Vaughn Gittin Jr. driftete für Ford um die Nordschleife. Der Amerikaner stellte seinen Ford Mustang nicht nur in den Kurven quer, sondern umrundete die gesamte Strecke im Driftmodus. Das sorgt für nette Bilder, wirkt auf viele Freunde der Nordschleife trotzdem aber eher befremdlich.

Ich mag die Nordschleife, seit ich Mitte der 1970er-Jahre das erste Mal mit meinen Eltern in der Eifel war. Auf dem Weg in den Urlaub nahmen wir die Gelegenheit wahr, mit dem eigenen Auto die Strecke zu umrunden. Da wir damals immer mit dem Renault R4 meiner Mutter in den Urlaub fuhren, drehte ich also meine erste Runde auf der Nordschleife in einem französischen Kleinwagen und auf dem Beifahrersitz.

Später, als ich endlich selbst am Lenkrad Platz nehmen durfte, wurden die Autos schneller. Ich umrundete die Nordschleife in den späten 1980er-Jahren mit meinem Golf GTI. Vor ein paar Jahren bestritt ich dann mit einem historischen Mini sogar offizielle Wettbewerbe auf der schönsten Rennstrecke der Welt. Doch egal, wir ich auf der Nordschleife unterwegs war, eine Regel hatte immer Bestand: Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist eine Gerade.

Fahr quer, dann siehst Du mehr?

Vaughn Gittin Jr. ging für Ford jetzt einen andern Weg. Denn der amerikanische Stuntfahrer umrundete die Nordschleife jetzt komplett im Driftmodus. Gittin stellte seinen 900 PS starken Ford Mustang RTR bei jeder sich bietenden Gelegenheit quer. Trotzdem war der Amerikaner mit einem Tempo von bis zu 241 Kilometern pro Stunde auf der Nordschleife unterwegs. Ford dokumentierte die Fahrt mit einem durchaus sehenswerten Video.

Trotzdem stellt sich natürlich die Frage nach dem Sinn der Aktion. Natürlich spricht nichts grundsätzlich gegen die Kunst des gepflegten Querfahrens. Schließlich helfen Manöver wie der Rallye-Flip den Schotter-Königen des Motorsports, schneller ums Eck zu kommen. Doch alles hat seinen Ort. Auf der Rundstrecke wirkt das Ganze in meinen Augen ziemlich befremdlich. Sie wissen schon: Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist eine Gerade!

3 Kommentare

  1. Die Nordschleife im Drift ist nichts neues. Schon vor über 10 Jahren hat Werner Gusenbauer in einem modifizierten Mercedes CL 55 AMG (getunt von MKB, 620 PS, Wasserspritzanlage für die Reifen!) die grüne Hölle quer befahren. Und auch schon damals sah das überaus spektakulär aus und er war auch für die damaligen Verhältnisse alles andere als langsam unterwegs.
    Ist das nun Quatsch, oder nicht?!
    Ist es vielleicht auch Quatsch in einem eigens entwickelten, Millionen teuren Unikat der Marke Porsche, in etwas mehr als 5 min über die Norschleife zu fliegen, pardon, fahren?!
    Jedes Extrem hat seinen Reiz für eine unterschiedliche Interessengruppe, aber was wir doch alle gemein haben ist das Benzin im Blut. Erfreuen wir doch lieber dieser Vielfalt, anstelle die Missgunst zu schüren.

    • Eine schlechte Idee wird durch Wiederholung nicht besser … und zum Thema Rekord ist unsere Meinung einfach: 6,11,13

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