Schon bei den Testfahrten in Sebring gab es vor zwei Wochen zahlreiche Probleme. Jetzt scheitert der Nissan GT-R LM Nismo am Crashtest. Daher stellt sich Nissan erst beim Le Mans Vortest Ende Mail dem Wettkampf auf der Strecke.

Vor ein paar Tagen veröffentlichte die FIA die offizielle Starterliste für den ersten Saisonlauf der Sportwagen-Weltmeisterschaft (WEC) in Silverstone. Mit den Startnummern 22 und 23 sollten dort auch zwei Nissan GT-R LM Nismo ins Rennen gehen. Es gibt eine Menge Fans, die sich darauf gefreut haben. Doch jetzt kommt die Ernüchterung.

Nissan wird weder in Silverstone (12. April) noch beim zweiten WEC-Saisonlauf in Spa (2. Mai) teilnehmen. Zuvor lassen die Japaner auch den offiziellen WEC-Vortest in Le Castellet in der kommenden Woche aus. Stattdessen wird Nissan seinen ungewöhnlichen Rennwagen weiter alleine in den USA testen. Das Ziel ist, sich beim Le Mans Vortest am 30. Mai wieder der Konkurrenz auf der Strecke zu stellen.

Der Rückzug des Nissan GT-R LM Nismo überrascht nicht alle!

Nissan stellt mit seinem LMP1 die Welt der Langstreckenszene gehörig auf den Kopf. Das Konzept zum Laufen zu bringen, erfordert Zeit und Kilometer auf der Strecke. Bei den Testfahrten in Sebring musste Nissan sich nach zwei der fünf geplanten Tage zurückziehen. Ein Problem mit dem Chassis lies sich nicht vor Ort reparieren.

Dazu wollen gewöhnlich gut informierte Kreise wissen, dass der Nissan GT-R LM Nismo in Florida „nur“ mit dem konventionellen Frontantrieb fuhr. Auf den Antrieb der Hinterräder, wo Nissan die Hybridkraft einsetzen will, verzichtete das Team bei den Testfahrten angeblich.

Jetzt scheiterte Nissan auch noch am obligatorischen Monocoque-Crashtest. Damit wurde ein Start in Silverstone unmöglich. Die Regeln der WEC sehen vor, dass die Homologation eines LMP-Rennwagens 30 Tage vor dem ersten Start erfolgt. Da für die Homologation der bestandene Crashtest obligatorisch ist, kann Nissan zunächst nicht in der WEC starten.

Gleichzeitig ist man bei den Japanern aber zuversichtlich, das beim Crashtest aufgetretene Problem am vorderen Überrollbügel zeitnah lösen zu können. Im Moment werde das Chassis, das bei Dan Gurney’s All American Racers entstand, überarbeitet. Ein neuer Crashtest werde in Kürze erfolgen.

Wie geht es mit dem Nissan GT-R LM Nismo weiter?

Schon bei der Vorstellung des Nissan GT-R LM Nismo unkten zahlreiche Motorsport-Kenner, dass das Auto NUR in Le Mans funktionieren werde (und solle). Sieht fast so aus, als ob das tatsächlich der Fall ist. Der Kurs in Frankreich mit seinen langen Gerade auf öffentlichen Straßen ist eine spezielle Geschichte. Es ist offensichtlich, dass mit diesem Fahrzeugkonzept nur ein Sieg in Le Mans das sportliche Ziel sein kann. An einen dauerhaften Erfolg in der WEC kann ich nicht glauben.

Gleichzeitig war hoffentlich jedem Beobachter klar, dass Nissan Zeit benötigt, um das radikale Konzept zum Laufen zu bringen. Insofern kann 2015 „nur“ ein Lehrjahr sein. Interessant wird 2016. Bis dahin nutzt Nissan den ungewöhnlichen Sportprototypen als Marketing-Instrument.

Im Rahmen des Superbowl zeigte Nissan den 90 Sekunden langen und recht emotionalen Spot „With Dad“. Bei der Google-Tochter YouTube gehörte der Spot im Februar zu den absoluten Lieblingen. Insofern könnte die Marketing-Rechnung für Nissan tatsächlich aufgehen. Wäre toll, wenn das Konzept auf der Strecke folgen würde.


PS: Das „Making of“ zu dem Superbowl-Spot von Nissan findet Ihr hier oben in diesem Blog-Beitrag.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
NISSAN GT-R LM NISMO

Nissan kommt ... und stellt - zumindest vom Konzept - die Rennszene auf den Kopf. Selbst wenn der GT-R LM auf der Strecke nicht funktioniert, das Konzept verspricht viel Aufmerksamkeit. PR-mäßig wird das auf jeden Fall ein Erfolg.

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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