Ich muss verrückt sein, denn inzwischen bin ich seit fast 18 Stunden auf und definitiv reif fürs Bett. Trotzdem habe ich mich eben noch hingesetzt und den längst überfälligen Rennwagen des Monats rausgesucht. Eigentlich erscheint diese Reihe bei uns am ersten Freitag im Monat. Und eigentlich wollte ich diesmal einen Kleinwagen vorstellen, der in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiert. Doch der Plan erfuhr eine Änderung, weil ich den Artikel zum Geburtstagskind mangels Zeit schon seit ein paar Tagen vor mir herschiebe. Zur Fertigstellung benötige ich noch etwas Zeit.

Auf der Suche nach einer Alternative stieß ich auf diesen Cooper 500 aus der Rennwagenschmiede von Charles und John Cooper. Senior Charles Cooper betrieb seit den 1920er-Jahren in London eine Reparaturwerkstatt für Autos und Motorräder. 1946 entstand aus Spaß der erste Rennwagen für die damals neue 500 ccm-Klasse – der Name Formel 3 wurde erst drei Jahre später für diese Klasse erfunden. Das Erstlingswerk überzeugte, denn die Piloten John Cooper und Eric Brandon waren mit dem kleinen und wendigen Fahrzeug sofort konkurrenzfähig.

Cooper MK6
Cooper MK6

Dabei stammten die Aufhängungsteile vom Fiat Topolino und Zubehörteile sowie Bleche von einem Schrottplatz. Dort gab es – direkt nach dem Zweiten Weltkrieg – jede Menge Aluminium, da dort zahlreiche ausrangierte Flugzeuge und Militärfahrzeuge abgestellt waren. Bei Cooper nutzte das Leichtmetall für die Karosserie des Rennwagens. Das sorgt dafür, dass der Cooper 500 mit rund 300 Kilogramm ein echtes Leichtgewicht ist.

Den Antrieb übernimmt ein Motorradmotor von JAP. Cooper baute sie wie 1932 Ferdinand Porsche bei den Auto Union Grand Prix Rennwagen hinter dem Fahrer vor der Hinterachse ein. Der Motor trieb über eine Kette das Getriebe an. Von dort führte eine zweite Kette zur Hinterachse. Auf Wunsch war auch ein Differenzial erhältlich.

Der Cooper 500 weckte das Interesse anderer Rennfahrer

Cooper entschloss sich zur Serienproduktion. Bis 1954 entstanden rund 300 Exemplare des kleinen Rennwagens. Mit Stirling Moss, Peter Collins, Jim Russell, Ken Tyrrell und Bernie Ecclestone war zahlreiche (spätere) Prominente des Motorsports mit einem Cooper unterwegs. Ihre Cooper wurden auch mit Motoren von Norton, DKW und BMW ausgerüstet. Mit großem Erfolg. Denn bis 1954 siegten Cooper-Kunden bei 64 von 78 ausgetragenen internationalen Formel-3-Rennen.


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Infos zum Titelbild dieses Beitrags:
Cooper MK6

Cooper 500 - Urvater der Formel 3

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Tom wuchs als Kind der späten 60er-Jahre in einem ausgesprochen automobilen Umfeld auf. Das wirkt bis in die Gegenwart nach und ist ein guter Nährboden, um heute über Autos zu schreiben.

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