Im vergangenen September stellte Porsche auf dem Laguna Sera Raceway einen neuen Porsche 935 vor. Auf Basis des aktuellen Porsche 911 GT2 entstand dazu ein Auto, das dem legendären Porsche 935/78 „Moby Dick“ ein rollendes Denkmal setzt. Doch anders als das Vorbild paßt der neue Porsche 935 kein aktuelles Motorsport-Reglement. Trotzdem gibt es jetzt eine Chance, dem neuen 935 beim Rennen zuzusehen.

Denn im Rahmenprogramm des 24-Stunden-Rennens von Spa (25. bis 28. Juli) feiert Porsche das „Porsche Motorsport GT2 Supersportscar Weekend“. Es bildet die Bühne für ein Rennen, an dem auch drei neue Porsche 935 teilnehmen. Sie gehen zusammen mit dem ebenfalls neuen Porsche 911 GT2 RS Clubsport in Spa an den Start. Insgesamt 15 Rennwagen von Porsche treten in diesem „Clubrennen“ zweimal auf der Ardennenachterbahn an.

Zweimal 30 Minuten und Spa

Freitag und Samstag stehen jeweils 30 Minuten Rennzeit auf dem Programm. Dabei sitzen teilweise durchaus bekannte Piloten in den Rennwagen. So feiern unter anderem die FIA-WEC-Fahrer Christian Ried (D) und Egidio Perfetti (N) ihr GT2-Debüt. Auch der sechsfache Olympiasieger im Bahnradsport Chris Hoy (GB) greift in einem der 700 PS starken GT2-Rennwagen ins Lenkrad.

Dazu, wer in den drei teilnehmenden Porsche 935 sitzt, hielt sich Porsche in der Ankündigung bisher bedeckt. Ich weiß, dass beispielsweise der TV-Moderator Tim Schrick vor ein paar Tagen den neuen 935 testen durfte. Der Schwerpunkt des Rennens liegt bei den ebenfalls spektakulären GT2-Modellen. Ihren Einsatz übernehmen mit dem Frikadelli Racing Team sowie den Mannschaften von Iron Force Racing und Motopark durchaus renommierte Porsche-Kundenteams. Porsche versteht das „Porsche Motorsport GT2 Supersportscar Weekend“ dabei als Testlauf.

Und dann?

Denn bisher sprechen die Verantwortlichen von einer einmaligen Gelegenheit. Gleichzeitig betonen sie jedoch, dass sie für das kommende Jahr in guten Gesprächen seien, um ihren GT2-Boliden weitere Einsatz-Möglichkeiten zu verschaffen. Denn mit dem neuen GT2-Reglement gibt es wieder eine attraktive GT-Plattform für ambitionierte Amateure und Herrenfahrer, die sich der GT4 entwachsen fühlen. Vorausgesetzt sie verfügen über das notwendige Kleingeld.

Porsche 911 GT2 auf der Rennstrecke
Der neue Porsche 911 GT2 ist der erste Rennwagen, der für die neue GT2 entstand. Inzwischen gibt es auch bei Audi Sport einen GT2. (Foto: Porsche)

Denn die neuen GT2-Fahrzeuge sind leistungsstark, gleichzeitig bescheidet das Reglement die Aerodynamik. Mit 640 bis 700 PS sind die neuen GT2-Fahrzeuge stärker als aktuelle GT3-Fahrzeuge. Der Verzicht auf eine komplexe Aerodynamik macht die Fahrzeuge trotzdem auch für ambitionierte Amateure interessant. Zumal die Supercars der neuen GT2 auch preislich unter den aktuellen GT3 liegen.

Die Klasse, die einen zuletzt bis 2009 genutzten Namen trägt, geht auf Stéphane Ratel zurück. Der Chef des Rennveranstalters SRO schafft sich mit dieser Fahrzeugklasse einen Rettungsanker, falls die aktuellen GT3-Boliden den Kostentod sterben. Mit Porsche und Audi bieten bereits zwei Hersteller GT2-Fahrzeuge an. Das Markenrennen im Rahmenprogramm des von SRO organisierten 24-Stunden-Rennens von Spa soll jetzt Lust auf mehr schaffen. Zumindest drei neue Porsche 935 in das Rennen zu integrieren, maximiert dabei die Aufmerksamkeit.

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