Im Grunde des Herzens bin ich natürlich ein Auto-Nerd. Dazu verstehe ich etwas vom Programmieren, habe meinen C64 vor inzwischen mehr als 30 Jahren noch in Assembler programmiert. Deshalb gefiel mir die von Toyota gesponserte Onramp Challenge vermutlich sofort.

Bei diesem Hackathon haben die Teilnehmer 24 Stunden Zeit, um eine IT-Aufgabe zu lösen. Also ein funktionstüchtiges Programm für ein Smartphone oder einen Computer zu entwickeln. Das Besondere dabei ist, dass die Teams die Rahmenbedingungen erst mit dem Beginn des Wettbewerbs erfahren. Bei der aktuellen Ausgabe des Wettbewerbs, der am vergangenen Wochenende im Kalifornischen Menlo Park stattfand, standen automobile Assistenzsysteme im Mittelpunkt. Abstrakt beschrieben sollten die Teilnehmer mit ihrer Anwendung das Fahrerlebnis intensivieren.

Fahrszene bei der Onramp Challenge (Foto: Toyota)
Fahrszene bei der Onramp Challenge (Foto: Toyota)

Industriepartner Toyota gab für die Teilnehmer in mehreren Testfahrzeugen die sogenannte Konnektivitätsplattform CAN-Gateway ECU frei. Die Entwickler hatten damit Zugriff auf Echtzeit-Daten wie die GPS-Position und die Geschwindigkeit des Fahrzeugs. Dazu konnten sie den Lenkradeinschlag, die Beschleunigungs- oder Bremswerte auslesen. Mehr als 20 Teams stellten sich dem Wettbewerb. Neben dem mit 10.000 US-Dollar dotierten Hauptpreis lobten die Veranstalter auch noch einen Spaßpreis sowie Auszeichnungen in den Bereichen Sicherung und Effizienz aus.

Onramp Challenge – and the winner is … Eye in the Sky

Den Hauptpreis der Onramp Challenge 2014 sicherte sich eine sechsköpfige Entwicklermannschaft, die mit ihrer App „Eye in the Sky“ eine Drohne steuert. Das Ziel der Entwickler waren neuartige Fahraufnahmen. Dazu nutzen sie die GPS-Daten eines Fahrzeugs, um die Drohne zu steuern. Bei der Präsentation folgte die von „Eye in the Sky“ gesteuerte Drohne einem Scion FR-S selbstständig über die Rennstrecke. Bereits während der Fahrt lieferte die App ein Livebild an die Zuschauer – wie bei professionellen TV-Übertragungen angereichert mit Telemetriedaten. Nach dem Lauf präsentierte die App einen Zusammenschnitt der Fahrt.

Softwareentwicklung bei der Onramp Challenge
Softwareentwicklung bei der Onramp Challenge (Foto: Toyota)

Den Sicherheitspreis gewann eine App mit dem Namen „Aware“. Sie analysiert während der Fahrt das Fahrer- und Fahrverhalten, um die Leistung des Fahrzeugs an die Emotionen des Fahrers anzupassen. Technisch klingt das interessant, deutet aber auch auf eine Bevormundung des Fahrers hin. Irgendwie klingt bei mir da ein „Computer, sagt nein“ in den Ohren, wenn das Auto seinem aufgeregten Fahrer beim anstehenden Überholvorgang plötzlich die Hälfte der Leistung verweigert.

Besser gefällt mir der Spaßpreis, den sich drei Entwickler mit ihrer Smartphone-App „Interactive 86“ sicherten. Auch sie analysiert das Fahrverhalten und spielt dann in bestimmten Situationen Töne ab. So erklingt beispielsweise bei einer Geschwindigkeitsübertretung eine Polizei-Sirene. Das ist durchaus witzig und bevormundet den Fahrer nicht. Den Effizienzpreis gewann mit RACEme eine Applikation, die sich als Race-Logger eignet. Sie ermöglicht das Speichern und die Auswertung von Fahrten auf der Rennstrecke. Nicht neu, aber im Fall der Sieger nach Aussagen der Jury optimal mit dem Fahrzeug verbunden.

Mehr zum Wettbewerb findet Ihr auf der (knappen) Webseite des Wettbewerbs.

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