Monoposto

Zum Helden taugt Familie Piquet nicht!

Flavio Briatore ist weg! Gemeinsam mit Chefingenieur Pat Symonds mußte der Italiener gestern seinen Rücktritt bekanntgeben. Mit der Erklärung zum Rücktritt der beiden Teamlenker hat Renault praktisch ein Geständnis in einer meist als Crashgate bezeichneten Affäre abgelegt. Zuvor waren Briatore und Symonds vom ehemaligen Renault-Piloten Nelson Piquet jr. der Manipulation des Grand Prix von Singapur 2008 beschuldigt worden.

Dabei soll vor gut einem Jahr Nelson Piquet jr. seinen Renault während des Rennens absichtlich in die Wand gefahren haben, um eine Neutralisierung des Rennens zu provozieren. Dies ermöglichte Teamkollegen Ferando Alonso mit dem passenden Boxenstopp an die Spitze des Felds vorzudringen. Begünstigt vom damaligen Tankverbot, das während der Safety-Car-Phase galt, gewann Alonso schließlich das Rennen vom 15. Startplatz aus. Dieser Sieg soll angeblich eine damals offene Entscheidung des Renaultvorstands für den Verbleib in der
Formel 1 positiv beeinflußt haben.

Nun mag man sagen, bei den Fahrkünsten des jungen Piquets kommt es auf einen Unfall mehr oder weniger nicht an. Briatore wies jüngst zu Recht daraufhin, dass der Brasilianer in seinem ersten Formel 1 Jahr 17 Unfälle gebaut habe. Trotzdem löst die aktuelle Entwicklung ein mittleres Erdbeben aus. Denn Renault schrieb heute, dass man bei der anstehenden Sportgerichtsverhandlung am kommenden Montag den Anschuldigungen nicht widersprechen wolle.

Deutlicher kann man ein Schuldeingeständnis wohl nicht formulieren!

Und unabhängig von der Frage, ob Renault dabei der sofortige WM-Ausschluss und eine hohe Geldstrafe droht, scheint für die meisten Berichterstatter der Schuldige gefunden. Fast alle Berichte kommentieren den Rauswurf Briatores mit einer gewissen Hähme. Und so muss man den Eindruck haben, dass einige Berichterstatter das – vielleicht nur vorrübergehende – Ende der schillernden Karriere des Italieners auch nutzen, um ihren Neid abzuarbeiten.

Und so berichten dann auch eigentlich seriöse Quellen, im Zusammenhang mit den Rauswurf Briatores überwiegend von den Affären und Beziehungen des „PS-Plaboys„. Schließlich wird Briatore nachgesagt, im Laufe der Zeit das eine oder andere „Supermodell“auch in der Horizontalen kennengelernt zu haben.

Sex sells!

Doch damit macht man es sich zu einfach! Auch wenn Briatore vermutlich zu Recht den Sport verlassen muss, brachten Nelson Piquet jr. und sein Vater, der dreifache Formel 1 Weltmeister Nelson Piquet, Briatore jetzt sicherlich nicht zu Fall, weil sie so gute Menschen sind. Sie arbeiten mit dem Geständnis des Fahrers – unter dem Deckmantel einer Kronzeugenregelung, die Nelson Piquet jr. straffrei stellt – ihre Rache ab. Denn Briatore entzog vor wenigen Wochen dem völlig überforderten Piquet das Renault-Cockpit. Kurze Zeit später offenbarten sich die Brasilianer der FIA.

Man sollte sich immer vor Augen führen, wer einen Formel 1 über die Strecke steuert. Es ist der Pilot und nicht der Teamchef. Und auch wenn ein Teamchef von seinem Piloten einen Abflug verlangt, was natürlich im hohen Maße verwerflich ist, bleibt es die Entscheidung des Piloten, ob er diese Forderung tatsächlich umsetzt. Wenn Familie Piquet vor dem Rennen in Singapur das Vorhaben aufgedeckt hätte, dann hätten sie vielleicht zum Helden getaugt. So bleibt Nelson Piquet jr. als ein wenig Formel 1 tauglicher Pilot in Erinnerung, bei dem es auf diesen einen Crash auch nicht mehr ankommt.

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