Auto-Erinnerungen

Oldtimer ab Werk – Teil 2: Hindustan Ambassador

Vor 14 Tagen haben wir uns mit dem Toyota Century ein Auto angesehen, das sich hauptsächlich durch eine Bauzeit von inzwischen 45 Jahren auszeichnet. Doch der 1967 vorgestellte Century ist nicht der einzige Oldtimer, der ab Werk verfügbar ist. Denn der Hindustan Ambassador wird sogar schon seit 1957 äußerlich weitestgehend unverändert angeboten.

Doch während der Toyota Century als Fahrzeug für Könige oder Premierminister nur in kleinsten Stückzahlen entsteht, ist der Hindustan Ambassador fast schon ein Volumenmodell. Denn vom Lizenzbau des 1948 vorgestellten Morris Oxford III entstehen bis heute noch rund 15.000 Exemplare pro Jahr.

Denn die viertürige Limousine mit großer Bodenfreiheit und steil stehenden Scheiben ist ideal für die immer noch überwiegend schlechten Straßen und das oftmals heiße Wetter des indischen Subkontinents. Eigenschaften, die den Hindustan Ambassador bis heute zum beliebtesten Taxi Indiens machen. Obwohl die Karosserie, das Fahrwerk mit der hinteren Starrachse sowie die Bremsen – im Grundmodell vertraut der Hersteller Hindustan Motors rundum auf Trommelbremsen – den Charme der 1950er-Jahre versprühen.

Technischen Fortschritt findet man dafür unter der Motorhaube. Denn seit 2006 gibt es im Hindustan Ambassador es ausschließlich Einspritzmotoren, die auf Wunsch auch mit Erdgas oder Flüssiggas betrieben werden können. Zudem ist ein Diesel, den Hindustan Motors von Isuzu bezieht, lieferbar. Da der Hindustan Ambassador seit 2002 von einem Autohaus in Wales offiziell importiert wurde, müsste man den Hindustan Ambassador über die EU-Zulassung eigentlich sogar in Deutschland angemeldet bekommen.

Nachtrag vom 30. Mai 2014 – die Produktion des Hindustan Ambassador lief aus

Alles hat ein Ende, das gilt wohl auch für den Hindustan Ambassador. Denn inzwischen endete in Indien die Produktion des Dauerläufers. Nach mehr als einem halben Jahrhundert stellte Hindustan Motors die Fertigung der indischen Automobilikone jetzt ein. Auch in Indien gibt es inzwischen jede Menge Importfahrzeuge. Dazu kommen die moderne Eigenproduktionen von Herstellern wie Tata Motors oder den indischen Töchtern der großen weltweit tätigen Autobauer.

Der Gesamtmarkt in Indien war 2013/2014 fast 2,5 Millionen Fahrzeuge stark. Nur 2.214 davon waren Hindustan Ambassador. Kein Vergleich zu den Zeiten, als sich 70 Prozent der Autokäufer in Indien für die knubbelige Limousine entschieden. Diese Entwicklung ging auch an Hindustan Motors  nicht spurlos vorüber. Das Unternehmen schreibt seit Jahren Verluste. Es zog daher jetzt mit dem Schließen der Ambassador-Fabrik in Kalkutta einen Schlussstrich unter das Kapitel Hindustan Ambassador.

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