Die Rallye-Legende Markku Alén wird heute 62 Jahre alt. Wir werfen daher einen kurzen Blick auf die einzigartige Karriere von „Maximum attack“.

Der Finne, der mehr als 20 Jahre zur Weltspitze des Rallye-Sports gehörte, begann Ende der 1960er-Jahre mit einem Renault 8 Gordini seine Fahrerkarriere. 1973 tauchte Alén mit einem Volvo 142 im heimischen Finnland erstmals in der Rallye-Weltmeisterschaft auf. Dabei hinterließ der Nachwuchsfahrer einen so starken Eindruck, dass ihn ein britisches Team auf der Stelle für die folgende RAC-Rallye verpflichtete.

Alén nutzte den Ausflug, um sich richtig in Szene zu setzen. Denn nach einem Überschlag zu Beginn der Rallye fiel der Finne auf Platz 178 zurück. Doch nach einer gnadenlosen Aufholjagd konnte der Novize seine zweite WM-Rallye als Dritter tatsächlich mit einem Platz auf dem Podium beenden. Die Leistung beeindruckte die FIAT-Verantwortlichen, die Alén daraufhin für 1974 als Werksfahrer unter Vertrag nahmen.

Markku Alén – die fahrende Zeitleiste

Nach einigen Podestplätzen in seiner ersten vollen Saison gelang Alén bereits im zweiten Jahr in Portugal der erste Sieg in einem Weltmeisterschaftslauf. Der Erfolg war der Auftakt zu einer beispielslosen Erfolgsgeschichte. Denn bis 1988 sollten sich schließlich 18 weitere Siege bei Rallye-Weltmeisterschaftsläufen – alle in Fahrzeugen von Fiat herausgefahren – anschließen. Denn bei seinen Erfolgen in der Rallye-Weltmeisterschaft bewegte Alén neben dem Fiat Abarth 124 Rallye auch den Fiat 131 Abarth, den Lancia Stratos HF, den Lancia Rally 037, den Lancia Delta S4, den Lancia Delta HF 4WD und den Lancia Delta Integrale.

Markku Alén erlebte also – wie wohl kein anderer Pilot – den Wandel des Rallye-Sports unmittelbar als Pilot mit. Der Finne siegte genauso mit einem fast seriennahen Tourenwagen, wie mit den bis zu 650 PS starken Monstern der Gruppe B und den vergleichsweise zivileren Gruppe A Fahrzeugen. Nach Ausflügen mit Alfa Romeo in die DTM und in den Rallycross wurde Alén zur Feier seines 50. Geburtstags 2001 sogar mit einem WRC Fahrzeug in der Rallye-Weltmeisterschaft aktiv.

Markku Alén – der Fast-Weltmeister

Seine beste Saison erlebte Markku Alén 1978. Alén trat bei sieben Rallyes an, gewann drei und beendete sechs auf dem Podium. Hätte es 1978 in der Rallye-Weltmeisterschaft bereits eine Fahrerwertung gegeben, dann wäre Markku Alén überlegen Weltmeister geworden. Doch die FIA führte diese Wertung erst ein Jahr später ein, Alén wurde hinter den Ford-Piloten Björn Waldegård und Hannu Mikkola als Dritter bester Fiat-Fahrer.

Rund zehn Jahre blieb Markku Alén ein Pilot, mit dem man immer rechnen mußte. Alén gewann mehr als 800 Wertungsprüfungen. Nur mit dem WM-Titel wollte es einfach nicht klappen. Wobei der Finne auch an der Politik scheiterte. 1986 geriet Alén in den Strudel des Zweikampfs zwischen Peugeot und Lancia. Sein Sieg bei der Rallye San Remo war wertlos, weil man Vorort das führende Peugeot-Team nach 32 der 36 Prüfungen von der Veranstaltung ausschloss.

Mitten in der laufenden Rallye waren die Verantwortlichen in Italien plötzlich der Meinung, dass die Seitenschweller des Peugeot 205 Turbo 16 E2 irregulär seien. Peugeot hatte mit diesen zuvor bereits mehrere WM-Rallyes bestritten und sogar die technische Abnahme bei der Rallye San Remo passiert. Die FIA sah sich daher gezwungen, das Ergebnis der Rallye Sanremo nicht für die Weltmeisterschaft zu werten. Alén wurde hinter dem Peugeot-Fahrer Juha Kankkunen Vize-Weltmeister.

„Maximum attack“

Ein Ergebnis, dass der Finne zwei Jahre später, diesmal hinter Miki Biasion, bestätigen konnte. Zusammen mit insgesamt vier 3. Plätzen (neben 1979 auch 1983, 1984 und 1987) wurde Markku Alén damit so etwas wie der Stirling Moss des Rallye-Sports. Wie der Brite setzte der Finne in seiner Motorsportart Meilensteine und gilt als der vielleicht beste Pilot, der nie Weltmeister wurde.

„Maximum Attack“, wie Fans und Freund Alén bis heute nennen, gewann zum Beispiel 1984 als erster Finne bei der Tour de Corse eine reine Asphalt-Rallye. Heute lebt Alén, der von sich selbst sagt, ein Finne mit dem Geist eines Italieners zu sein, ein Leben als globale Legende. Nach Wanderjahren kehrte Alén vor gut drei Jahren zu Fiat zurück. Die graue Eminenz des Konzerns, Luca di Montezemolo verpflichtete Alén als Ferrari-Testfahrer, der mit Schneetests im Ferrari 458 Italia seine Tätigkeit aufnahm.

Foto: Jarmo Mäki – JKM(C)Pictures, Creative Commons Attribution 2.0 Generic

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