Helene Fischer wirbt für Volkswagen. In dem Spot bezeichnet die Sängerin zahlreiche VW als die Autos ihrer Jugend. Wobei das etwas geschönt erscheint. Denn für die meisten der gezeigten Autos ist die Blondine viel zu jung. Unabhängig davon bietet der Spot eine gute Gelegenheit, um sich mit dem Marketing der Marke VW zu beschäftigen.

Denn schon länger gehören mehr oder minder Prominente zum Marketingkonzept der Marke Volkswagen. Bei der Präsentation des Golf Sportsvan waren Christian Berkel, Herbert Knaup, Horst Lichter und Philip Köster die „Stars“. Für den Golf GTE, das „Elektroauto“ der Wolfsburger, schlüpften Markus Kavka, Max von Thun und Anna Maria Mühe in die Rolle des Testimonials.

Sicherlich gehört kaum einer dieser Künstler in die erste Garde seines Berufsstands. Bei einem TV-Ansager oder einem TV-Koch sind auch gewisse Zweifel zum Begriff „Künstler“ angebracht. Doch das ist ein anderes Thema. Mit etwas Ironie lassen sich diese personellen Verpflichtungen hervorragend in die umfangreiche Kulturförderung der Wolfsburger einordnen. Für ihren aktuellen Werbespot wagen sich die Wolfsburger eine Liga höher. Und bleiben dabei doch erstaunlich provinziell.

Denn anders als bei den Spots mit den Weltstars Thomas Müller und Neymar verpflichtete Volkswagen jetzt Helene Fischer. Deren Potential beschränkt sich auf den deutschen Markt. Schließlich singt das Popsternchen bisher nur in deutscher Sprache. VW denkt noch etwas kleiner und setzt Fischer (zunächst) nur im kleinen Österreich ein. Neben drei Spots gibt es Sondermodelle, die den Namen der Sängerin tragen, und ein Gewinnspiel. Das lockt mit einem Treffen mit der blonden Deutschen.

Helene Fischer ist auch bei uns zurzeit nur schwer zu entkommen!

Im vergangenen Jahr verschenkte Apple über den virtuellen Adventskalender einige Lieder der Sängerin an seine Kunden. Damit fand der Kram zeitweise sogar einen Weg auf mein Smartphone. Nach dem Erfolg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sprang die Dame zwar nicht aus der Torte, dafür aber im Trikot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft über die Bühne am Brandenburger Tor. Das nahmen alles auch Leute wahr, die Schlager ansonsten für eine verlogene Kacke halten.

Daher ist die Verpflichtung von Helene Fischer als Werbefigur zweifelsfrei ein guter Schachzug. Denn die blonde Sängerin sorgt für Aufmerksamkeit. Diese Zeilen beweisen das. Doch fast hat man den Eindruck, dass die Werbenden wichtiger als die beworbenen Produkte sind. Glauben Sie nicht? Aber können Sie aus dem Stegreif die Autos aufzählen, die in dem ersten Werbesport der Ausnahmefußballer Müller und Neymar vorkamen?

Vermutlich kann das auch in Wolfsburg kaum jemand. Das ist Schade. Dabei hätten die Produkte der Marke VW durchaus etwas Aufmerksamkeit nötig. Denn es ist ja nicht alles Gold im weiten VW-Reich. Die Töchter Skoda und Audi überzeugen die Kunden. Seat fällt das schon schwerer. Und die Stammmarke VW schwächelt besonders in Amerika.

Möglicherweise auch, weil die Produkte der Marke VW heute relativ farblos sind. Das überrascht nicht, wenn die Kommunikation sich dauerhaft auf das Thema „Lifestyle“ verengt. Das ist übrigens auch erstaunlich, weil gerade Volkswagen einst eindrucksvoll zeigte, wie intelligente Werbung das Image des Produkts positiv beeinflusst. Stichwort: Niemand ist vollkommen.

3 Kommentare

  1. Gibt doch Hoffnung, die Spots sorgen für einen Shitstorm. Selbst VW wird nicht so bloc sein, die nach Deutschland zu holen.

  2. Josef Fischer Reply

    Die Spots sind so flach wie die Texte von dem Mädel. Ob das an der Künstlerin liegt?

  3. Popsternchen? Du hast Sie doch nicht alle!!! Die Frau ist das größte was geht. <3 <3 <3 Helene is Superstar

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