Die Rundenzeit auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings ist ein wertvoller Indikator der Sportlichkeit eines Fahrzeugs. Die Nordschleife gilt bis zum heutigen Tage als das Nonplusultra der Sportlichkeit. Alle wichtigen Hersteller testen deshalb regelmäßig ihre Fahrzeuge in der Eifel. Der Rundenrekord gilt dabei als Trophäe, die – so der Eindruck des Betrachters – zum Teil sogar den Bau eines besonders sportlichen Modells rechtfertigen kann. Denn das Image des Rekordträgers strahlt auf die gesamte Modellpalette des Herstellers ab.

Im Laufe der Jahre haben sich dafür feste Regeln herausgebildet. Gefahren wird „nur“ auf der 20,8 Kilometer langen Nordschleife. Von zentraler Bedeutung ist, dass das Rekordfahrzeug und besonders auch seine Reifen straßenzugelassen sind. Entspricht das Fahrzeug dann noch dem Serienzustand, hilft das in der Argumentation beim Kunden. Zur Einführung des Supersportwagen Porsche 918 Spyder hat Porsche jetzt in Zusammenarbeit mit dem Reifenhersteller Michelin den Rundenrekord „zurückgeholt“ und die bisherige Messlatte der Sieben-Minuten-Marke pulverisiert.

Bisher lag der Rekord bei 7:11,57 – gefahren vor rund vier Jahren mit einem 700 PS starken Gumpert Apollo Sport. Bereits Porschetestfahrer Timo Kluck verbesserte am Steuer des Hybridsportlers 918 den Rundenrekord auf eine Zeit von 7:06 Minuten. Alt-Meister Walter Röhrl fand mit dem Porsche 918 auf der Nordschleife weitere zwei Sekunden und schraube die Marke auf 7:04 herunter. Werksfahrer Marc Lieb fuhr anschließend 6:59 Minuten, um schließlich mit einer Zeit von 6:57 Minuten den vorläufigen Endpunkt mit dem Porsche 918 auf der Nordschleife zu setzen.

Video zur eindrucksvollen Rekordfahrt des Porsche 918 auf der Nordschleife

Nebenbei verdeutlicht die Geschichte, welche Fortschritte die Autoentwicklung gemacht hat. Denn heute drehen Straßenautos Runden, die „nur“ noch eine ¾ Minuten über der absoluten Bestzeit auf der Nordschleife liegen. Diese liegt bisher bei 6:11,13 Minuten, aufgestellt am 28. Mai 1983 von unvergessenen Stefan Bellof. Auch Bellof befuhr wegen des Bau der Grand-Prix-Strecke mit seinem Porsche 956 übrigens die Variante des Kurses, die bis heute für Rekordfahrten genutzt wird.

Bellof war dabei als bisher einzige Pilot in der langen Geschichte der Rennstrecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern pro Stunde unterwegs. Bis vor kurzer Zeit sah es so aus, als ob diese Zeit ein Rekord für die Ewigkeit wäre. Doch es gibt im Umfeld des Rings immer wieder Gerüchte, Peugeot würde prüfen, wie die Franzosen den absoluten Rekord auf der Nordschleife in Angriff nehmen können.

Nach dem Rückzug aus den internationalen Motorsport gibt es bei Peugeot zurzeit nur ein sehr reduziertes Sportprogramm. Mit dem Peugeot 208 GTi Peugeot Sport sind die Franzosen auf der Nordschleife vertreten, gewann mehrfach die Klasse beim 24-Stunden-Rennen am Ring. Know How zur Strecke ist also definitiv vorhanden.

Im Sommer diesen Jahres fuhr Sébastien Loeb beim Bergrennen am Pikes Peak zu einem eindrucksvollen neuen Rekord. Sicherlich würde sich von dem von Loeb gefahrenen Peugeot 208 T16 Pikes Peak auch hervorragend ein Rekordjäger für die Nordschleife ableiten lassen. Das wäre gewiss ein interessantes Projekt. Auch weil die Antwort von Porsche (oder einem anderen Hersteller) mindestens genauso spannend wäre.

4 Kommentare

  1. Da hat Porsche mit dem 918er auf jeden Fall mal eine Marke gesetzt! Respekt!
    Ich habe jetzt allerdings noch nirgends eine Info gefunden, ob es sich bei der Runde um die verkürzte Nordschleife zwischen den Übergängen zur GP-Strecke handelt, wie sie wohl oft bei Testfahrten genutzt und gemessen wird, oder ob es sich tatsächlich um eine komplette Runde handelt? Auf den Videos sieht es ja nach einer vollständigen Runde aus. Die gut 200 Meter, die Porsche dann im Vergleich zu vielen anderen mehr gefahren wäre, würden den Unterschied dann ja nochmal deutlicher machen!

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