Porsche feierte gestern eine Million Porsche 911. Um Missverständnissen vorzubeugen, nicht vom aktuellen Modell. Es geht um die Anzahl der Porsche 911, die die Fabrik in Zuffenhausen seit Vorstellung des 911ers im Jahr 1963 verließen.

Am Vormittag war es soweit. In Zuffenhausen rollt ein irischgrüner Porsche 911 vom Band und meine Timeline bei Facebook explodiert. Mir war nicht bewusst, wie viele Porsche Freunde zu meinem virtuellen Freundeskreis gehören. Praktisch alle weisen auf das Produktionsjubiläum hin. Als ich in meinen Feed-Reader schaue, das gleiche Bild. Auch hier dominiert der Porsche 911 die Schlagzeilen.

Das Handelsblatt schreibt vom Jubiläum des Unberührbaren. Die Wirtschaftswoche dokumentiert mit einer Bildergalerie die Entwicklung, wie sie es nennt, vom aufgemotzten Käfer zum besten Sportwagen der Welt. Sogar der Tagesschau ist der Mythos und Designklassiker eine Nachricht wert. Porsche ist mit der Feier ein kleiner PR-Coup gelungen.

Nummer 1.000.000 entsteht ...
Nummer 1.000.000 entsteht … (Foto: Porsche)

Es gab gestern praktisch kein wichtiges Medium, das nicht auf das Produktionsjubiläum hinwies. Medien haben ein feines Gespür dafür, was das Publikum interessiert. Der Porsche 911 ist für viele ein Traumwagen. Gleichzeitig ist der 911er bei Porsche auch in der siebten Generation das strategisch wichtigste Modell in der Produktpalette. Der 911 ist weiter weltweit gegehrt und bleibt trotzdem exklusiv.

Denn im vergangenen Jahr lieferte Porsche weltweit 32.365 Exemplare der 911-Baureihe aus. Das bauen andere Fahrzeughersteller in wenigen Tagen. Beim VW Käfer feierte die Presse dieses Jubiläum 1955 rund zehn Jahre nach dem Start der Produktion. Toyota baute die erste Million seines Massensellers Corolla in knapp vier Jahren. Porsche benötigte 54 Jahre, um eine Million 911 zu bauen.

Besser lässt sich Exklusivität kaum darstellen!

Deshalb feiert Porsche das Jubiläum. Für Porsche ist der 911er ein gutes Geschäft, das dem Autobauer ordentlich Geld in die Kasse spült. Der Sportwagen gilt als margenstark. Porsche erzielte im vergangenen Jahr pro 100 Euro Umsatz einen Betriebsgewinn von 17,40 Euro. Wenn Porsche beim 911er durchschnittlich 100.000 Euro einnimmt, bleiben davon unter dem Strich der Bilanz 17.400 Euro.

Natürlich ist das eine grobe und vereinfachte Rechnung. Denn Porsche bietet weitere Modelle an. Doch Beobachter zweifeln, dass die SUV und der Porsche 718 bei der Rendite mit dem Klassiker mithalten. Einen Fingerzeig liefern die Konzernschwestern. Denn die Marke Volkswagen verdient mit 100 Euro Umsatz „nur“ rund 1,80 Euro. Selbst bei Besserverdiener Audi bleiben „nur“ 8,20 Euro von 100 Euro Umsatz hängen. Porsche hat allen Grund, das Produktionsjubiläum des Porsche 911 ausgiebig zu feiern!

Nummer 1.000.000 im Auslieferungslager
Nummer 1.000.000 im Auslieferungslager (Foto: Porsche)

Dabei beweisen die Zuffenhausener ein gutes Gespür für Tradition. Die Farbwahl Irischgrün bezieht sich auf Ferry Porsche, der nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Konstruktionsbüro seines Vaters einen Autobauer macht. Irischgrün war die Lieblingsfarbe des Unternehmenslenkers. Schon Ferry Porsches erster Dienstwagen vom Typ 911 trug dieses Farbkleid. Als die Belegschaft des Unternehmens ihrem Chef zum 75. Geburtstag einen verlängerten Porsche 928 baute, war dieses Fahrzeug irischgrün.

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