einstieg wurde von Nissan von langer Hand vorbereitet. Gut möglich, dass die Techniker das aktuell gerade mal 40 Kilogramm schwere leichte Aggregat von Anfang „modular“ konstruiert haben.

Die Effizienz steht im Mittelpunkt

Da in Le Mans und der WEC mit einem Effizienzreglement gefahren wird, sind unterschiedlichste Motorenvarianten denkbar. Warum sollten die Techniker bei NISMO nicht längst auch eine Vierzylindervariante ihres Motors auf dem Prüfstand laufen haben? Das wäre ein Vierzylinder-Reihenmotor mit zwei Liter Hubraum. Das ist der maximal erlaubte Hubraum für einen LMP1 mit Benzin-Turbomotor.

Gegen die Idee spricht, dass Reihenmotoren im Rennwagen nicht optimal sind. Denn sie lassen sich nicht als tragendes Element verwenden. In leichten Formelwagen gilt der notwendige Hilfsrahmen als zu schwer. Doch die LMP 1 wiegen mindestens 870 kg. Da fällt der Hilfsrahmen weniger ins Gewicht. Deshalb kommen in Le Mans immer wieder auch Reihenmotoren zum Einsatz – zuletzt beim Aston Martin AMR-One, der allerdings mit seiner Erfolglosigkeit kaum als Vorbild taugt.

Schreib einen Kommentar

Mit dem Absenden des Kommentars übermittelten Sie uns Ihren Namen, Ihre E-Mail-Adresse, Ihre IP-Adresse, Ihre URL (sofern angegeben) und Ihren Kommentartext. Gleichzeitig stimmen Sie ausdrücklich der Speicherung und der Veröffentlichung des Kommentars zu. Die Veröffentlichung erfolgt ohne E-Mail- und IP-Adresse. Diese Daten dienen dem Schutz vor Missbrauch der Kommentarfunktion (SPAM) und werden anschließend automatisch gelöscht. Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen nicht zu veröffentlichen oder die Links zu entfernen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung des Kommentars besteht nicht.