Die Tokyo Motor Show ist traditionell das Heimspiel der japanischen Autoindustrie. Nissan nutzt die 46. Tokyo Motor Show, um das Konzeptfahrzeug Nissan Ariya Concept in die Auslage zu stellen. Mit der Studie gibt Nissan einen Fingerzeig, wie der nächste Qashqai aussehen wird.

Daneben ist der Elektro-Crossover ein weiterer Beweis dafür, dass der SUV mit dem Einzug des Elektromotors nicht stirbt. Eigentlich ein Widerspruch, denn SUV und Crossover gelten bei Autofeinden inzwischen als Ausgeburt des Bösen. Der Elektromotor gilt bei dieser lautstarken Minderheit gleichzeitig als Heilsbringer. Für mich sind das zwei Kranke in einem Bett. Doch Käufer lassen sich ungern bevormunden.

Und die Autoindustrie kennt ihre Käufer. In Deutschland sind inzwischen ein Drittel der Neuwagen SUV, Crossover oder Geländewagen. Die Grenzen zwischen diesen Gattungsbezeichnungen sind fließend. Gleichzeitig sind Elektroautos bisher eine Randerscheinung. Die praktisch nicht vorhandene Ladeinfrastruktur hält viele Käufer bisher vom Kauf eines elektrischen Autos ab. Doch die Klimaziele bescherten den Autobauern den sogenannten Flottenverbrauch.

Heckansicht des Nissan Ariya Concept

Nissan Ariya Concept Heckansicht
Nissan Ariya Concept Heckansicht (Foto: Nissan)

Die verkauften Fahrzeuge dürfen ab 2021 im Durchschnitt maximal 95 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Das entspricht einem NEFZ-Verbrauch von circa 4,0 Litern Benzin oder rund 3,5 Litern Diesel pro 100 Kilometer. Bis 2030 soll dieser Wert sogar auf etwa 65 Gramm CO2 pro Kilometer sinken. Wobei, dies alles in der Praxis noch komplizierter ist. Denn die Hersteller bekommen für besonders sparsame Fahrzeuge einen Bonus. Der „Stinker“ darf mehr mehr verbrauchen, als das sparsame Auto spart.

Das sorgt dafür, dass der Verkauf von Elektroautos für praktisch alle Hersteller fast schon ein notwendiges Übel ist. Denn deren Prüfstand-Verbrauchsangaben entsprechen noch weniger dem Realverbrauch, als wir das von Benziner kennen. Womit jedes verkaufte Elektroauto Raum für den Verkauf weniger sparsamer Fahrzeuge der Luxusklasse gibt. Spötter nennen das Umverteilung. Denn der ökologisch bewusste Kunde ermöglicht dem „Bonzen“, wie er ihn wahrscheinlich heimlich nennt, den Kauf der „Luxuskarre“ oder des „Raser-Sportwagens“.

Wird aus dem Nissan Ariya Concept der Nissan Qashqai?

Vermutlich, der Nissan Ariya Concept ist wirklich hübsch und gefällig. Scheinbar ist die Tokyo Motor Show auf in dieser Hinsicht Ausdruck einer Zeitenwende. Öko-Karren müssen nicht hässlich sein. Nissan bezeichnet die Studie Nissan Ariya Concept als Start in eine neue Design- und Performance-Ära. Könnte klappen, denn das Konzeptfahrzeug gefällt mit einer fast serienweisen Silhouette. Das deutet darauf hin, dass aus der Studie Ariya Concept bald der Nissan Qashqai wird. Denn der Crossover ist inzwischen seit 2013 auf dem Markt und steht damit in Kürze zur Neugestaltung an.

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