Der Mazda MX-5 feiert in diesem Jahr seinen 30. Geburtstag. Der japanische Autobauer würdigt dieses Jubiläum mit seinem Sondermodell. 3.000 Exemplare der „Mazda MX-5 30th Anniversary Edition“ baut der japanische Autobauer. 350 Stück des ausschließlich in einem scharfen Racing Orange verfügbaren Sondermodells kommen nach Deutschland.

1989 war ein Jahr der Veränderungen. Der Eiserne Vorhang, der zuvor Europa in Ost und West teilte, fiel. Fast alle, die sich schon damals für Nachrichten interessierten, wissen heute noch, wo sie waren, als sie vom Mauerfall hörten. Doch auch für das Automobil brachte das Jahr des Mauerbaus bleibende Veränderungen. Denn als Mazda im Februar 1989 auf der Chicago Auto Show einen kleinen Roadster präsentierte, war die Autowelt sofort elektrisiert.

Schließlich waren Roadster damals bis auf wenige Ausnahmen ausgestorben. Denn traditionell waren die USA der wichtigste Markt für die kleinen und leichten offenen Sportwagen. Besonders die britischen und italienischen Autobauer verdienten auf der anderen Seite des großen Teichs mit ihren Roadstern lange gutes Geld. Doch der Verbraucherschützer Ralph Nader startete Ende der 1960er-Jahren einen Feldzug gegen alle offenen Autos.

Premiere des Mazda MX-5 auf der Chicago Auto Show 1989
Premiere des Mazda MX-5 auf der Chicago Auto Show 1989 (Foto: Mazda)

Denn in den Augen des Anwalts waren Cabrios und Roadster damals grundsätzlich unsicher. Nader überzog die Autoindustrie wegen ihrer „gefährlichen Produkte“ mit Schadenersatzklagen. Immer wieder erstritt Nader für Unfallopfer oder ihre Hinterbliebenen hohe Zahlungen. Die US-Politik sorgte für zusätzlichen Druck und verschärfte in den 1970er-Jahren schrittweise die Sicherheitsvorschriften. Oldtimer-Freunde kennen die bulligen Stoßstangen, die die Hersteller damals an ihre US-Modelle schraubten, um die Vorschriften zu erfüllen.

Mit dem Verzicht auf Roadster in den USA starb die ganze Fahrzeuggattung!

Parallel dazu verzichteten die Autobauer fast geschlossen darauf, in den USA weiterhin Roadster zu verkaufen. 1970 boten alleine die britischen Hersteller noch Fahrzeuge wie Austin-Healey Sprite (gebaut von 1958 bis 1971), Lotus Seven (1957 bis 1972) und Elan (1962 bis 1975), Triumph Spitfire (1962 bis 1980) oder MGB (1962 bis 1980) an. Auch in Italien gab es mit dem Fiat Dino Spider (1966 bis 1972), dem Fiat 124 Spider (1966 bis 1982) und natürlich dem legendären Alfa Romeo Spider ein reiches Angebot offener Zweisitzer. Bis Anfang der 1980er-Jahre schrumpfte das Angebot drastisch zusammen.

Mit dem Verlust des US-Markts verloren die Modelle schnell ihren wirtschaftlichen Nährboden. Denn praktisch alle Hersteller verkauften mehr als die Hälfte ihrer Roadster in den USA. Ohne diesen Markt starb der Roadster fast völlig aus. In den USA boten schließlich nur noch Mercedes-Benz und Alfa Romeo Roadster an. Doch mit seinen Sechs- und Acht-Zylindermotoren gehörte zumindest der Schwabe der Oberklasse an. Das war ein Widerspruch zum Begriff Roadster. Denn dieser entstand im frühen 20. Jahrhundert als Bezeichnung für bewusst einfach ausgestattete sportliche Zweisitzer.

Außer dem Mercedes-Benz SL und dem Alfa Romeo Spider gab es in den USA ab Mitte der 1970er-Jahre praktisch nur noch Sicherheitscabriolets mit Überrollbügel und festen Türrahmen. Neben dem Porsche 911 Targa verkaufte vor allem Fiat mit seinen Großserienkeil Fiat X1/9 ein „Gefühl von Offenheit“. Gleichzeitig floppte der Triumph Stag von British Leyland. Später befriedigten auch Nissan mit seinen ZX-Typen (ab 1978) und Toyota mit der Supra (ab 1986) den Bedarf zu öffnender Autos.

Erst Mazda verhalf dem Roadster zum Comeback!

Angesichts dieser Vorgeschichte war die Premiere des Mazda MX-5 auf der Chicago Auto Show 1989 eine Sensation. Presse und Kunden auf der ganzen Welt waren begeistert. Wobei Mazda zunächst den wichtigen US-Markt bediente. Doch dank einiger cleverer Grauimporteure rollten die ersten MX-5 bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart in Deutschland auch auf unseren Straßen. Doch auch als der Mazda MX-5 etwas später offiziell nach Europa kam, überstieg die Nachfrage lange das Angebot.

Die Mazda MX-5 30th Anniversary Editiongibt es nur in Racing Orange
Die Mazda MX-5 30th Anniversary Editiongibt es nur in Racing Orange (Foto: Mazda)

So eine Begeisterung hatte zuvor noch kein japanisches Auto entfacht. Wohl auch deshalb hält Mazda seit inzwischen 30 Jahren an seinem kleinen Sportwagen fest. Mehr als eine Million Exemplare des MX-5 entstanden. Inzwischen ist die vierte Generation des kleinen Sportwagens im Handel. Ich konnte den aktuellen Mazda MX-5 bereits beim Debüt ausführlich testen und war beeindruckt, dass sich der MX-5 über die Jahre immer als erschwinglicher, leichter und agiler Roadster treu blieb.

Mazda widerstand der Versuchung, den MX-5 komfortabler und luxuriöser damit aber auch größer und schwerer werden zu lassen. Womit sich der kleine Sportwagen eine treue Fan-Gemeinde erschloss. Für sie ist der Mazda MX-5 längst Kult. Das merkte ich auch bei meiner Moderation des Youngtimer Vestivals in Herten. Denn natürlich war der erste „Japaner“, der dort zu mir auf den roten Teppich rollte, ein Mazda MX-5 der ersten Generation.

Mazda MX-5 Sondermodell 30th Anniversary Edition zum Geburtstag

Kein Wunder, dass Mazda den 30. Geburtstag des MX-5 mit einem speziellen Jubiläumsmodell feiert. Das weltweit auf 3.000 Exemplare limitierte Sondermodell Mazda MX-5 30th Anniversary steht ab April auch 350-mal bei den deutschen Händlern. Das Jubiläumsmodell ist sowohl als Roadster mit Sofatop als auch als MX-5 RF mit festem Dach lieferbar. Wobei Mazda den 30th Anniversary MX-5 in Deutschland ausschließlich mit dem 184 PS leistenden 2,0-Liter Saugmotor und manuellen 6-Gang Schaltgetriebe anbietet.

Die geschmiedeten 17'-Zoll-Aluminium-Räder von Rays (Rays ZE40 RS30) gibt es nur für die Mazda MX-5 30th Anniversary Edition
Die geschmiedeten 17′-Zoll-Aluminium-Räder von Rays (Rays ZE40 RS30) gibt es nur für die Mazda MX-5 30th Anniversary Edition.

Das Sondermodell rollt auf speziell geschmiedeten 17-Zoll-Aluminium-Rädern, die Mazda zusammen mit dem Felgenspezialisten Rays speziell für das Jubiläumsmodell entwickelte. Doch das Beste ist die Farbe. Denn den Mazda MX-5 30th Anniversary gibt es ausschließlich in einem aufregenden Racing Orange. Die überraschende Farbwahl soll an das Anbrechen eines neuen Tages erinnern und bricht – passend zum MX-5 – mit Traditionen. Denn bisher war „Magmarot Metallic“ die Farbe, die Mazda nutzte, um die Aufmerksamkeit zu maximieren. Beim Sondermodell Mazda MX-5 Sondermodell 30th Anniversary gilt „orange is the new red“.

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