Schade, ich habe am kommenden Wochenende keine Zeit, um nach Rømø zu fahren. Denn auf der Nordseeinsel lebt am kommenden Wochenende die Tradition des legendären Strandrennens von Rømø wieder auf. Opel lässt bei dieser Gelegenheit sein „Grünes Monster“, einen mit 12,3-Liter-Rennwagen von 1914, am Nordseestrand rennen. Das hätte ich mir gern angesehen!

Denn seit ich denken kann, interessiere ich mich für Autos. Je älter ich werde, um so mehr faszinieren mich die Fahrzeuge aus der Epoche vor dem Zweiten Weltkrieg. In meinem Artikel über meine Probefahrt mit dem Horch 930V habe ich dazu schon einige Gründe genannt. Anfang August, als ich das Geschehen auf dem Rundkurs der Classic Days Schloss Dyck moderieren durfte, fand ich jede Menge weitere Gründe, mich für Fahrzeuge dieser Zeit zu begeistern.

Denn während der Classics Days drehten nicht nur 17 Autos von American La France ihre Runden, sondern es waren auch einige der massiven „One-off vintage racing Cars“ am Start. Schon in den Anfangstagen des Motorsports galt die Regel vom Hubraum, der durch nichts zu ersetzen ist, als durch noch mehr Hubraum. Im Streben nach noch mehr Hubraum entdeckten die Techniker bald Flugzeugmotoren, die sie in ihre Fahrgestelle verpflanzten.

Bei den Classics Days durfte ich schon über fast alle Fahrzeuge dieser Art, die sich heute regelmäßig dem Publikum zeigen, reden. Dabei sah ich den FIAT Mefistofele Eldridge Rekordwagen. Er entstand in den 1920er-Jahren auf der Basis eines Grand Prix Rennwagen von 1908. Zudem sah ich dort den 1933 gebauten Napier-Railton. Und nicht zu vergessen den Napier Bentley und den Packard-Bentley, die in dieser Form allerdings erst 1968 und 2010 entstanden.

Opel kann das auch!

Denn in Rüsselsheim entstand bereits 1914 das „Grüne Hubraum-Monster“, das jetzt an den Strand von Rømø zurückkehrt. Dieser Opel war übrigens bereits in den 1920er-Jahren bei einem Rennen am Stand der Nordseeinsel am Start. In den ersten Jahren nach dem Ersten Weltkrieg war es völlig normal, die Vorkriegstechnik weiter einzusetzen. Zumal wenn diese, wie im Fall des grünen Opel, ziemlich fortschrittlich war.

Das ist beim 12,3-Liter-Boliden von Opel definitiv der Fall. Denn der Rennwagen von 1914 fährt bereits mit Vierventiltechnik vor. Den Antrieb der obenliegenden Nockenwelle übernimmt eine Königswelle. Aufgrund der enormen Bauhöhe des Triebwerks ragen die Ventilfedern durch 16 Löcher ins Freie. Die Kolben jagen bei Höchstdrehzahl mit satten 24 Metern pro Sekunde – das entspricht 86 km/h – durch die Brennräume. 260 PS Leistung mobilisiert das Triebwerk so. Damit ist der Rennwagen bis zu rund 230 Kilometer pro Stunde schnell.

Es wird bestimmt aufregend zu sehen sein, wenn dieser Bolide an den Strand von Rømø zurückkehrt. Wobei das Rømø Motor Festival 2018 übrigens nicht nur wegen dieses Opel eine Reise wert ist. Denn das ganze Wochenende steht unter dem Motto „Zurück in die 20er bis 40er“. Die Party bereits am Freitag, den 31. August mit zahlreichen Live-Bands. Am Samstag starten die historischen Autos und Motorräder zu den Ausscheidungsläufen am Strand.

 


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
„Grünes Monster“ in Aktion: Testlauf des Opel von 19414 für das Rømø Motor Festival 2018

Foto: Opel

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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