Opel verändert sich. Denn nach mehr als 80 Jahren in der Obhut des US-Riesen General Motors gehört die Marke inzwischen zum PSA-Konzern rund um Peugeot. Das wird sich auf die technische Basis der Produkte auswirken. Vereinfacht gesagt heißt die Devise: „GM raus, PSA rein“. Doch die Verantwortlichen bei Opel wollen mehr. Denn sie wollen die Marke neu positionieren, um vielleicht einmal wieder so erfolgreich wie früher zu sein.

New Germanness“ ist das Leitmotiv dieser Kampagne. Eine wichtige Rolle dieser Neurichtung kommt dem Opel GT zu. Immer wieder bemühen sich die Marketingstrategen, Bezüge zu diesem Klassiker herzustellen. Doch bisher waren das alles nur Ankündigungen. Es fehlte ein Auto, das dem ganzen Gerade tatsächlich Kontur gibt. Heute früh trudelten die ersten Bilder der Studie Opel GT X Experimental bei uns ein, damit hat die automobile Zukunft von Opel eine Form.

Bilder von der Studie Opel GT X Experimental

Nun leben wir inzwischen im Jahr 2018. Daher ist es nicht überraschend, dass der Opel GT X Experimental das Kleid eines SUV trägt. Ich muss mich ziemlich verwinden, um vom kleinen Sportwagen den Gedankensprung zum SUV zu schaffen. Sicher, seit dem Debüt den GT sind 50 Jahre vergangen. Und die Kunden lieben SUV. Deshalb meint die Autoindustrie offenbar geschlossen, die Losung „baut (noch) mehr SUV“ sei der Weg zum Glück. 

Nun sind durch aus Zweifel angebracht, ob das Kopieren eines inzwischen ziemlich ausgelutschten Trends geeignet ist, um eine Marke wie Opel zu alter Stärke zurückzuführen. Eigentlich ist eine Studie doch das geeignete Instrument, um über „The next big thing“ nachzudenken. Also etwas so abgehobenes auf die Räder zu stellen, dass die Welt wirklich darüber spricht. Und wenn es ein völlig bescheuertes Flugtaxi mit Blitz gewesen wäre.

Stattdessen bietet Opel Hausmannskost!

Plötzlich wird die Beschreibung „deutsch, nahbar, aufregend“, die Opel hinter sein „New Germanness“ stellt, auf enttäuschende Art greifbar. Denn auch der Rest der Studie folgt „nur“ aktuellen Trends. Denn natürlich nimmer die Studie Opel GT X Experimental auch noch den inzwischen genauso obligatorischen Schluck aus der Elektro-Pulle. Sie steht, wie Opel betont, auch für die bis 2024 angestrebte Elektrifizierung aller Opel-Modelle.

Deshalb ist die Studie Opel GT X Experimental ein vollelektrisches Fahrzeug. Sie basiert auf einer neuen Leichtbau-Architektur. Seine Energie speichert der GT X in einer kompakten 50 kWh-Lithium-Ionen-Batterie. Auch das alles ist bei anderen Herstellern inzwischen Serie. Beim BMW i3 gibt es das schon seit Jahren. Max war kürzlich mit dem Jaguar I-Pace unterwegs. Es ist damit eher die Beschreibung der Gegenwart als ein echter Blick in die Zukunft. Die Möglichkeit, mit der Brennstoffzelle oder einem Solardach Zukunftsvisionen zu beschreiben, verpasst der GT X Experimental auch bei seinem Antrieb.

Zumal das einzig innovativ klingende Feature ein Blender ist. Denn die Studie beherrscht induktives Laden. Klingt toll, ist aber beim Auto nicht mehr als eine Gedankenspielerei. Denn der Wirkungsgrad dieser Ladetechnik ist bescheiden. Bei heutigen Smartphones liegt der Wirkungsgrad dieser Technik gerade einmal bei 0,6 im Vergleich zu einer Kabelverbindung. Smartphones liegen direkt auf der Ladematte und „schweben“ nicht wie ein SUV mit mindestens 20 Zentimeter Bodenfreiheit darüber.

Ob das ein Fingerzeig ist?

Denn ich finde, Faktor 0,6 beschreibt den Opel GT X Experimental ziemlich gut. Leider!

5 Kommentare

  1. Presse halt … nnichts als wie meckern und rumlügen! Bei diese Artikel stellt sich doch die Frage, ob der Schreiber von VW, Mercedes und dem Rest der deutschen Autoindustrie, die sowieso bald Geschichte ist geschmiert wurde???

    • Lieber Herr Enrico, ich habe mich entschlossen, Ihren Kommentar freizuschalten, um den Lesern mal einen Einblick zu geben, was heute hier so alles als „Leserbrief“ eingeht. Ich denke, Ihre Worte stehen für sich!

    • Enrico, seine Meinung frei äußern zu können, ist das eine. Ausdruck, Anstand und die Fähigkeit, sein Hirn vor dem Bedienen der Tastatur auch zu benutzen, das andere.
      Freiheit heisst eben nicht, dass nur eine Ansicht stimmt. Sondern auch, dass man andere Ansichten respektiert.
      Willkommen im Zeitalter mündiger Verbraucher. Uns steht noch einiges bevor…

  2. Der Opel GT X Experimental wirkt schon doch recht futuristisch und ist daher sehr beeindruckend. Ein sehr gutes und innovatives Design. Tolle Werte an technische Daten. Opel hat sich einmal wieder übertroffen.

  3. Richard Wagner Reply

    Was spricht eigentlich gegen gute Hausmannskost? Eigentlich nix! Meine Opel-Erfahrungen haben mich teuer lernen lassen, dass Opel ein massives Qualitätsproblem hatte und nicht nur wegen eines Herrn Lopez der auch noch bei VW „Erfolgreich“ gewirkt hat.

    Politisch Korrekt ist die Beschimpfung der SUV und die Förderung von e-Autos. Wirklich neu ist beides nicht. Sehen wir uns mal die T-Modelle von Herrn Ford an. Bei den Motoren gab es die Auswahl zwischen Benzin, Elektro- und Dampfmaschinen. Letztere haben sich eher im Lokomotivbau durchgesetzt und Elektromotoren sind schlicht an der Stromabhängigkeit und ihren „Unpraktischen“ Nebenwirkungen gescheitert.

    Wir erinnern uns an die „Eiskugel“ mehrkosten für die EEG der autofreundlichen GRÜNEN… . Die Kosten haben sich schlicht verdoppelt! Und wieviele Eiskugeln mehr beschert uns dann das eAuto?

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